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Wissenschaft: Komplettes Genom bereits kurz nach Befruchtung entschlüsselt

Bei der Jahrestagung der europäischen Reproduktionsmediziner gab der Reproduktionsgenetiker Dagan Welss von der Uni Oxford jüngst bekannt, dass es Medizinern in den USA gelungen sei, dass Genom eines künstlich befruchteten Embryos direkt nach der Befruchtung komplett zu entschlüsseln.

Bei der Prozedur handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Präimplantationsdiagnostik, welche dazu dient bei befruchteten Embryonen Erbkrankheiten zu erkennen. Mit der neuen Methode konnte mittels weniger Zellen das vollständige Genom entschlüsselt werden, bevor die Mutter überhaupt schwanger war.

Den Wissenschaftlern selbst geht es aktuell aber nicht um die Dekodierung selbst, sondern darum, die Chancen der IVF-Behandlung zu erhöhen.


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WebReporter: Bildungsminister
Rubrik:   Wissenschaft
Schlagworte: Wissenschaft, Befruchtung, Genom
Quelle: www.zeit.de

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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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08.07.2013 12:01 Uhr von Bildungsminister
 
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Die Quelle ist sehr ausführlich, weswegen ich sie bei Interesse empfehle. Im Grunde ist es Medizinern mit der neuen Methode möglich, die komplette Entwicklung eines Kindes vorher zu sagen. Krankheiten, Fehler im Erbgut und bei den Chromosomen können so von vornherein ausgeschlossen werden. Der Schritt hin zum perfekten Kind ist somit bereitet, wobei ich nicht gleich von Designer-Baby sprechen will. Diese Entwicklung bietet viele Vorteile, aber ethisch auch einige Fallstricke.
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08.07.2013 14:17 Uhr von Johnny Cache
 
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@ Bildungsminister
Die "Ethik" ist nur für die problematisch welche wider jeder Logik und Mitgefühl agieren.
Ich möchte mal wirklich wissen wie Spinner welche sich gegen einen solchen Fortschritt stellen einem Kind erklären wollen daß es einen bestimmten Schaden nur deswegen hat, weil es gesetzlich verhindert wurde diesen zu erkennen oder zu beseitigen.

"Perfekt" wird es niemals geben, aber frei von gröberen Schäden wäre schon mal sehr schön.
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08.07.2013 14:25 Uhr von Bildungsminister
 
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@ Johnny Cache

Da hast du mich missverstanden. Ich habe nichts gegen den Fortschritt an sich. Ich sehe lediglich im Fortschritt auch Gefahren. Natürlich ist es gut und richtig, wenn man schwere Krankheiten im Vorfeld abklären kann. Allerdings muss man sich eben auch fragen, wo diese Differenzierung anfängt, und wo sie aufhört.

In manchen Fällen mag die Einordnung einfach sein, in anderen wieder nicht. Ab wann lässt man ein Fötus wachsen, und wo schreitet man ein. Ist jede Krankheit ein Ausschlusskriterium, oder gibt es Krankheiten oder z.B. minimale Missbildungen, die man hinnehmen sollte? Das meine ich mit ethischen Fragen.

Und da ist der Schritt hin zum Designerkind eben doch nicht mehr weit. Man darf wohl davon ausgehen, dass es nicht lange bei der reinen Analyse von Krankheiten bleibt. Irgendwann geht es dann um die Haarfarbe oder die zu erwartende Größe, oder gar das Geschlecht. Diese Entwicklung finde ich bedenklich, und darüber braucht es auch einen Dialog, in wie weit wir das als Gesellschaft mittragen wollen.

Mir geht es also nicht um bekannte Krankheiten, sondern darum was danach kommt.
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08.07.2013 14:37 Uhr von Johnny Cache
 
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@ Bildungsminister
Beim Geschlecht magst du in einigen zurückgebliebenen Kulturen durchaus recht haben, aber ich würde mal vermuten daß es den meisten Eltern relativ egal sein wird ob es nun ein Junge oder Mädchen wird.
Wenn die Eltern aber unbedingt ein bestimmtes Geschlecht bevorzugen sollte man sie nicht dazu nötigen gegen ihren Wunsch ein anderes geschlechtliches Kind aufziehen zu müssen. Denn letztendlich sind es immer die Kinder die darunter leiden wenn sie den gestellten Anforderungen ihrer Eltern nicht gerecht werden. Und wenn es eben "nur" ein Mädchen ist, welches dann vom Vater völlig falsch erzogen wird, weil er unbedingt einen Jungen wollte, mit dem er am Wochenende Fußball spielen kann. Spaß haben dann beide Seiten nicht.

Letztendlich würden sich aber selbst so hirnverbrannte Trends wie daß Mädchen nichts wert sind irgendwann geben, denn spätestens wenn sie richtig rar werden wird ihr Wert enorm steigen. Entweder das oder homosexuelle werden einen gewaltigen Aufschwung bekommen. ;)
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08.07.2013 19:56 Uhr von Again
 
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@Johnny Cache:
"Ich möchte mal wirklich wissen wie Spinner welche sich gegen einen solchen Fortschritt stellen einem Kind erklären wollen daß es einen bestimmten Schaden nur deswegen hat, weil es gesetzlich verhindert wurde diesen zu erkennen oder zu beseitigen."
Das ist aber nicht so. Bei der PID wird der Schaden nicht behoben (was derzeit wohl kaum gehen würde), sondern es wird einfach eine andere befruchtete Eizelle hergenommen.
Das Kind ohne Schaden ist nicht das gleiche Kind wie mit dem Schaden. Man befruchtet mehrere Eizellen und pickt die ohne Schaden bzw. mit dem "besten" Material heraus.

@ Bildungsminister:
" Irgendwann geht es dann um die Haarfarbe oder die zu erwartende Größe, oder gar das Geschlecht."
Naja, unabhängig von der PID gibt es ja Leute, die den Geburtstag des Kindes festlegen (es also zb frü