12.07.13 09:31 Uhr
 2.914
 

Saudi-Arabien erwägt Panzerdeal platzen zu lassen

Die Araber verlieren langsam die Geduld. Der geplante milliardenschwere Auftrag für die Leopard 2 Kampfpanzer droht wegen zu großen Verzögerungen zu scheitern. Verhandlungen mit dem US-Konzern General Dynamics laufen schon. 270 Leopard-Kampfpanzer hatte das Königreich am Golf gefordert.

Fünf Milliarden Euro hätten für Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) dabei rausspringen können. Auf die Voranfrage an Berlin, den Deal zu genehmigen, wartet KMW schon über zwei Jahre. Gewinner bei dem Megadeal wird wahrscheinlich General Dynamics, die ihre M1-Panzer früher liefern könnten. Ein Abschluss scheint hier nämlich schon in Sicht.

Außerdem zweifeln die Saudis mittlerweile, ob der Mittelständler KMW dazu in der Lage ist, den Deal abzuwickeln. Der Jahresumsatz von KMW liegt bei 936 Millionen Euro, der von General Dynamics liegt mit 24,5 Milliarden Euro vielfach darüber.


Videoplayer auf dieser Seite ausblenden
WebReporter: Tamerlan
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Kauf, Saudi-Arabien, Panzer, Scheitern, Milliardenauftrag
Quelle: www.handelsblatt.com

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

"Football Leaks" deckt zweifelhaftes Geschäftsgebaren im Profi-Fußball auf
Chipanlagebauer Aixtron: Obama blockiert Übernahme durch chinesischen Investor
Bundestag verabschiedet Kindergeld-Erhöhung um zwei Euro

Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben

21 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

Kommentar ansehen
12.07.2013 09:34 Uhr von NoPq
 
+27 | -24
 
ANZEIGEN
Und Deutschland sollte dem Deal nicht eine Sekunde hinterher trauern.
In Länder wie Saudi-Arabien liefert man schlichtweg keine Kampfpanzer, egal wie "stabilisierend dieses Land in der Region wirkt" (lol).
Kommentar ansehen
12.07.2013 09:36 Uhr von Mankind3
 
+1 | -1
 
ANZEIGEN
"Deutschland gegen den Megadeal wird wahrscheinlich General Dynamics, die ihre M1-Panzer früher liefern könnten. "

Hast du da ein Wort vergessen Tamerlan? Der Satz ergibt so für mich irgendwie keinen Sinn.

EDIT. ah da is es auch schon geändert. so ergibt das auch Sinn.

[ nachträglich editiert von Mankind3 ]
Kommentar ansehen
12.07.2013 09:37 Uhr von Tamerlan
 
+3 | -6
 
ANZEIGEN
Für mich auch nicht, weil ich das so nicht geschrieben habe. Habe entsprechende Stelle schon gemeldet. :)

Soll wohl "Gewinner bei dem Megadeal wird wahrscheinlich General Dynamics..." heißen.

[ nachträglich editiert von Tamerlan ]
Kommentar ansehen
12.07.2013 10:14 Uhr von Kanga
 
+20 | -3
 
ANZEIGEN
wenn wir nicht liefern..dann tuts n anderer..
aber wir verlieren die kohle..also..schnell liefern..

moralisch gesehen isset natürlich was anderes...aber....da brauchen unsere politiker doch keine angst zu haben..die haben sowas doch nicht...
Kommentar ansehen
12.07.2013 11:07 Uhr von Ah.Ess
 
+3 | -2
 
ANZEIGEN
Dann baut aber bitte nen Sender ein, damit man die Panzer lahm legen kann. Nicht, dass unsere tolle "Volksvertretung" mal wieder auf die Idee kommt da unten bei nem Krieg mitzumischen und wir dann mit unseren eigenen Panzern beschossen werden!
Allgemein sollte man keine neuste Hochtechnologie ins Ausland verkaufen. Reicht doch, wenn die die Generation davor bekommen.
Kommentar ansehen
12.07.2013 11:11 Uhr von muhkuh27
 
+3 | -2
 
ANZEIGEN
Apropos Israel, wir können diese ja jetzt verschenken :) Sponsorde by Steuerzahler
Kommentar ansehen
12.07.2013 11:14 Uhr von ghostinside
 
+2 | -6
 
ANZEIGEN
Ist schon bemerkenswert sich von Terrorstaaten bevormunden zu lassen, aber so ist eben, wenn man mit denen verhandelt...

"wenn wir nicht liefern..dann tuts n anderer..
aber wir verlieren die kohle..also..schnell liefern.."

Wenn ich das lese, krieg ich das kotzen. Warum schreibt man nicht gleich: "Ein Glück waren es unsere Waffen, mit den russischen hätte er die Demonstranten nur schwerverletzt"

[ nachträglich editiert von ghostinside ]
Kommentar ansehen
12.07.2013 11:28 Uhr von NoPq
 
+3 | -2
 
ANZEIGEN
@Kanga
" wenn wir nicht liefern..dann tuts n anderer..
aber wir verlieren die kohle..also..schnell liefern.."

Diese Argumentation ist meines Erachtens mehr als falsch. Sogar ziemlich gefährlich eigentlich.

Bei Banken (Abzocke beim Kunden, Spekulation auf Nahrungsmittel usw.) ist das Geheule immer groß, aber die gehen nach dem selben Prinzip vor. "Wenn wir kein Geld damit machen, dann die anderen, deswegen machen wir jetzt Geld damit"

Halte ich für absolut falsch... diese Denke ist Kapitalismus ohne jegliche Moral und ich finde im 21. Jahrhundert sollten wir zumindest in Deutschland fortschrittlich genug sein, Moral in unsere Entscheidungen mit einzubeziehen.

Sonst könnten wir ja wieder Giftgas, Minen, Streubomben und die ganzen schönen Dinge in alle Länder der Welt verscherbeln, weil: Geld
Kommentar ansehen
12.07.2013 11:36 Uhr von Tamerlan
 
+2 | -5
 
ANZEIGEN
Unabhängig davon, das Deutschland den Deal nicht genehmigen sollte, ist die Firma KMW wahrscheinlich sowieso nicht in der Lage den Auftrag zu bewältigen.

Zu einer so großen Lieferung an Kriegsgerät, gehört auch die Aufgabe dazu, entsprechendem "Service" nachzukommen. Dazu gehören so Kleinigkeiten wie die Ausbildung vom Personal und aufbauen einer Infrastruktur um die Geräte zu warten. Die Amis haben dort ihre Militärlager, da werden sie den Jungs von General Dynamics bestimmt zur Hilfe kommen.
Deutschland sollte einfach ein klares "Nein!" aussprechen und schon stehen wir als moralische Sieger da. :)
Kommentar ansehen
12.07.2013 12:20 Uhr von Willnixarbeiten
 
+3 | -4
 
ANZEIGEN
Keine Waffenlieferung an Muslime! Die dienen nur irgendwann dazu uns Christen umzubringen!
Kommentar ansehen
12.07.2013 12:56 Uhr von ElChefo
 
+6 | -1
 
ANZEIGEN
Zweifelhafte Praxis...

...da haben also die entsprechenden Oppositionsgruppen über das Zeitspiel am Genehmigungsverfahren vorbei erfolgreich einen Großauftrag vernichtet. Scheint neben Meckerei, Auto putzen und Schrebergärten ein neuer deutscher Volkssport zu sein. Aber nein. Sichere Arbeitsplätze gehören nicht zu den deutschen Wirtschaftsinteressen.

...und zu was Krauss-Maffei Wegmann in der Lage ist, sieht man bei der mittlerweile jahrzehntelang etablierten Logistikkette zu ungefähr einem Dutzend Armeen. Diese "Mittelstandsfirma" begleitet auch alle ihre Produkte in Afghanistan, die LeoBen unterhalten genug Stützpunkte zur Schulung von Personal. Die Ausbildung hätte ähnlich aufgebaut werden können wie bei der PzH2000 mit Schülerentsendungen und -austauschen an die Panzertruppenschule in Munster bzw. TSL in Aachen, wodurch als nettem Nebeneffekt auch ein gewisser Einfluss auf die entsendende Armee geübt werden kann (Stichwort Innere Führung).

Aber lieber bedient man sich der üblichen Empörungsrhetorik-Reflexe: Panzer -> Waffen -> böse -> (...)

Verschenkte Chance. Danke deutsche Politik.

[ nachträglich editiert von ElChefo ]
Kommentar ansehen
12.07.2013 13:01 Uhr von ms1889
 
+2 | -4
 
ANZEIGEN
gut so!
die sind eh nicht demokratisch und rechtstaatlich dort!
Kommentar ansehen
12.07.2013 22:15 Uhr von Dracultepes
 
+1 | -2
 
ANZEIGEN
Liefern!
Kommentar ansehen
13.07.2013 07:38 Uhr von TeKILLA100101
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
@ ElChefo

zum Blumen pflanzen werde Panzer jedenfalls nicht genutzt...

wenn du drauf stehst, dass dir die kugeln um die Ohren fliegen, kann man dir ja gewisse Reiseziele empfehlen.
Kommentar ansehen
13.07.2013 19:37 Uhr von ElChefo
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
TeKILLA

Nö, habe ich auch nicht behauptet.

Frieden schafft man aber auch nicht, indem man versucht, solche Deals ständig zu torpedieren. Frieden schafft man nur, indem man auf die Politik selbst Einfluss nimmt, etwa, indem man ein Grundverständnis schafft, das solche Staaten von sich aus drauf kommen, ihre Waffen nicht gegen Demonstranten einzusetzen.

...und wenn man den Blick mal abseits aller (pazifistischen) Ideologie auf die Realität richtet, stellt man fest, das mit Kampfpanzern recht wenig Menschenrechtsverletzungen begangen werden - erst recht in den letzten 10-15 Jahren. Viel schlimmer sieht es mit kleinerem, unspektakulären Werkzeug aus, das kaum jemand bemängelt: Tränengas, Knüppel, Wasserwerfer, geheimdiestliche domestische Überwachung und willkürliche Verhaftungen. DA sollte man den Hebel ansetzen - und braucht nicht mal deutsche Arbeitsplätze zu gefährden wegen einer "Meinung".

Was meine Präferenz für bleihaltige Luft angeht...
....been there, done that. Hat gereicht.
Kommentar ansehen
14.07.2013 07:32 Uhr von TeKILLA100101
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
@ ElChefo

es geht ja nicht darum, dass dadurch frieden geschaffen wird. wobei ich denke, wenn das überall so gehandhabt wird, kommen wir dem ganzen auch ein stück näher.

waffen werden nicht nur gegen demonstranten eingesetzt, sondern kommen, ob du es glauben magst oder nicht, im krieg zum einsatz...

ich bin kein pazifist, ich wusste, dass das kommen wird, aber ich bin keiner, ich habe selber gedient und bin der meinung, dass wir unsere technologie und damit unsere waffen und waffensysteme für uns behalten sollten und nicht anderen verkaufen sollten, um damit geld zu scheffeln.

du meinst du kannst hier das thema verändern und aus nem panzerdeal ein "wir sind gegen knüppel und tränengas, damit wir mehr randalieren, tschuldigung, demonstrieren können"
Kommentar ansehen
14.07.2013 13:37 Uhr von ElChefo
 
+1 | -1
 
ANZEIGEN
TeKILLA

"wenn das überall so gehandhabt wird, kommen wir dem ganzen auch ein stück näher."

Dazu müsste aber erstmal "die Welt" - oder auch nur "die spezifisch wichtigen" Staaten - an einem Strang ziehen. Das wird nie passieren. Von daher sehe ich es als wichtiger an, zwar aussenpolitisch auf bessere Verhältnisse hin zu wirken, aber deutlich im Vordergrund die nationalen Interessen zu vertreten. Zum inneren Frieden und gesellschaftlicher Ordnung gehören nun mal auch Arbeitsplätze. Die sollte man nicht derart willfährig gegen Ideologie tauschen. Von einem guten Gewissen wird man nicht satt. Klingt zynisch, ist aber so.

"waffen werden nicht nur gegen demonstranten eingesetzt, sondern kommen, ob du es glauben magst oder nicht, im krieg zum einsatz..."

Es geht aber bei dem Deal nun mal nicht darum, eine Armee auszurüsten, die auf dem Weg in den nächsten Krieg ist. Die Kritik bezieht sich auf Menschenrechtsverletzung, speziell Unterdrückung von Protesten und Unruhen.

"ich bin kein pazifist, ich wusste, dass das kommen wird,"

Die "pazifistische Ideologie" war nicht direkt auf dich sondern auf die Enscheider, die gegen den Export waren, bezogen. Um dir das zu "unterstellen" reicht mein "Wissen" über dich nun wirklich nicht aus ;-)

"dass wir unsere technologie und damit unsere waffen und waffensysteme für uns behalten sollten und nicht anderen verkaufen sollten, um damit geld zu scheffeln."

Idealerweise sehe ich das genauso. Dummer- bzw. realistischerweise kann allerdings kein Rüstungs(groß-)unternehmen mit nur einem Kunden überleben. Das gilt umso mehr, wenn es um Großgerät wie KPz, SPz und Haubitzen geht. KMW zeigt zwar mit der HIL, das es gute (nationale) Ansätze gibt, aber davon allein wird so ein Unternehmen auch nicht "satt".

"du meinst du kannst hier das thema verändern und aus nem panzerdeal ein "wir sind gegen knüppel und tränengas, damit wir mehr randalieren, tschuldigung, demonstrieren können" "

Da verstehst du mich falsch. Darauf wollte ich nicht hinaus. Wenn Demonstrationen aus dem Ruder laufen und in Randale münden, muss der Staat natürlich zum Eingreifen befähigt sein. Diese Eingriffe setzen allerdings nicht den Besitz moderner Kampfpanzer vorraus.

Es geht mir darum, das allzugerne gegen spektakuläre Dinge protestiert wird - wie diesen Export -, wobei aber die wirklich wichtigen Dinge ins Hintertreffen geraten, die wirklich Wirkung zeigen, sowohl im Guten als auch im Schlechten.

Als positives Beispiel sei da mal die international äusserst beliebte Ausbildung an deutschen Truppenschulen genannt. Dort werden neben den militärischen Basics auch Führungsgrundsätze vermittelt, die zu unmittelbarer Verbesserung der "Demokratiefähigkeit" anderer Armeen führen.
...im negativen: Wer schaut schon hin, welche Unternehmen CRC-Ausrüstung an welche Staaten liefern? Naja, wieso auch, die unterliegen ja grösstenteils keinen Exportbeschränkungen oder -genehmigungspflichten.

[ nachträglich editiert von ElChefo ]
Kommentar ansehen
14.07.2013 19:02 Uhr von TeKILLA100101
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
ok bringen wir das ganze auf ein höheres niveau, findet man hier selten :)

"Dazu müsste aber erstmal "die Welt" - oder auch nur "die spezifisch wichtigen" Staaten - an einem Strang ziehen. Das wird nie passieren. Von daher sehe ich es als wichtiger an, zwar aussenpolitisch auf bessere Verhältnisse hin zu wirken, aber deutlich im Vordergrund die nationalen Interessen zu vertreten."

Du hast recht, wenn du sagst, dass alle erstmal an einem Strang ziehen müssen. Dass das nie passieren wird, liegt eventuell aber auch daran, dass niemand den Anfang macht und aufzeigt, wie es auch anders gehen kann. Wenn immer nur argumentiert wird "wenn wir es nicht machen, machen es eben andere" wird sich die welt niemals verändern.
Die nationalen Interessen sollten nicht darin bestehen, Waffen zu exportieren, in egal welches Land. Unser nationales Interesse sollte darin bestehen, dass es uns und unseren Freunden in der Welt gut geht. Dieses "Freunde" allein schon zu definieren bedarf einiger Zeit denke ich.

"Es geht aber bei dem Deal nun mal nicht darum, eine Armee auszurüsten, die auf dem Weg in den nächsten Krieg ist. Die Kritik bezieht sich auf Menschenrechtsverletzung, speziell Unterdrückung von Protesten und Unruhen."

Wenn du Panzer erst einmal dort sind, haben wir doch keinen Einfluss mehr darauf was die damit machen oder? Im Gegenteil, wir bilden die noch perfekt im Umgang damit aus (was wohl als Service durchgeht).
Wozu werden die Panzer denn dort sonst benötigt? Bitte, du kannst doch nicht allen Ernstes glauben, dass die damit nur rumfahren wollen, im eigenen Land, um Demonstranten einzuschüchtern.

" Das gilt umso mehr, wenn es um Großgerät wie KPz, SPz und Haubitzen geht. KMW zeigt zwar mit der HIL, das es gute (nationale) Ansätze gibt, aber davon allein wird so ein Unternehmen auch nicht "satt"."

Dann müssen sich diese Unternehmen eben auf andere Sachen konzentrieren und nicht nur auf Kriegsgerät. Bisschen diversifizieren dann hat man auch noch ein zweites Standbein und die Mitarbeiter gehen vielleicht auch mal nachhause und haben (das ist nur eine Vermutung von mir) kein schlechtes Gewissen, weil sie etwas bauen, was zum Töten gedacht ist.

Wenn ein Unternehmen dann nicht überlebt, Pech, Gesetz des Marktes (mehr oder weniger, wenn der Markt eingeschränkt wird). Ich finde, wir dürfen auf gar keinen Fall, nur um Arbeitsplätze vermeindlich zu sichern, solches Kriegsgerät ins Ausland verkaufen. Dieses Argument darf einfach nicht zählen.


"Es geht mir darum, das allzugerne gegen spektakuläre Dinge protestiert wird - wie diesen Export -, wobei aber die wirklich wichtigen Dinge ins Hintertreffen geraten, die wirklich Wirkung zeigen, sowohl im Guten als auch im Schlechten."

Da stimmen wir überein, allerdings geht es in diesem Fall nun mal um den Panzer Export und nicht um inländische Probleme bei uns.
Ich finde es auch nicht in Ordnung, wie teils mit Demonstranten umgegangen wird. Ich finde allerdings auch, dass es mittlerweile zum Volkssport verkommen ist, gegen alles und jeden zu demonstrieren oder protestieren, weil man für das eigene Versagen andere verantwortlich machen will.
Kommentar ansehen
14.07.2013 21:30 Uhr von ElChefo
 
+1 | -1
 
ANZEIGEN
TeKILLA

" ok bringen wir das ganze auf ein höheres niveau, findet man hier selten :)"

Immer gern ;-)
...muss dabei auch feststellen, in vielen Dingen stimmen wir ja schon mal überein. Im Endeffekt ziehen wir wohl nur verschiedene Schlüsse daraus.

"Wenn immer nur argumentiert wird "wenn wir es nicht machen, machen es eben andere" wird sich die welt niemals verändern."

Natürlich.
Die Frage ist, ob und inwiefern wir uns das auch leisten können. Die (emotional kalte) Frage ist doch am Ende, wie weit wir bereit sind, für moralische Grundsätze wirtschaftlich ins Hintertreffen zu geraten.
Wir sind gerade schon in anderen Themenbereichen dabei, uns mehr oder minder von der Spitze zu verabschieden (siehe etwa Solartechnik, Energiewende allgemein), sind in einigen Bereichen bedroht (bspw. Opel), so das ich mir irgendwo auch mal denke, das man anfangen muss, ein klein bischen protektionistisch zu handeln.

"Unser nationales Interesse sollte darin bestehen, dass es uns und unseren Freunden in der Welt gut geht."

Absolut.
Ist ja auch mein Ansatz, wobei ich doch bei dem Satzteil "uns und unseren Freunden" das "uns" doch für wichtiger betrachte. Nicht so sehr, das es in Egoismus mündet, aber dem deutschen Politiker sollte doch das deutsche Volk näher sein als "sonst wer". Ich weiss, "sollte".

"Wenn du Panzer erst einmal dort sind, haben wir doch keinen Einfluss mehr darauf was die damit machen oder?"

Korrekt.
...unsere Aufgabe ist aber auch nicht die Erziehung der Welt. Wir "können" natürlich unseren "Kunden" und "Freunden" einen kleinen suggestiven Schubser geben, aber das "richtige" müssen sie selbst entscheiden. Dazu kommt, das etwas, das für uns "richtig" erscheint, nicht zwingend auch deren Sicht der Welt sein muss.
Das ist nebenbei so ziemlich auch der schwierigste Part, zu differenzieren. Das habe ich sogar als eigenen Erfahrungswert mitkriegen dürfen in Afghanistan. "Die" sehen Dinge nun mal anders, das müssen "wir" nicht toll finden, aber es ist halt ihre Sache. Sich einzumischen ist nicht immer konstruktiv, meist eher kontraproduktiv. Wir selbst haben ja auch nicht von jetzt auf gleich zu unseren "Werten" gefunden, die haben sich auch erst lange, mühsam und blutig entwickelt. Diese Entwicklung müssen wir auch anderen zugestehen.

"Wozu werden die Panzer denn dort sonst benötigt?"

In erster Linie - so doof es klingt - als Statussymbol. Gerade Saudi-Arabien besitzt mehr Panzer als es bemannen kann (ca. 1400 KPz, dazu rund 2000 SPz, beides wird demnächst wohl nochmal - neben diesem Deal - um je 200 aufgestockt). Wenn es nach mir ginge, könnten sie die Dinger auch golden anmalen und Wüstenrennen damit fahren. Dazu kommt, das die Eliten des Landes so reich sind, das sie jeden potentiellen Angreifer einfach aufkaufen bevor er die Grenze erreicht. Aber sie wollen halt nun mal eine prächtige Armee.

"Dann müssen sich diese Unternehmen eben auf andere Sachen konzentrieren"

Wäre ein probater Weg, durchaus. Viele Unternehmen machen ja auch exakt das (MTU, B+V, Diehl, Rheinmetall usw.). Es wäre allerdings für ein Unternehmen wie KMW schon ein evolutionärer Schritt, einfach mal so eine neue Sparte aufzumachen. Sie sind halt extrem auf militärisches Großgerät spezialisiert - auch wenn es kleine zivile Abteilungen schon gibt.

"Wenn ein Unternehmen dann nicht überlebt, Pech, Gesetz des Marktes"

Tja, das Gesetz eines selbsregulierenden Marktes. An sich ja nicht falsch, nur gibt es in diesem Markt eben eine "künstliche" Regulation, bei der man dann schon von einer gewissen Fürsorgepflicht des Staates gegenüber diesem Unternehmen sprechen kann. Immerhin hat der Staat die Macht, mit diesen Exportregularien über Wohl und Wehe mehrerer tausend hochspezialisierter Arbeitnehmer zu entscheiden.

"Da stimmen wir überein, allerdings geht es in diesem Fall nun mal um den Panzer Export und nicht um inländische Probleme bei uns."

Ich sehe das beides halt miteinander vernetzt. Ich wäre einem Staat nicht gerade dankbar, wenn er seine moralischen Vorstellungen über mein Berufsleben stellt. Wie gesagt, von gutem Gewissen werde weder ich noch meine Familie satt. Und da kommen halt inländische Probleme auf den Tisch - über steigende Arbeitslosenzahlen, abreissende Zahlungen für Verbindlichkeiten (wenn das Unternehmen durch solche Vertragsabbrüche "zerstört" wird) und dem ganzen Rattenschwanz, der hinten dran hängt.

Wie eingangs gesagt, wir stimmen in der Mehrzahl der Punkte überein. So sehr, das ich selbst überrascht war. :-)
Kommentar ansehen
16.07.2013 18:39 Uhr von TeKILLA100101
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
besser spät als nie....


Ich denke es ist damit so gut wie alles gesagt. Wir stimmen oft überein, aber nicht in allem, muss ja auch nicht.
Kommentar ansehen
06.08.2013 23:45 Uhr von JustMe27
 
+1 | -0
 
ANZEIGEN
Warum schon wieder? In einer anderen News hat ein User mal dargestellt, und mit Quelle belegt, daß die Saudis bereits sechs Mal mehr Panzerfahrzeuge haben müßten als ausgebildete Besatzungen dafür. Und auch daß die gelieferten Panzer nirgends zb per Satellitenbilder geortet werden konnten. Also werden die doch weiterverkauft!

[ nachträglich editiert von JustMe27 ]

Refresh |<-- <-   1-21/21   -> -->|
Diese News zu meinen Favoriten hinzufügen Beitrag abgeben


SCHLIESSEN

Willst Du die Seite wirklich verlassen?


DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Joker Verschwörungstheorien spielen dem IS in die Hand
Der Osten hetzt gegen Flüchtlinge, meint aber die Deutschen.
Al Pacino ist weniger homophob, als der deutsche Hip Hop


...oder unseren und keine aktuellen News mehr verpassen?