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Ex-NSA-Chef Michael Hayden bestätigt Offenheit gegenüber Freunden bei Ausspäh-Aktionen

Die Bundesregierung hat sich offiziell über die Schnüffelaktion der USA empört gezeigt. Allerdings ist noch nicht klar, was die deutschen Geheimdienste von den Ausspäh-Aktionen der NSA wusste. Offenbar wussten diese aber mehr als bisher gedacht.

Hört man Äußerungen des ehemaligen Chefs des US-Geheimdienstes NSA, Michael Hayden, so seien die deutschen Dienste lange in die Spähaktionen der NSA eingebunden gewesen. "Wir waren sehr offen zu unseren Freunden"", so Hayden.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sei die Zusammenarbeit intensiviert worden, so Hayden weiter. Außerdem habe die NSA deutlich gemacht, was getan werden soll. Zuletzt war bekannt geworden, dass deutsche Dienste die NSA-Software XKeyscore genutzt hatten, ShortNews hatte berichtet.


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WebReporter: Borgir
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Chef, Überwachung, NSA, Offenheit, Michael Hayden
Quelle: www.handelsblatt.com

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6 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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21.07.2013 21:45 Uhr von Perisecor
 
+2 | -4
 
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Nicht überraschend, hatte ich schon in der allerersten PRISM-News hier auf SN geschrieben.

Aber gut, damals wollte man das ja in Deutschland alles nicht wahrhaben. Denn "die Amis" sind "die Bösen" und "die Deutschen" sind "die Guten".
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21.07.2013 22:15 Uhr von Shoiin
 
+4 | -0
 
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@Perisecor und alle anderen:

"PRISM ist ganz offenkundig als das Super-Informations-System der NSA zu verstehen, in das die NSA selber, alle anderen US-Aufklärungsdienste und alle verbündeten Staaten (aktiv oder passiv und durch Zurverfügungsstellung von Software) Flüsse von Informationen einspeisen. Wie in einem Prisma (engl. prism) bündelt dieses System alle verfügbaren Informationen der weltweiten Kommunikation und stellt es der Analyse und Vorhersage der NSA zur Verfügung.

Für ihre Handlangerdienste erhalten die Verbündeten „ausgewählte“ sicherheitsrelevante Informationen von der NSA/den USA zurück. Den Verbündeten wurde eingetrichtert, dass sie ohne diesen „Schutz“ dem globalen „Terrorismus“ hilflos ausgeliefert sind. Möglicherweise wird das System den „Partnern“ auch offen (auf Regierungsebene) mit dem Kampf gegen wirtschaftliche Bedrohungen und mit der Aussicht auf mögliche globale Wettbewerbsvorteile verkauft.

Nach allem, was von Regierungsmitgliedern bisher dazu zu hören war, ist zu vermuten, dass die deutsche Regierung diese Begründungen tatsächlich glauben. Und es ist mit diesem Tag an davon auszugehen, dass sie diese Abhängigkeit von den USA und die damit verbundene Aufgabe der informationellen Selbstbestimmung der eigenen Bürger tatsächlich in Kauf nehmen, weil für sie der „Zweck die Mittel heiligt“.

Ist den Regierungspolitikern wirklich noch nie in den Sinn gekommen, dass es den USA global um etwas ganz anderes gehen könnte? Wettbewerb (und damit ist jede Form von Wettbewerb gemeint) findet auf globaler Ebene nicht physisch statt, sondern psychisch. Kontrolle über die reale Welt hat der, der alles weiß.

Mit einer Übermacht an Information lassen sich alle Zielgruppen beeinflussen – Feind wie Freund, Staaten, Märkte, Personengruppen, Medien, Firmen, Einzelpersonen. Die Daten von PRISM werden für die Kommunikation an den Partner immer „situationsangepasst“ ausgesucht. Erfinden, Verschweigen und Über- und Unterbetonen von Information ist pure Kontrolle.

PRISM ist der Versuch, alle Informationen der weltweiten Kommunikation auf einer digitalen Ebene zu erfassen, zusammenzuführen, die Beziehungen zwischen allen Informationen systematisch zu analysieren und genaue Vorhersagen für die reale Welt zu treffen. Es ist damit das mit Abstand wichtigste Macht-Instrument der USA - und die NSA der mit Abstand mächtigste Zusammenschluss von Menschen auf dieser Erde.

Was für eine Haltung möchte Deutschland dazu einnehmen?"

Zitat: http://forum.spiegel.de/...
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21.07.2013 22:46 Uhr von Perisecor
 
+1 | -6
 
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@ Shoiin

Der Text von dir ist inhaltlich falsch.

PRISM ist ein Projektname mit spezifischen Zielen und Verfahren. Die Verfahren sind META-Daten, welche bei großen Internet-Anbietern abgegriffen werden. Das Ziel ist primär die Terrorismusbekämpfung.

Für die Spionage gegen Staaten, die vieldiskutierte Wirtschaftsspionage oder auch die Crypto-Abteilungen gibt es wieder andere Projekte. Sicher sind diese Projekte untereinander vernetzt, aber PRISM ist kein Hauptsystem, in welchem alles gebündelt wird. Schon alleine die Datenbanken, welche PRISM speist und liest, tragen andere Namen, die dem Projekt PRISM nicht untergeordnet sind.


Die Schlussfolgerungen und Annahmen des Autors sind also, ich sag das mal ganz salopp, Grütze. Zumindest bezogen auf PRISM.
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21.07.2013 23:59 Uhr von Perisecor
 
+1 | -5
 
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@ franz.g

Mit PRISM schon. Aber der kurze Text von mir scheint dich ja mal wieder zu überfordern.
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22.07.2013 11:53 Uhr von Shoiin
 
+2 | -0
 
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@ Perisecor
Was genau die USA offiziell unter der Bezeichnung PRISM verstehen ist natürlich nicht bekannt. Jedoch schmälert dies nicht den Erkenntnisgewinn der vergangenen Wochen. Inhaltlich wäre vielleicht lediglich die Benennung zu bemängeln, aber das ist Korinthenkackerei auf einem wirklich jämmerlichen Niveau. Es ändert nichts an den Tatsachen.
Klar, Terrorismusbekämpfung ist das große noble Ziel auf dem Papier, die Realität sieht nur leider ein wenig anders aus: Die globale Macht über die Informationen, darum geht es. Wir machen uns dabei zum Handlanger der NSA und bekommen dafür einige ausgewählte Daten, aber mit Sicherheit nicht die wirklich wichtigen Meta-Daten, die durch komplexe Algorithmen analyisiert und aufbereitet werden. Das System ist auf die Zukunft ausgerichtet und dient letztendlich der Vorherrschaft der USA durch Kontrolle und Beeinflussung, sowohl im privaten, als auch ökonomischen und militärischen Bereich.
-> http://www.faz.net/...

Zur Bedeutung von Meta-Daten auch nochmal für dich: Diese sind zum Teil wichtiger als Inhalte, aber das weißt du natürlich alles, spielst es lediglich herunter :)

Fank Schirrmacher bei Beckmann vor einigen Tagen:
"Metadaten bedeuten nichts anderes, in der Weise wie wir das jetzt erfahren haben, als eine Landkarte sämtlicher sozialen Beziehungen einer Gesellschaft. Das heißt nicht nur wer mit wem, sondern auch: Wer ist im Zentrum? Von wo kommen Ideen? Wo ist ein Zentrum von Aktivität? Es stand unlängst zu lesen und das ist sehr richtig: Metadaten eines Chefs eines Dax-Unternehmens oder von General Electric, reichen aus, um an der Börse gute Gewinne zu machen. Weil Sie erkennen können aus den Metadaten, wo dieser Mensch sich bewegt hat, mit wem er kommuniziert hat, wo seine Pattern, seine Muster sich ändern. Das heißt, die Behauptung, Metadaten seien irgendetwas harmloses, ist nichts anderes, als eine… ich würde so weit gehen, es fast als eine Form von Betrug an der Öffentlichkeit."

[ nachträglich editiert von Shoiin ]
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22.07.2013 18:55 Uhr von Perisecor
 
+0 | -1
 
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@ Shoiin

"Klar, Terrorismusbekämpfung ist das große noble Ziel auf dem Papier, die Realität sieht nur leider ein wenig anders aus..."

Ich habe an anderer Stelle schon ausgeführt weshalb PRISM problemlos ein tatsächliches Anti-Terror-Programm sein kann und wohl auch ist. Dass die NSA weitere Programme unterhält, die andere Ziele verfolgen, dürfte aber ebenso klar sein.



"Wir machen uns dabei zum Handlanger der NSA und bekommen dafür einige ausgewählte Daten, aber mit Sicherheit nicht die wirklich wichtigen Meta-Daten, die durch komplexe Algorithmen analyisiert und aufbereitet werden."

Und das weißt du, weil du seit Jahrzehnten mit Nachrichtendiensten zu tun hast und lange Zeit Abteilungsleiter beim BND warst?

Oder vermutest du das, weil du bis vor 4 Wochen noch nie etwas von der NSA gehört hast und jetzt den deutschen Wikipedia-Artikel kennst?

Dein FAZ-Link, so gerne ich die FAZ auch mag, beinhaltet ebenfalls ein paar Fehler. Ich kann (und darf) nicht auf jeden Punkt eingehen, aber alleine die Frage, ob die NSA nicht dieses oder jenes Ziel verfolgt zeigt, wie wenig der Autor sich mit nachrichtendienstlichen Tätigkeiten auskennt.


Natürlich hat die NSA als US-amerikanischer Nachrichtendienst primär das Ziel, den USA Vorteile zu verschaffen. Dass das überhaupt diskutiert wird, halte ich für lächerlich, denn welches Ziel sollte denn sonst verfolgt werden?


"Zur Bedeutung von Meta-Daten auch nochmal für dich: Diese sind zum Teil wichtiger als Inhalte, aber das weißt du natürlich alles, spielst es lediglich herunter :)"

Für Wirtschaftsspionage in aller Regel aber eben nicht.

Schirrmacher kann aber gerne mal darlegen, wer genau Zugriff auf diese Daten hat und damit Gewinne realisiert. Offensichtlich scheint Schirrmacher, wie viele andere auch, zu glauben, es gäbe irgendwo einen lustigen NSA-Supercomputer, auf dem sich Hinz und Kunz mal eben fix Daten besorgen könnten.

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