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Neue EU-Pläne: Ist das Qualitätskennzeichen "Made in Germany" gefährdet?

Die Europäische Kommission plant eine Änderung der Kennzeichnungsregeln für Produkte. Zum Schutz des Verbrauchers soll auf allen Waren, außer Lebensmitteln, künftig das Herkunftsland stehen. Bislang war diese Information freiwillig. Die deutsche Wirtschaft ist skeptisch.

"Das Gütesiegel "Made in Germany" ist in ernsthafter Gefahr", glaubt Eric Schweitzer, Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Außenhandelsverbands-Präsident Anton Börner schließt sich der Meinung an. Auch er sieht das bewährte deutsche Qualitätskennzeichen gefährdet.

In einem konkreten Fall müsste eine Handtasche, deren Leder in Deutschland gegerbt und dessen Schnittmuster in Deutschland gefertigt wurden, aber in Tunesien geschneidert wurde, künftig mit "Made in Tunisia" beschriftet werden. Viele Produkte würden das Label "Made in Germany" verlieren.


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WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Politik
Schlagworte: EU, Produkt, Siegel, Herkunft
Quelle: www.welt.de

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16 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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08.08.2013 09:15 Uhr von no_trespassing
 
+34 | -0
 
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Also, ich bin zwar EU-Kritiker sondergleichen, aber hier kann ich keinen Nachteil erkennen. Die wirtschaftsnahe WELT bläst natürlich ins gleiche Horn wie die Lobbyisten der Wirtschaftsverbände.

Grundsätzlich ist es gut, wenn nur "Made in Germany" draufsteht, was auch hier gefertigt wurde.
Die Lobby hat nur Schiss, dass jetzt ein Porsche Cayenne aus Bratislava oder ein Playmobil-Set künftig das Siegel verlieren.
Die Wirtschaft lebt bislang gut von Made in China und dann wird umgelabelt.
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08.08.2013 09:21 Uhr von rubberduck09
 
+37 | -0
 
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Wenn das Ding in Tunesien gefertigt wurde dann hat da auch nicht Made in Germany draufzustehen. Eine längst überfällige Forderung der EU. Nur weil _TEILE_ davon aus Deutschland kommen das Siegel draufbäbben ist Beschiss. Am Ende kommt nur ein Knopf aus Deutschland und die Schreiben nur deshalb Made in Germany drauf. So sehr ich die EU für so diverse Vorschriften hasse - manche Initiative ist sinnvoll.
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08.08.2013 09:23 Uhr von spencinator78
 
+20 | -1
 
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Die Wirtschaft ist doch selbst Schuld. Weil sie den Hals nicht voll genug bekommen können wird billigst im Ausland produziert und dann verlogen "Made in Germany" drauf gepappt. Soll ruhig jeder sehen woher das Zeug wirklich kommt. Die deutschen Autobauer sind hier ein Paradebeispiel.
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08.08.2013 09:31 Uhr von Djerun
 
+13 | -0
 
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das finde ich gut
dann ist schluss mit dem geschummel
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08.08.2013 09:36 Uhr von brycer
 
+9 | -0
 
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@rubberduck09:
Oder es kommt nur das Gütesiegel "Made in Germany" aus Deutschland. ;-p
Obwohl... da würde es ja dann auch stimmen, wenn eben das Siegel in Deutschland hergestellt wurde. Es steht ja nirgends dass sich das auf das ganze Produkt bezieht. ;-P

Wenn die aber so argumentieren dass gewisse ´Grundelemente´ des Endprodukts aus ´Germnay´ kommen und es nur woanders zusammengesetzt wurde, dann müsste man aber auch bei vielen anderen Produkten, die zwar in Deutschland montiert werden, aber deren meiste Grundelemente aus der ganzen Welt stammen, das Label ´Made in Germany´ entfernen. z.B. bei High-Tech-Produkten, die zwar bei uns Endmontiert werden (Drei Schrauben zum Verbinden und dann Gehäuse drauf ;-P), aber der größte Teil des Produktes ja ´Made in China´ oder ´Made in Taiwan´ ist.
Aber da wollen die Hersteller natürlich dass ´Made in Germany´ drauf stehen bleibt, obwohl das ja auch nicht stimmt.
Andererseits müsste ja jeder nur einigermaßen aufgeklärte Kunde wissen dass das mit dem ´Made in Germany´ längst nicht mehr so die Aussagekraft hat als vor 50 Jahren. ;-)
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08.08.2013 09:45 Uhr von Klassenfeind
 
+8 | -2
 
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Gibt es denn überhaupt noch Produkte, welche nur in Deutschland gefertigt wurden ??

Wenn es diese noch gibt, haben sie dieses Label verdient, sonst wo Konzerne alle möglichen Teile im steuer-günstigen Ausland herstellen und bearbeiten lassen, wüste ich nicht,wieso das dann noch Made in Germany heißen sollte...

[ nachträglich editiert von Klassenfeind ]
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08.08.2013 09:52 Uhr von aminosaeure
 
+11 | -0
 
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Made in Germany war eine Erfindung der Briten im 19. Jahrhundert um sich vor billigen Kopien aus Deutschland zu schützen.
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08.08.2013 10:19 Uhr von DerMaus
 
+7 | -0
 
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Wenn was nicht made in germany ist, dann soll das da verdammtnochmal auch nicht draufstehen.
Dreiste Penner von der Industrie!
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08.08.2013 10:45 Uhr von ThomasHambrecht
 
+4 | -8
 
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Ich möchte den Ersten von euch sehen, der dann auch "deutsche" Produkte kauft.
Jemand der freiwillig 2500.- Euro für ein "echt deutsches" TV-Gerät zahlt, das man auch von Samsung für 700.- haben könnte.

Ach ja - die Firmen die richtig "Made in Germany" gebaut haben gingen ja alle pleite, weil die Leute lieber Taiwan-Produkte kaufen.
Also bitte nicht scheinheilig auf die Industrie schimpfen. ihr wollt alle gut bezahlt werden - aber die deutschen Produkte sind euch dann zu teuer.
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08.08.2013 11:23 Uhr von