20.08.13 21:11 Uhr
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Ecuadors Präsident Correa plädiert für Verbot von gedruckten Zeitungen

Der Präsident Ecuadors, Rafael Correa, ist dafür, gedruckte Zeitungen aus dem Verkehr zu ziehen und nur noch online erscheinen zu lassen.

Dieser Vorschlag ist die Reaktion des Präsidenten auf Kritik, die seiner Entscheidung folgte, Ölbohrungen in einem Nationalpark vornehmen zu lassen. Einige Zeitungen gehören zu den Unterstützern einer Volksabstimmung gegen die Bohrungen.

Auf Twitter entlud Correa nun seinen Spott darüber. Das Abschaffen gedruckter Zeitungen, so der Präsident, würde die Wälder des Landes schließlich auch schonen. Er will eine mögliche Volksbefragung zu den Ölbohrungen mit dem Einstampfen von Printmedien verbinden.


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WebReporter: WolfGuest
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Präsident, Verbot, Rafael Correa
Quelle: www.spiegel.de

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11 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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20.08.2013 21:18 Uhr von Kanga
 
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verstehe ich das richtig...
er will eine abstimmung machen..ob die bohrungen und die zeitungen gleichzeitig zusammen verschwinden...??
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20.08.2013 22:04 Uhr von quade34
 
+2 | -1
 
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Bedrucktes Papier kann man schließlich nicht so schnell den Menschen entziehen, wie die Kommunikation über das Netz. Die haben gelernt, wie man dem Volk die Informationen entziehen kann.
In der DDR bekamen die Unliebsamen einfach kein Papier zugeteilt, so geht´s auch.

[ nachträglich editiert von quade34 ]
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20.08.2013 22:48 Uhr von Perisecor
 
+4 | -1
 
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@ Kanga

Nein, der angeblich so volksnahe, sozialistische und auf das Land bedachte Präsident hat die Bohrungen im Naturschutzgebiet bereits genehmigt.

Seine (ernstgemeinte) Antwort auf die Kritik durch die Medien ist nun, eben jene Medien de facto abzuschaffen. Die Verbreitung von Internet in Ecuador ist lächerlich niedrig, viele Dörfer haben nichtmal einen Computer und nur einen Fernseher...
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21.08.2013 11:01 Uhr von HateDept
 
+0 | -2
 
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nein nein, ... die Situation ist ganz anders als hier geschildert. Ein herrliches Beispiel dafür, dass Spiegel-Leser definitiv nicht mehr wissen können, weil der Spiegel zuviel Details weglässt.

Entscheidend ist eigentlich dieser Absatz in der Quelle: "In dem Nationalpark, in dem mehrere Indianerstämme leben, werden etwa 920 Millionen Barrel Öl und somit ein Fünftel der Rohölreserven des Landes vermutet. Die Unesco hatte den Naturpark 1989 zum Biosphärenreservat erklärt."

Hier fehlt die Information, dass Equador angeboten hatte, die Bodenschätze im Nationalpark nicht anzutasten, wenn die Weltgemeinschaft dem südamerikanischen Land im Gegenzug die Hälfte der ihm dadurch entgehenden Einnahmen ersetzen würde. Die Zahlungen der Industrienationen sollten durch den UN-Entwicklungsfonds verwaltet werden und sozialen sowie Umweltschutzprojekten in Ecuador zugute kommen. Verbal waren die Reaktionen auf diese von Ecuador 2007 vor der UN-Vollversammlung vorgestellte Idee international positiv. Ca. ein Zehntel der vereinbarten Summe ist bis dato zusammengekommen.

Entscheidend mitverantwortlich für das Scheitern dieses Vorhabens ist die BRD, insb. Dirk Niebel, da viele andere Länder auf eine Entscheidung Deutschlands warten, um auf deren Grundlage eigene Beschlüsse zu fassen.

"Das Scheitern des Projekts hatte sich bereits seit zwei Jahren abgezeichnet. Im Oktober 2011 etwa tönte Niebel in einem Interview: "Ich zahle nicht für Unterlassen." Vor allem hatte die Bundesregierung gefordert, es müsse sichergestellt werden, daß das Yasuni-ITT-Projekt nicht zu einem Präzedenzfall werde, daß also andere Länder ebenfalls die Industriestaaten für den Umweltschutz in Mithaftung nehmen könnten. Damit setzte sich die Regierung über einen im Juni 2008 von CDU/CSU, SPD und Grünen gemeinsam im Bundestag eingebrachten und verabschiedeten Antrag hinweg, in dem das Projekt ausdrücklich als "von besonderer Bedeutung für den Erhalt eines weltweit einmaligen Biosphärenreservates und für den Schutz der dort lebenden indigenen Völker" begrüßt und die Bundesregierung aufgefordert wurde, sich "finanziell zu beteiligen". Doch schon im November 2010 lehnte eine Bundestagsmehrheit aus CDU/CSU und FDP einen Antrag der Linksfraktion ab, im Haushalt 2011 Mittel für Yasuni-ITT einzuplanen."

[ nachträglich editiert von HateDept ]
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21.08.2013 11:28 Uhr von Perisecor
 
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@ HateDept

Warum sollen andere Länder dafür bezahlen, dass Ecuador seine Naturschutzgebiete nicht zerstört?


Die Bundesregierung hat hier richtig gehandelt. Man lässt sich nicht erpressen - weder von Terroristen, noch von anderen Staaten.
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21.08.2013 11:45 Uhr von HateDept
 
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"Warum sollen andere Länder dafür bezahlen, dass Ecuador seine Naturschutzgebiete nicht zerstört?"

Ecuador braucht finanzielle Mittel, um das Elend im Land zu bekämpfen. Ebenso wie andere Länder mit Rohstoffen, könnte Ecuador deshalb eben damit handeln ... quasi zugunsten der Menschenrechte aber auf Kosten der Natur. Darum "sollen" andere Länder nicht bezahlen - zuliebe dieses Nationalparks wäre dies aber notwendig.

"Die Bundesregierung hat hier richtig gehandelt. Man lässt sich nicht erpressen - weder von Terroristen, noch von anderen Staaten."

Nun gut - jedem seine Meinung. Allerdings kann von Erpressung doch bei Weitem nicht die Rede sein:

"Damit setzte sich die Regierung über einen im Juni 2008 von CDU/CSU, SPD und Grünen gemeinsam im Bundestag eingebrachten und verabschiedeten Antrag hinweg, in dem das Projekt ausdrücklich als "von besonderer Bedeutung für den Erhalt eines weltweit einmaligen Biosphärenreservates und für den Schutz der dort lebenden indigenen Völker" begrüßt und die Bundesregierung aufgefordert wurde, sich "finanziell zu beteiligen"."

Die Bundesregierung war doch damit einverstanden. CDU/CSU, SPD und Grüne haben offenbar sogar einen gemeinsamen Antrag eingebracht.

[ nachträglich editiert von HateDept ]
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21.08.2013 11:57 Uhr von HateDept
 
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sorry, ... die Bundesregierung war offenbar nicht einverstanden - deshalb hat sie sich ja über den Antrag hinweggesetzt.
Trotzdem kann nicht von Erpressung die Rede sein, wenn die Parteien einen Antrag einbringen!
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21.08.2013 12:01 Uhr von Perisecor
 
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@ HateDept

"Darum "sollen" andere Länder nicht bezahlen - zuliebe dieses Nationalparks wäre dies aber notwendig."

Achso. Deutschland bräuchte auch Mittel um das Elend im Land zu bekämpfen, hat aber nach Kalifornien die härtesten Umweltstandards der Welt eingeführt und vernichtet damit seine eigene Wirtschaft.

Sollten andere Staaten nun nicht auch für diese Selbstaufopferung zahlen?

Ecuador hat sich ganz alleine dafür entschieden, seine Rohstoffe auszubeuten. Und dafür müssen sie nun genauso die moralische Verantwortung übernehmen wie z.B. die USA, welche in Alaska Rohstoffe ausbeuten. Und diese nicht auf die bösen Industriestaaten schieben, die ihnen nicht einfach so Geld geben wollten.




" Allerdings kann von Erpressung doch bei Weitem nicht die Rede sein:"

Juristisch nicht, richtig, denn internationales Recht verbietet eine solche Androhung nicht.
Im deutschen Strafrecht sähe das anders aus ( http://dejure.org/... ):
"Wer einen Menschen rechtswidrig [..] mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung [...] nötigt und dadurch dem Vermögen des Genötigten..."

Das empfindliche Übel ist die Zerstörung der Natur, die Handlung ist die Ersatzzahlung von Geld und ein finanzieller Schaden tritt auch ein. Wie gesagt, international ist das Vorgehen Ecuadors de jure in Ordnung, aber mit Rechtsverständnis nach westlicher Auffassung hat das wenig zu tun.


"Die Bundesregierung war doch damit einverstanden. CDU/CSU, SPD und Grüne haben offenbar sogar einen gemeinsamen Antrag eingebracht."

Die Bundesregierung hat auch Geiseln aus dem Irak und Indonesien freigekauft. Das macht die Sache weder besser noch richtig.



Verstehe mich nicht falsch, ich fände auch gut, wenn Ecuador diese Bohrungen nicht durchführt. Aber bitte nicht auf Kosten anderer. Sieht Ecuador keine Alternative, dann müssen sie mit dem Gegenwind rechnen.

Hier in der News geht´s ja aber vor allem darum, dass Correa ein ziemlich bescheuerter Diktator ist und nicht um Blümchen. ;)
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21.08.2013 12:36 Uhr von HateDept
 
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In dieser News geht es darum, die Gelegenheit zu nutzen, Correa wie einen Diktator aussehen zu lassen, indem man bspw. Details in der Nachricht wegläßt, die erklären, warum wer wie reagiert.

Letztlich hat er beschlossen, 1% der Natur zu opfern. Die Alternative sei, entweder Yasuni völlig unangetastet zu lassen und keine Mittel für die Befriedigung der Bedürfnisse der Bevölkerung zu haben oder 99 Prozent des Yasuni intakt zu lassen und über rund 18 Milliarden Dollar – so die gegenüber 2007 deutlich höhere aktuelle Schätzung – zu verfügen, um das Elend zu besiegen.

Die Weltgemeinschaft war der Idee, Ecuador + Erhalt des Nationalparks zu unterstützen, noch 2007 positiv gegenüber eingestellt. Mir klingt das so, als hätte man hier frohjuchtzend versprochen, sich finanziell zu beteiligen - um später sagen zu können: "schau an - dieser Diktator zerstört einfach die Natur um Geld zu schäffeln. Ursprünglich wollte er und erpressen ..." - aber das ist natürlich hypothetisch ;o).
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21.08.2013 12:48 Uhr von Perisecor
 
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@ HateDept

Er will Printmedien in einem Land abschaffen, in dem es kaum andere Medien gibt.

Egal was die Gründe dafür sind - das ist indiskutabel und diktatorisch.
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21.08.2013 12:57 Uhr von HateDept
 
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nein, ... er will nicht die Printmedein abschaffen ... hinter dieser Aussage steckt im entsprechenden Kontext schlichtweg Sarkasmus. Die Interpretation bspw. des Spiegel dazu, ist mir natürlich klar.

"Egal was die Gründe dafür sind - das ist indiskutabel und diktatorisch." - ich bin mir sicher, dass Correa das genauso sieht wie Du.

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