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Italien: Opferangehörige fordern Entschuldigung von Alt-Nazi Erich Priebke

Einer der letzten noch lebenden Kriegsverbrecher des zweiten Weltkriegs wird am kommenden Montag 100 Jahre alt: Erich Priebke. Die Angehörigen seiner Opfer fordern nun, dass er endlich öffentlich zu seiner Schuld steht.

Die Opferangehörigen werden von Anwalt Sebastiano Di Lascio vertreten. Er sagt, dass man hoffe, dass Priebke sich wenigstens zum 100. Geburtstag entschuldige. Priebke hat nie abgestritten, Kriegsverbrechen begangen zu haben.

Außerdem regen sich die Opferangehörigen sehr darüber auf, dass Priebke - trotz Verurteilung und Hausarrest - so viele Freiheiten genießen dürfe, wie zum Beispiel Spaziergänge im Park, Restaurantbesuche mit Freunden oder Ausflüge mit dem Roller.


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WebReporter: Sijamboi
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Italien, Nazi, Forderung, Entschuldigung, Erich Priebke
Quelle: newsinfo.inquirer.net

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3 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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24.07.2013 18:51 Uhr von Bewerter
 
+6 | -10
 
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Der alte Sack sollte seine restliche Lebenszeit in einem dunklen Keller verbringen müssen.
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25.07.2013 01:50 Uhr von ElChefo
 
+3 | -0
 
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Interessanter Fall.

Interessant deshalb, weil Priebke in seiner Dienststellung als SS-Hauptsturmführer in den ardeatinischen Höhlen für die "Verwaltung" der Opfer - also die Kontrolle über die Erschossenen und noch zu Erschiessenden -verantwortlich war. Billig ausgedrückt, er hat Listen abgehakt. Das Urteil fiel nur deshalb verhältnismässig hoch aus, weil man froh war, seiner überhaupt noch habhaft geworden zu sein.

Sein Compadre, der SS-Hauptsturmführer Carl-Theodor Schütz, der das Erschiessungskommando selbst befehligt hat, wurde als Mitläufer eingestuft und war für seine Taten nicht einen einzigen Tag irgendwelchen Unannehmlichkeiten ausgesetzt.
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26.07.2013 02:24 Uhr von ElChefo
 
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Sijamboi

Die Nominierung der Opfer nach Anforderung durch die SS geschah durch den - faschistischen, italienischen - Polizeichef von Rom.

Für die "Bestellung" war SS-Obersturmbannführer Herbert Kappler zuständig (wofür er auch später verurteilt wurde, inklusive dem "Überhang" von fünf). Priebke war im Endeffekt derjenige, der an den SD meldete, das 5 Geiseln zuviel "geliefert" wurden.

Nicht falsch verstehen, ich habe für sowas keine Sympatien. Allerdings sehe ich bei Priebke kein "persönliches" Motiv (ehrlich gesagt, es muss nicht persönlich sein, um verachtenswert zu werden). Es ist letztlich auch egal, er war dabei, er war beteiligt. Reicht aus.
Es besteht aber faktisch ein Missverhältnis zwischen "dabei sein" und "Peloton kommandieren".

Kurioserweise haben die Italiener Priebke sogar erst einmal freigesprochen und erst nach Protesten die Sache wieder augenommen. Persönlich wurden ihm zwei Morde angelastet - wie du korrekt sagst - , von denen er aber in beiden Fällen freigesprochen wurde.
Im weiteren Prozess wurde genau aus den fünf "zusätzlichen" Geiseln ein Fall gemacht, da er für die Verwaltung der Listen zuständig war und es deshalb seine Alleinschuld wäre, das sie auch erschossen wurden.

Das wirklich kuriuose an dieser Rechtsprechung ist, das nach Abschluss aller Maßnahmen die Lesart im Raum steht, das die Geiselerschiessung bei einer Ratio von 1:10 akzeptabel sei, die fünf zusätzlichen Opfer dem ganzen jedoch erst den "Geruch" von Kriegsverbrechen geben würden.

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