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Streng religiöse Eltern verweigerten Schulunterricht - Kinder von Polizei abgeholt

In Hessen weigerte sich ein streng religiöses Ehepaar beharrlich, seine Kinder auf eine Schule zu schicken. Sogar der Unterricht an einer christlichen Privatschule wurde abgelehnt. Die Eltern gaben an, dass sie ihre Sprösslinge vor "unerwünschten Einflüssen" fernhalten wollen.

Nun wurde ihnen das Sorgerecht entzogen - die vier Kinder wurden letzten Donnerstag von der Polizei abgeholt. Das Sorgerecht wurde auf das Jugendamt übertragen. Die Eltern wollten ihre Kinder im Homeschooling-Verfahren unterrichten - und das ist in Deutschland verboten.

Ein Richter hatte bereits im vergangenem Jahr festgestellt, dass die Kinder über keine altersgerechte Bildung verfügten. Seit Mitte 2012 war den Eltern auch bekannt, dass ihnen das Sorgerecht entzogen werden sollte.


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WebReporter: s3xxtourist
Rubrik:   Freizeit
Schlagworte: Polizei, Eltern, Sorgerecht, Verweigerung, Schulbildung
Quelle: www.spiegel.de

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25 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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04.09.2013 07:28 Uhr von muhkuh27
 
+54 | -8
 
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Genau solche Familien haben dann vier Kinderr.. und gebildete Menschen häufig nur eins oder wegen der Karriere garkeins..
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04.09.2013 07:36 Uhr von Sirigis
 
+52 | -1
 
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Ich schätze mal, die Eltern gehören irgendeinem bibeltreuen, weltfremden, krankhaft religiösen Verein an. Wer im 21. Jhdt. Christ ist, soll es auch sein dürfen, unbedingt.

Wer allerdings verquere religiöse Vorstellungen dazu missbraucht, seinen Nachwuchs von der Teilhabe an der Gesellschaft fernzuhalten, muss zur Verantwortung gezogen werden (und das gilt in meinen Augen keinesfalls nur für Christen). Dass der Staat nunmehr Zähne gezeigt hat, begrüsse ich.
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04.09.2013 08:04 Uhr von langweiler48
 
+19 | -3
 
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Bei solch einer Erziehungsmethode, bei der die Eltern ihre Kinder selbst bilden, zeigt sich die Intelligenz der Eltern wieder, wenn man die Kinder prueft.

Wie @Sirigis angefuehrt hat, wer sich heutzutage gegen gesellschaftlich normale Gegebenheiten stellt, Kinder in die Welt setzt und diesen ihre persoenliche Entwicklung untergraebt, gehoert das Sorgerecht entzogen, was gottseidank geschehen ist.
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04.09.2013 08:30 Uhr von Darkman149
 
+16 | -4
 
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Nur ein weiteres Beispiel dafür wie viel Schwachsinn und Ungerechtigkeit im Namen der Religion geschieht. Und dabei ist es egal um welche Religion es sich handelt... Gut, dass in diesem Fall nichts schlimmeres passiert ist und die Kinder nun doch eine vernünftige Bildung bekommen.
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04.09.2013 08:55 Uhr von langweiler48
 
+3 | -7
 
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@tsunami ....

Bist du eines der Kinder? Von Mitte 2012 bis Mitte 2013 = 1 Jahr. der Monat, der jetzt ueber der Mitte ist, kann man durch kaufmaennisches runden unter den Tisch fallen lassen. Endergebnis bleibt ein Jahr uebrig.
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04.09.2013 09:04 Uhr von Nebelfrost
 
+6 | -5
 
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völlig richtige entscheidung. die eltern sollten ihre kinder niemals wiederbekommen. ich hoffe, dass die kinder bald bei vernünftigen pflegeeltern landen und nicht bis zu ihrer volljährigkeit im heim sitzen müssen. sollten die eltern irgendwelche anstalten machen, ihre kinder unrechtmäßig zu sich zurück zu holen, sollte man die eltern in ein dunkles kellerloch sperren, an die wand gekettet, bei wasser und brot. dann haben sie genug zeit, über ihre kranke ideologie nachzudenken.
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04.09.2013 09:09 Uhr von m0u
 
+3 | -2
 
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@ Nebelfrost: Gute Idee, sowas macht man unter fanatischen Christen ja auch :)
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04.09.2013 09:11 Uhr von Maverick Zero
 
+5 | -1
 
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Religiöse Spinner mal wieder....
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04.09.2013 09:15 Uhr von subcrew
 
+8 | -0
 
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Zählt das Kindergeld x4 auch zu den *unerwünschten Einflüssen* ???
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04.09.2013 09:59 Uhr von Suffkopp
 
+0 | -2
 
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Na Gottseidank soll es sich hierbei um Christen handeln - evangelikale Christen.
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04.09.2013 11:05 Uhr von Montrey
 
+5 | -2
 
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War schon immer so, Religion macht dumm !
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04.09.2013 11:05 Uhr von maxyking
 
+1 | -0
 
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hurra sehr gute Entscheidung.
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04.09.2013 11:06 Uhr von perMagna
 
+5 | -0
 
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"Seit Mitte 2012! Und wieso braucht das noch 1,5 Jahre bis was passiert? "

Weil wir hier in einem Rechtsstaat leben und die Kinder ihren Eltern nicht hopplahopp entzogen werden. Das ist ein schwerwiegender Eingriff in die Familie, der gefälligst nur nach eingehender Prüfung zu erfolgen hat.
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04.09.2013 11:12 Uhr von GroundHound
 
+5 | -2
 
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@saintgermaunt: Das ist falsch. Religionen pflanzen sich durch Indoktrinierung in der Kindheit fort. Genau das wollen diese "Eltern" ja erreichen.
Diese Gehirnwäsche seit frühester Kindheit verhindert, dass auch intelligente Menschen sich nicht von den religiösen Wahnvorstellungen lösen können.
Es wird quasi fest einprogrammiert.
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04.09.2013 11:22 Uhr von Bigsiwy
 
+1 | -3
 
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Na los schnell Asyl in USA beantragen..
Dort sind solche "Menschen" gut aufgehoben
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04.09.2013 11:25 Uhr von Sirigis
 
+3 | -1
 
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@highnrich1337: wäre ich in der heutigen Zeit Mutter, hätte mich die "tochtitechnische" Sexualkundeunterrichts-Nachricht sicherlich nicht dazu veranlasst, dass ich mein Kind aus der Schule nehme. Die Kiddies sind heute einfach deutlich frühreifer als noch vor der letzten Eiszeit (hier ist meine Jugend gemeint). Über die Qualität von den gezeigten Lesben- und Schwulen-Filmen kann ich keine Aussage treffen. Für mich gilt: was wer wo und wann in seinem Schlafzimmer (in der Garage, im Keller, im Park, usw.) treibt, ist Privatsache, solange keiner der Protagonisten Schaden erleidet.

perMagna: ein + von mir, ein - an unsere Justiz. Warum das - ? Unsere Justiz ist lahmarschig. Nein nicht die arme "Justicia" ist daran schuld, sondern unsere hmmmmm Politiker.
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04.09.2013 12:23 Uhr von oldtime
 
+1 | -3
 
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@GroundHound
Der Vergleich hingt doch aber irgendwie.

Betrachten wir als Beispiel RealAcidArne. Er glaubt alles zu wissen, er ist ein glücklicher Mensch. Alles auf der Welt kann er mit seinem Hass auf Religionen erklären. Wenn er etwas nicht versteht, und so ist nun mal das Gehirn aufgebaut, füllt er die Lücke zwischen A und B mit Religionen. Die Gläubigen machen das mit Gott, unsere Ur-Vorfahren mit Göttern (donnerte es, war es der Gott des Donners - Erklärung zwischen A und B - es donnert, also gibt es einen Donnergott), Leute wie RealAcidArne füllen es mit Religionen. Es gibt Ungerechtigkeit auf der Welt, also sind Religionen schuld. Aber A und B.

Du meinst also es donnert, also glaubt RealAcidArne die Religion ist schuld das es donnert?

Und man kann durchaus auch einfach die Lücke durch unwissenheit füllen. Man kann sich etwas nicht erklären und hat halt einfach keine Ahnung. Die Lücke muss nicht durch irgendwas gefüllt werden.

Vielleicht hat man auch verschiedenen Theorien warum es z.B. donnert aber deswegen muss man nicht gleich daran glauben das dies die einzige Erklärung ist.

Ich denke da machst du es dir ein bisschen zu einfach.
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04.09.2013 12:31 Uhr von Pixwiz
 
+2 | -0
 
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Schön, das auch jemand an die Kinder denkt, die jetzt damit klarkommen müssen ihren Eltern entzogen zu sein....
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04.09.2013 14:13 Uhr von BlackMamba61
 
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Schrecklich wie mansche deutsche Eltern drauf sind.
Einfach nur KRANK
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04.09.2013 14:29 Uhr von oldtime
 
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@Trallala2
Bei dem Zitat muss ich dir recht geben. Das ist wirklich nicht als Zitat zu erkennen.

Und ich würde mich vom Prinzip her schon neugierig nennen, aber das heißt nicht das ich unbedingt alles über alles wissen muss.

Es gibt viele ungeklärte Fragen wo ich einfach sagen kann ich hab keine Ahnung und es interessiert mich überhaupt nicht. Ich brauch nicht für alles eine Erklärung.

Aber ich mag keine Erklärungen auf diese für mich ungeklärten Fragen die offensichtlich falsch sind.
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04.09.2013 14:33 Uhr von Brotfoto
 
+0 | -3
 
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Nicht die Religionen sind das Übel sondern was manche Fanatiker draus machen.
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05.09.2013 00:49 Uhr von Katatonia
 
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@Brotfoto

>>"Nicht die Religionen sind das Übel sondern was manche Fanatiker draus machen."<<

Die allseits beliebte Relativierung. Damit ließe sich auch jedes Unrechtsregime bis hinzu unserer eigenen Geschichte im Dritten Reich relativieren. Es waren stets Fanatiker, die diese Religion begründet, erhalten und weiter betrieben haben - um beim Thema Religiösität zu bleiben. Das entsprechende Grundlagenwerk dazu nennt sich Bibel und Neues Testament. Gefertigt ausschließlich von Menschenhand.

Nun will ich nicht näher in die kritische Kirchengeschichte hinein gehen und aufzeigen, wie allein das Johannesevangelium durch die Catholica umgeschrieben und verfremdet worden ist und überhaupt erst dadurch Einzug in das neue Testament fand.

Es ging immer um eine Vielzahl Menschen und deren Gebilde und eben nicht einzig allein um Einzelne davon. Das belegen auch die unzähligen Verbrechen im Namen des Glaubens. Es sind zu viele, als hier von einer Einzeltat abseits der herrschenden Norm zu schreiben.

[ nachträglich editiert von Katatonia ]
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05.09.2013 01:24 Uhr von Katatonia
 
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@Trallala2

Ich will mal etwas klugscheißerisch sein:

>>"wir leben in einer Demokratie, somit kann jeder alles sagen, auch Schwachsinn."<<

Dem ist eben nicht so, wie Artikel 2 (1) des GG belegt.

>>Nur weil du mal irgendwann etwas von Indoktrinierung in der Kindheit gelesen hast, muss es nicht stimmen.<<

Das ist ein wesentlicher Bestandteil des christlichen Glaubens. Es wurden sogar deswegen offizielle Kriege geführt die sich Kreuzzüge nannten. Aber man muss sich bei dieser Thematik schon mit der Historie der Kirchen auseinander setzen. Speziell nach dem 2. Weltkrieg und in den letzten Jahren benötigten die Kirchen weit mehr Geschick bei ihrer Missionierung. Das begann allerdings schon seit der Aufklärung. Die erlangten Grund-, Freiheitsrechte und die Demokratie erschwerten die Missionierung nach historischem Vorbild.

Die Indoktrinierung hat sicherlich abgenommen, speziell in den evangelischen Kirchen. Und sie ist von Gebiet und Stadt unterschiedlich. Doch sie beginnt mit der Taufe, der Jugendlichkeit und der Bindung an die Kirche durch Riten, Gottesdienste, Gemeindearbeit und auch durch soziale Dienste. Durch die Betreuung der Gemeinde durch die Kirche. Aber was bedeutet Indoktrinierung eigentlich genau? Ganz einfach. Jemanden entweder umzuerziehen, ihn zu ideoligisieren oder zu manipulieren. Die Predigt von Oben durch die Kanzel und die Führung durch die Kirche soll genau das erreichen.

>>"Würde das mit der Indoktrinierung in der Kindheit funktionieren, gäbe es heute keine Atheisten die man Theisten waren."<<

Das ist mir eindeutig zu schwarz-weiß.

>>"Es gibt verschiedene Studien und die belegen folgendes"<<

Die da wären? Es werden keine Studien benötigt. Die Zahlen erhälst du ganz offiziell von den Kirchen selbst und dem Bundesamt für Statistik.

>>"das bedeutet nicht, dass die Menschen weniger glauben."<<

Davon ist auszugehen.

>>"Das alles liegt am Gehirn des Menschen, es ist so gebaut."<<

Nun ja - das mag ja eventuell sein. Aber wo sind deine Belege für diese These?

>>"ich versuche den Atheisten mit der Wissenschaft zu kommen"<<

Das mag auch sein, aber ich kann davon bisher leider nichts lesen. Wie kommt das? Und wo sind all die wissenschaftlichen Belege?

>>"Das was ich beschreibe hat nichts mit Theorien zu tun, sondern mit dem Gehirn."<<

Also das eine "ist ein System von Aussagen, das dazu dient, Ausschnitte der Realität zu beschreiben beziehungsweise zu erklären und Prognosen über die Zukunft zu erstellen." und das Andere ein menschliches Organ. Das Eine bedingt das Andere. Und doch ist das, was du beschreibst keine Theorie, sondern eine These.

>>"Das ist der Grund wieso wir für alles eine Erklärung brauchen."<<

Das denke ich nicht. Aber ich weiß es auch ehrlich gesagt nicht wirklich. Ein Antrophologe, etc. könnte uns hier sicherlich weiter helfen. Ich gehe jedoch davon aus, dass das Ganze mit der Entwicklung des Menschen zutun hat. Umso mehr er sich weiter entwickelte, umso größer sein Gehirn und damit seine Intelligenz wuchs, umso größer wurde auch sein Drang verschiedenste Dinge verstehen zu wollen. Die Weiterentwicklung machen doch bisher fast alle Wesen auf dem Planeten durch. Der Mensch zeichnet sich hierbei eben auf dem Gebiet der Intelligenz aus. Doch im Zusammenhang mit dem Glauben sehe ich genau das nicht. Der Glaube war immer ein Mittel um etwas nicht Verständliches nicht verständlich machen zu müssen. Bis zu einem gewissen Grad natürlich, wurde eine Erklärung gefunden. Doch die Begründung war stets simpel und analog. Bis zum 18. Jahrhundert konnte ein Großteil der Menschen nicht ein mal lesen. Gehen wir vom christlichen Glauben aus, so enthält er seit seiner Gründung nichts Neues, was es davon nicht auch schon in anderen religiösen Kulten und Religionen gab.

>>"Diese Erkenntnis bringt euch im Leben nicht weiter"<<

Woher willst du das für Andere wissen und entscheiden? Ich für mich behaupte, dass mich vieles davon weiter gebracht hat.

>>"Warum sind die Menschen nicht klüger?"<<

Die naheliegendste Antwort dürfte sein, weil das Leben kein Stillstand ist und die Evolution wohl nie abgeschlossen sein wird. Natürlich würden wir uns wünschen alle klüger zu sein. Das bedeutet aber nicht, im Vergleich zu anderen Menschen eine Gleichheit zu haben. Es wird immer klügere und weniger klügere geben. Es sei denn, die Menschheit überlistet sich selbst und klont sich fortan nur noch in immer gleichen Klonen. Dann könnte die generelle Gleichnis schnell erreicht sein.

[ nachträglich editiert von Katatonia ]
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05.09.2013 06:39 Uhr von Katatonia
 
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@Trallala2

>>"es sind sogar Atheisten die beweisen, dass es stimmt."<<

Wer genau? Vielleicht sind es aber auch Agnostiker? Oder sie glauben an andere Götter?

>>"Denn etliche Atheisten, die eine Hass auf das Christentum haben"<<

Das Wort Hass ist immer schön geschrieben - es wertet so wunderbar. Dabei wäre das Wort Hass an anderer Stelle weit passender. Und komme mir jetzt bitte nicht mit dem typischen Begriff des Kommunismus. Zwischen einer Ideologie und dem bloßen "Gottlosen" sind liegen meilenweite Welten und bedingen auch nicht einander.

>>"ist nach unseren heutigen Vorstellungen"<<

Ich möchte das historisch nicht begrenzen.

>>"Sie nutzen die Bibel, obwohl sie Atheisten sind, zu ihren Gunsten"<<

Nun unterstellst du also Atheisten, dass sie die Bibel zu ihren Gunsten missbrauchen? Gewagt, gewagt. Und gelinde gesagt haltlos. Wer kommt dir da konkret in den Sinn?

In diesem Zusammenhang finde ich es übrigens immer witzig, wie Andere - insbesondere Gläubige - darüber befinden wollen und können, den Grad der Religiösität nach eigenem Gutdünken bestimmen zu können. Als könnten sie Gehirne auslesen. Und ich empfinde gerade, dass auch du diesen Grad beschreitest. Geht es um negative Beispiele, sind es gar keine Gläubigen gewesen, sondern nur Fanatiker, womöglich auch noch atheistisch, die den Glauben nur benutzt haben. Seltsamerweise musst du im gleichen Atemzug zugeben, dass man den Glauben auch wortwörtlich nehmen kann, aber ihn an ihn zu glauben. Die Möglichkeit einer strengen Auslegung und einem festen Glauben schließt du völlig aus. Passt eben nicht in dein Erklärungsmuster - nehme ich an.

Aber im Grunde will ich überhaupt nicht schwadronieren, sondern mich auf die Fakten besinnen. Und die belegen die Grausamkeit des christlichen Glaubens in großer Detailfülle. Da du besonders in deinem letzten Kommentar versucht hast, mich für unwissend zu verkaufen, kennst du dich diesbezüglich der entsprechenden Primärliteratur zu diesem Thema ja bestens aus, unterschätzt mich aber. Ich möchte hier nur ein wunderbares und mahnendes Beispiel für die Auswüchse der christlichen Religion benennen - Ante Pavelic. Stets und rührend gefördert und unterstützt durch den Vatikan. Leider ist die Wiki-Quelle zu den Auswüchsen sehr spartanisch. Nur so viel, die Auswüchse waren so derart grausam, dass selbst das Nazi-Regime und Hitler persönlich intervenierte.

Aber an weiteren historischen Quellen mangelt es beileibe nicht.

>>der normale Christ lebt christlich<<

Immer wieder eine beliebte Floskel und ich frage, was ist ein normaler Christ?

>>Das ist geschichtlicher Unsinn. Das klingt zwar schön, ist aber historisch nicht zu halten. Es waren stets die Menschen die zuerst religös waren. Erst dann kamen die Priester.<<

Was du nun selbst glaubst oder weißt, ich sehe das anders. Ich beschäftige mich nun schon jahrelang mit der Historie des Christentums und insbesondere mit der Catholica. Sonst hätte ich etwas anderes geschrieben. Deine Aussage, nur Priester seien Fanatiker, ist übrigens ebenso krude.
Das Ur-Christentum und die Urgemeinde bestand aus diversen fanatischen (mal mehr und mal weniger) Strömungen - zuvor standen sich die Führer der Gruppen um Petrus und Jakobus und um Paulus gegenüber -, wovon sich nur wenige in einem heute amüsant zu lesenden Kampfe durchsetzen konnte. Wobei wir da schon bei der Ur-Kirche sind, die daraus hervor ging. Dann kam auch ein gewisser Reformer namens Markion. Er war übrigens der Hauptverantwortliche für die Idee des NTs muss man wissen. Leider hatte der neue Zweig gegen die sich herausbildende katholische Kirche und seine vielen Kirchenschreiber kaum eine Chance und wurde dann später auch von der orthodoxen Kirche verdrängt.

>>" Ich denke du meist, dass die Schreiber beim Schreiben keine göttliche Lenkung und Inspiration hatten."<<

Nein. Das hatten einige der Verfasser sicherlich. In Teilen und nicht in Teilen. Inspiration und göttlicher Wahn können allerdings dennoch Fälschungen begünstigen. Ich bin hier auf Seiten der kritischen Forschung und die belegt für sich genommen klar die eklatanten Widersprüche, Veränderungen und Einschübe in der Entstehungsgeschichte des NTs und seiner Evangelien. Allein der Vergleich der Evangelien ist dabei interessant und erklärt auch etliche Veränderungen und Verbesserungen. Und auch das AT klafft voller Veränderungen, Einschübe und Verbesserungen bis weit ins 16. Jahrhundert.

...
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05.09.2013 06:40 Uhr von Katatonia
 
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@Trallala2

>>"Das was du und viele andere als Verfremdung und evtl. auch Fälschung ansehen"<<

Du scheinst nicht verstanden zu haben, was ich geschrieben hatte?! Wie kommst du dabei überhaupt auf das Judentum, wenn ich vom Johannesevangelium und dem NT schreibe? Schon seit den Theologen Bretschneider, Straß oder Baur 1820 wird Johannes überhaupt als Verfasser verneint. Frühestens um 100 entstanden, unterscheidet es sich von den drei synoptischen Evangelien prinzipiell. Es ist rein allegorisch aufzufassen, was die Aloger schon im 2. Jahrhundert erkannten. Wichtig im Gesamtfazit, es wurde erst durch Überarbeitung kirchenfähig gemacht. Und eine stetige Steigerung des Jesusbildes findet darin seinen vorläufigen Höhepunkt für die Catholica.

>>"Wenn du also der Meinung bist, dass da evtl. rein gemurkst wurde, dann ist das falsch."<<

Nein, du hast diesbezüglich nur einfach keine Ahnung hier zu. ;)

Aber mal Aphorismen vom Fach zu den Evangelien:

"...an der Historie nicht interessiert" Theologe Dibelius
"...weithin nur eine Anektdotensammlung" Thologe Werner
"Die Fälschungen beginnen in der neutestamentlichen Zeit und haben nie aufgehört" Nietzsche
"Alle Mängel, die ihnen bei Markus noch anhaften, sind beseitigt" Theologe Wagenmann
"... das selbstverständliche Ergebnis unbefangener Forschung, über das kein Historiker von wissenschaftlicher Ehrgefühl hinwegkann - es macht einfach Pein, die apologetischen Winkelzüge dem klaren Tatbestand gegenüber zu verfolgen" Theologe Hirsch zum Johannesevangelium und dem Apostel Johannes
"Widerspruch über Widerspruch" Theologe Heiler zu den evangelischen Auferstehungsberichten
"Der Originaltext verschwindet immer mehr; man bemerkt die immer zahlreiche werdenden verschiedenen Überlieferungen und versucht sie auszugleichen: Das Ergebnis ist ein Chaos."
Die Theologen Hoskyns und Davey
"Überall sind Gegensätze und Widersprüche... Die einen sagen: Gültig ist ´was in allen Kirchen gelesen wird´, die anderen: ´was von den Aposteln stammt´, die dritten unterscheiden sympathischen oder unsympathischen Lehrgehalt" Theologe Carl Schneider

Uns so weiter...

>>Dabei haben die meisten nicht verstanden, dass das Christentum eigentlich das NT ist.<<

Es ist wunderbar, wie du uns den "wahren" christlichen Glauben erklären möchtest. Pikanterweise wollen das viele. Besonders die Evangelikaner drüben überm Teich. Das Ganze ist dehnbar wie ein Kaugummi. Und da wären wir auch mitten beim Grundproblem. Je mehr du die Ebene des wörtlich nehmens verlässt, umso mehr lässt sich ein Glauben dehnen, interpretieren und nicht lenken. Kein Wunder, dass sich die katholische Kirche hier so prinzipientreu und starr gibt.

Nimm es mir nicht übel, aber du wirkst bei dieser Thematik auf mich mächtig ignorant und naiv.

>>Kreuzzüge? Nein.<<

Sehr wohl.

>>Hexenverbrennungen? Auch nicht.<<

Sehr wohl.

>>>Wird gerne der Kirche zugeschrieben, war aber eher eine Sache der weltlichen Gerichte.<<

Es gab zu der Hochzeit real keine weltlichen Gerichte. Als die Gerichte weltlich wurden - also die Aufklärung entschieden einsetzte, die Staatsreligionen zurück gedrängt werden konnten und sich die Aufklärung auch durch setzte und dadurch soziale Reformen möglich wurden, erst dann hörten auch entsprechende Prozesse auf. Die Ursprünge der Dämonisierung von Hexen sind rein religiös. Auch hier scheinst du über wenig Wissen zu verfügen.

>>Inquisition? War besser als ihr Ruf.<<

Sehe ich nicht so.

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