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USA verweigern deutschem Schriftsteller die Einreise - Verdacht drängt sich auf

Dem preisgekrönten deutschen Schriftsteller Ilija Trojanow wurde die Einreise in die USA verweigert, wo er zu einem Germanistenkongress eingeladen war - das Seltsame daran: eine Begründung seitens der Behörden blieb aus.

Nun drängt sich eine Verdacht auf: Trojanow unterschrieb einen offenen Brief der Schriftstellerin Juli Zeh, der an Angela Merkel gerichtet war und die Praxis der Totalüberwachung durch den US-Geheimdienst NSA kritisierte. Wurde ihm deshalb die Einreise nicht gestattet?

"Formulieren wir es mal positiv: Unser aller Engagement zeigt Wirkung. Es wird zur Kenntnis genommen. Formulieren wir es negativ: Es ist eine Farce. Die reine Paranoia. Menschen, die sich für Bürgerrechte starkmachen, werden als Staatsfeinde behandelt", äußert sich Juli Zeh auf Facebook.


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WebReporter: TausendUnd2
Rubrik:   Politik
Schlagworte: USA, Verdacht, Schriftsteller, Einreise, Juli Zeh
Quelle: www.sueddeutsche.de

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17 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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01.10.2013 17:26 Uhr von TausendUnd2
 
+17 | -3
 
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Hier Trojanows Stellungnahme in der FAZ:
http://www.faz.net/...

Der Wortlaut des in der News angesprochenen offenen Briefes:
"Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

seit Edward Snowden die Existenz des PRISM-Programms öffentlich gemacht hat, beschäftigen sich die Medien mit dem größten Abhörskandal in der Geschichte der Bundesrepublik. Wir Bürger erfahren aus der Berichterstattung, dass ausländische Nachrichtendienste ohne konkrete Verdachtsmomente unsere Telefonate und elektronische Kommunikation abschöpfen. Über die Speicherung und Auswertung von Meta-Daten werden unsere Kontakte, Freundschaften und Beziehungen erfasst. Unsere politischen Einstellungen, unsere Bewegungsprofile, ja, selbst unsere alltäglichen Stimmungslagen sind für die Sicherheitsbehörden transparent.

Damit ist der „gläserne Mensch“ endgültig Wirklichkeit geworden.

Wir können uns nicht wehren. Es gibt keine Klagemöglichkeiten, keine Akteneinsicht. Während unser Privatleben transparent gemacht wird, behaupten die Geheimdienste ein Recht auf maximale Intransparenz ihrer Methoden. Mit anderen Worten: Wir erleben einen historischen Angriff auf unseren demokratischen Rechtsstaat, nämlich die Umkehrung des Prinzips der Unschuldsvermutung hin zu einem millionenfachen Generalverdacht.

Frau Bundeskanzlerin, in Ihrer Sommer-Pressekonferenz haben Sie gesagt, Deutschland sei „kein Überwachungsstaat“. Seit den Enthüllungen von Snowden müssen wir sagen: Leider doch. Im gleichen Zusammenhang fassten Sie Ihr Vorgehen bei Aufklärung der PRISM-Affäre in einem treffenden Satz zusammen: „Ich warte da lieber.“

Aber wir wollen nicht warten. Es wächst der Eindruck, dass das Vorgehen der amerikanischen und britischen Behörden von der deutschen Regierung billigend in Kauf genommen wird. Deshalb fragen wir Sie: Ist es politisch gewollt, dass die NSA deutsche Bundesbürger in einer Weise überwacht, die den deutschen Behörden durch Grundgesetz und Bundesverfassungsgericht verboten sind? Profitieren die deutschen Dienste von den Informationen der US-Behörden, und liegt darin der Grund für Ihre zögerliche Reaktion? Wie kommt es, dass BND und Verfassungsschutz das NSA-Spähprogramm XKeyScore zur Überwachung von Suchmaschinen einsetzen, wofür es keine gesetzliche Grundlage gibt? Ist die Bundesregierung dabei, den Rechtsstaat zu umgehen, statt ihn zu verteidigen?

Wir fordern Sie auf, den Menschen im Land die volle Wahrheit über die Spähangriffe zu sagen. Und wir wollen wissen, was die Bundesregierung dagegen zu unternehmen gedenkt. Das Grundgesetz verpflichtet Sie, Schaden von deutschen Bundesbürgern abzuwenden. Frau Bundeskanzlerin, wie sieht Ihre Strategie aus?

---

Juli Zeh

Ilija Trojanow

Carolin Emcke

Friedrich von Borries

Moritz Rinke

Eva Menasse

Tanja Dückers

Norbert Niemann

Sherko Fatah

Angelina Maccarone

Michael Kumpfmüller

Tilman Spengler

Steffen Kopetzky

Sten Nadolny

Markus Orths

Sasa Stanisic

Micha Brumlik

Josef Haslinger

Simon Urban

Kristof Magnusson

Andres Veiel

Feridun Zaimoglu

Ingo Schulze

Falk Richter

Hilal Sezgin

Georg M. Oswald

Ulrike Draesner

Clemens J. Setz

Ulrich Beck

Katja Lange-Müller

Ulrich Peltzer

Thomas von Steinaecker

Peter Kurzeck

Jo Lendle

Jan Christophersen

Angela Krauß

Christiane Neudecker

Kurt Drawert

Michael Augustin

Robert Menasse

Mareike Krügel

Annett Gröschner

Tanja Langer

Ron Winkler

Artur Becker

Cornelia Becker

Antje Ravic Strubel

Ulrike Steglich

Norbert Kron

Benjamin Lauterbach

Anton G. Leitner

Anke Bastrop

Annika Reich

Ditha Brickwell

Marica Bodrozic

Gisela von Wysocki

Kerstin Grether

Nora Bossong

Zora del Buono"

[ nachträglich editiert von TausendUnd2 ]
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01.10.2013 17:43 Uhr von TausendUnd2
 
+20 | -4
 
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@hetzer1
Wenn er in seiner Stellungnahme von seinem "deutschen Reisepass" spricht, darf man getrost davon ausgehen, dass er deutscher Staatsbürger ist.
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01.10.2013 18:21 Uhr von derSchmu2.0
 
+6 | -1
 
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Deutschland lässt einen Iraner nicht rein und die Amis halten ebensowenig von Kritikern....
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01.10.2013 19:23 Uhr von ITler84
 
+1 | -2
 
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Ja bitte, hört auf zu spekulieren. Ich dachte auch erst wie so oft "die bösen amis" , andererseits ist es doch bekannt das man seit 9/11 schon für viel weniger nicht einreisen darf.
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01.10.2013 19:36 Uhr von shadow#
 
+5 | -2
 
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@ hetzer1
Du bist ein Dummkopf.
Du hast keine Ahnung wie irgendwas irgendwo in der Welt läuft weil du noch nie etwas davon gesehen hast.
Ilija Trojanow hat in seinem Leben etwas erreicht - etwas was dir nie gelingen wird.
Deini einzige Motivation scheint kleingeistiger Neid zu sein.
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01.10.2013 19:56 Uhr von Perisecor
 
+1 | -6
 
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Das Einreiseverbot dient schlicht seinem Schutz.

Er scheint massive Probleme mit den USA, diversen US-Behörden, der US-Regierung und damit einem größeren Teil der US-Bürger zu haben.

Ein Aufenthalt in den USA wäre also ganz und gar nicht in seinem Interesse. Statt sich zu beschweren sollte er sich lieber bei den US-Behörden bedanken, welche ihn vor dem großen Fehler der Einreise bewahrt haben.


Edit:
Achso. Einen Anspruch auf eine Begründung hat er, so lange er kein US-Bürger ist, natürlich nicht.

[ nachträglich editiert von Perisecor ]
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01.10.2013 20:36 Uhr von Götterspötter
 
+2 | -1
 
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Ist ja wie in der ehemaligen DDR :D ......
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01.10.2013 21:16 Uhr von ms1889
 
+3 | -1
 
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soviel zur meinungsfreiheit in den usa.
die usa sind nicht demokratischer als nord korea oder china oder cuba.

wie meinte bush immer: schurkenstaat?
die usa sind also ein schurkenstaat, bzw terror staat. wie man an der staatskrise im finanzausschuss sieht, sind die usa sehr antisozial. wer antisozial ist, hat keinen respekt für menschen im allgemeinen (siehe frau merkel die auch sehr antisozial ist).
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02.10.2013 00:23 Uhr von Perisecor
 
+1 | -5
 
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@ ms1889

Meinungsfreiheit ist es, nicht alle Meinungen hören zu müssen.


Aber woher solltest das ausgerechnet du wissen...

[ nachträglich editiert von Perisecor ]
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02.10.2013 02:29 Uhr von Dracultepes
 
+0 | -1
 
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Eigentlich mochte ich die USA immer, weil sie den Begriff der Meinungsfreiheit sehr ernst nehmen und auch sehr weit dehnen im Gegensatz zu der BRD.

Solche Dinge trüben das Bild für mich aber ganz schön. Leide
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02.10.2013 13:37 Uhr von Perisecor
 
+1 | -4
 
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@ Dracultepes

Niemand, auch die USA nicht, verbieten Trojanow das Kundtun seiner Meinung.


Herr Trojanow scheint leider mit einer - außerhalb Deutschlands wenig erfolgreichen - Ansicht unterwegs zu sein:
1) er erwartet, dass ihn jeder mag oder zumindest in seinem Staat toleriert, egal wie er sich zuvor verhalten hat
2) er verlangt Begründungen, obwohl er nichts zu melden hat
3) er fordert irgendwelche Dinge ein, auf die er keinen Anspruch hat


Wie gesagt, das funktioniert in Deutschland wunderbar. Aber selbst bei euren Nachbarn klappt das mittlerweile nicht mehr.



Mit Meinungsfreiheit an sich hat das nichts zu tun. Wer so argumentiert der muss nämlich auch zweifelsohne anerkennen, dass es die Meinungsfreiheit der US-Regierung ist, Trojanow nicht einreisen zu lassen.

[ nachträglich editiert von Perisecor ]
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02.10.2013 13:43 Uhr von Dracultepes
 
+4 | -1
 
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@Perisecor

Nein sie verbieten ihm das Kundtun nicht. Aber sie reagieren mit Strafe auf die Meinung. Das ist in meinen Augen und für mein Verständnis kein deut besser als ein Staat der eine Meinung gleich von Anfang an verbietet, so wie Deutschland. Du kannst das natürlich anders sehen, was du auch tust.
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02.10.2013 13:55 Uhr von Pixwiz
 
+3 | -1
 
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@hetzer:

"P.S. Nicht jeder der den Deutschen Pass hat, ist Deutscher!"

warum gehst du nicht am bahnhof spielen. ice anhalten zum beispiel....
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02.10.2013 14:00 Uhr von SHA-KA-REE
 
+2 | -1
 
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@Perisecor

Interessant was Du unter Meinungsfreiheit verstehst. Demnach könnte Deiner Meinung nach Deutschland auch einfach sämtlichen Ausländern - oder noch besser: gezielt den Juden - die Einreise verbieten - ist ja Meinungsfreiheit und so. Nein, das würde VÖLLIG ZU RECHT (!) einen Aufschrei in der gesamten Welt und internationale Ächtung zur Folge haben.

Und dass es hier "nur" um einzelne Personen geht und nicht um ganze Gruppen ändert wenig, solange diese Personen nicht gegen die Gesetze der USA verstoßen haben. Sollten sie gegen Gesetze verstoßen haben, dann ist die Sachlage schon etwas anders.

Wer aber quasi aus einer Laune heraus so agiert, bei dem ist die vielgepriesene "freedom of speech" nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben steht.

Und übrigens: Ich bin Deutscher, aber ich erwarte von niemandem dass er mich mag oder toleriert, und fordere auch nichts an, worauf ich keinen Anspruch habe. Da bin ich bestimmt der einzige Deutsche der so denkt, Du weißt das ja schließlich viel besser.
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02.10.2013 20:52 Uhr von creek1
 
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Da ich nicht mehr vorhabe in ein Entwicklungsland wie es die
USA im sinne von Demokratie sind, zu Reisen, kann mir dieser
aus überwiegend dummen Menschen bestehende Staat den
Buckel runter rutschen. Bestes Beispiel welche Idioten aus den
USA bei uns ihr Unwesen treiben ist @ Perisecor.
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03.10.2013 03:33 Uhr von wombie
 
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<ironie>
Buergerrechtler SIND Staatsfeinde. Seit wann haben Buerger bitte schoen Rechte? Waer ja noch schoener wenn die Proleten ´nen aufstand proben wuerden.
</ironie>
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03.10.2013 15:35 Uhr von Perisecor
 
+0 | -1
 
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@ SHA-KA-REE

" Demnach könnte Deiner Meinung nach Deutschland auch einfach sämtlichen Ausländern..."

Nein, denn dann wären wir bei Sippenhaft.

Trojanow ist ein Individuum und als Individuum hat er mehrfach ausgesagt, dass er nicht viel von den USA hält. Das ist seine Meinung und die wird toleriert - seine Werke sind in den USA weder verboten, noch wurde er verunfallt.
Man möchte ihn nur einfach nicht im Land haben.

Ob dabei jemand gegen Gesetze verstößt oder nicht ist egal, denn Staaten verfügen zwangsläufig über Staatssouveränität und können damit bestimmen wer in ihr Land kommt und wer nicht.
Dass Deutschland quasi absolut jeden bedingungslos ins Land lässt ist eine weltweite Ausnahme - daraus sollte man bitte nicht auf andere Länder schließen.




"Wer aber quasi aus einer Laune heraus so agiert, bei dem ist die vielgepriesene "freedom of speech" nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben steht."

Das ist keine Laune. Es ist schon seit vielen Jahrzehnten Politik der USA ausländischen (!) Personen, welche undifferenziert Kritik üben, immer mal wieder die Einreise zu verweigern.

Des Weiteren gilt die US-Verfassung für US-Bürger. Nicht grundlos schrieb ich, dass Trojanow sich wieder melden könne, wenn er die US-Staatsbürgerschaft erlangt habe.

Als z.B. Deutscher in Deutschland oder Deutscher in Pakistan hast du keinen Anspruch auf die in der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika garantierten Rechte. Das gilt umgekehrt ebenso.



" Da bin ich bestimmt der einzige Deutsche der so denkt, Du weißt das ja schließlich viel besser."

Ich verstehe nicht, was du mit dem Satz sagen möchtest. Trojanow jedenfalls fordert nach dieser Quelle und anderen Erklärungen, Begründungen und Aufklärung - und darauf hat er keinen Anspruch.

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