30.06.13 12:42 Uhr
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Istanbul: Neue Proteste unter dem Motto "Gegen Faschismus, alle miteinander"

Am Samstagabend standen sich am Taksim-Platz wieder Demonstranten und Polizisten zwei Stunden gegenüber. Bei der friedlich verlaufenden Demonstration forderten sie wieder den Rücktritt der Regierung und riefen dabei Parolen wie "Regierung Rücktritt" und "Gegen Faschismus, alle miteinander".

Künstler, Journalisten und Schauspieler forderten die Regierung in Zeitungen auf, das Volk nicht noch weiter zu spalten.

Auch der türkische Literaturpreisträger Orhan Pamuk schloss sich diesem Aufruf an.


WebReporter: Nightvision
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Istanbul, Aufruf, Motto, Faschismus
Quelle: www.n-tv.de

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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30.06.2013 12:42 Uhr von Nightvision
 
+10 | -2
 
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Hoffe das die Regierung zur Vernunft kommt. Der Erdogan muss begreifen ,das diese Menschen auch das türkische Volk sind und nicht nur seine Unterstützer und Wähler. 100 % gibt es nur in Diktaturen und selbst da lässt man 5 % Abweichung zu um das Volk zu verarschen.
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30.06.2013 13:19 Uhr von Tamerlan
 
+2 | -15
 
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30.06.2013 14:11 Uhr von poseidon17
 
+9 | -3
 
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@ Nightvision:

Absolute Zustimmung.

@ Tamerlan:

Wenn es immer erst eine aufgestellte Gegenpartei bzw. ein Gegenprogramm geben müsste, hätte es nie Montagsdemonstrationen und den Zerfall der DDR gegeben.

Unter Erdogan gab es zweifellos Erfolge. Sein hartes Vorgehen gegen die Demonstranten schadet ihm jedoch innenpolitisch. Und seine Polterungen in Richtung Ausland - auch Deutschland - stärken seine Position außenpolitisch nicht wirklich.

Es geht schon lange nicht mehr um den Taksim-Platz, ob er da jetzt einen Supermarkt, eine Moschee oder einen Golfplatz hinsetzt ist doch inzwischen egal.

Die Demonstranten -und meine Unterstützung haben sie - haben Angst vor einem Weg rückwärts. Türken in meinem privaten Umfeld sehen das ähnlich. Ich würde nicht soweit gehen, Erdogan Faschismus vorzuwerfen, aber eine erzkonservative Haltung mit teils rückwärts gewandten Denkansätzen schon.

Davor haben die Menschen Angst. Sie haben sich seit Atatürk an Säkularismus und die damit verbundene Freiheit gewöhnt.

Und sie sind nicht bereit, davon auch nur ein bißchen zu verlieren. Und das verstehe ich sehr gut.
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30.06.2013 15:23 Uhr von Tamerlan
 
+2 | -2
 
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@Flaming
Dutzende also. Dann zähl mal nur zehn verbotene auf. :)
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30.06.2013 15:32 Uhr von Tamerlan
 
+2 | -3
 
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@poseidon
Unsere Ansichten decken sich größtenteils. Das Erdogan unfehlbar ist, habe ich ja auch nicht behauptet. Neben all den Sachen, die er für die Türkei gemacht hat, sind es die Details ohne die seine Gesamtbilanz natürlich besser wäre.
Mein Problem liegt auch eher in der Opposition. Die CHP hatte so viele Chancen aus den Fehlern von Erdogan Kapital zu schlagen und Wähler für sich zu gewinnen. Hat sie nicht hinbekommen. Da haben wochenlang so viele Menschen protestiert. Da wärs doch ein leichtes gewesen, aus den gemeinsamen Interessen eine Partei zu formieren.
Die jetzige Forderung von vielen "Weg mit Erdogan", ist für mich nicht zielführend. Bald sind Wahlen, wieso nutzen die Demonstranten ihre Energie nicht um eine starke politische Front gegen Erdogan aufzubauen und sich zur Wahl zu stellen? Am besten pro Europa und pro Menschenrechte und nicht sowas pseudoelitäres, der den Großteil der türkischen Bürger als Hinterwäldler abstempelt.
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30.06.2013 15:53 Uhr von poseidon17
 
+2 | -1
 
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@ tamerlan:

Richtig, in weiten Teilen sind wir gleicher Ansicht. Es ist richtig, dass die CHP die sich ihnen bietenden Chancen nicht genützt hat, das Potential dafür war durchaus vorhanden.

Doch was ist für die Demonstranten denn eine Alternative, als gegen Erdogans Weg zu protestieren?

Es wäre nicht das erste Mal, dass aus Demonstrationen durchaus ein neues politisches Gegengewicht entsteht.

Wenn jemand im Jahr 1989 die ersten Versammlungen in der Leipziger Nikolaikirche als den Beginn des Endes der DDR bezeichnet hätte, wäre derjenige ausgelacht werden.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, auch ich hab diesen Versammlungen keinerlei Chancen eingeräumt. Bis zum 9. November 1989. Das Ende der DDR hab ich auf der Autobahn erlebt, als im Radio die "Hammernachricht" kam.

Mir persönlich ist es relativ egal, welche politische Allianz die Geschicke der Türkei in Händen hält.

Solange die Türkei im Interesse der dort lebenden Menschen ein säkulares Land bleibt.

Und vor allem nicht rückwärts läuft. Was dann drohen kann, hat der "Arabische Frühling" allzu deutlich gezeigt.

Dieses Schicksal bleibt den Türken hoffentlich erspart.
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30.06.2013 16:05 Uhr von Tamerlan
 
+2 | -2
 
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Du ziehst mMn die falschen Vergleiche. Die Situation in der Türkei ist weit entfernt von den Sorgen der Menschen damals in der DDR oder den Menschen die beim Arabischen Frühling protestiert haben.
Den Leuten die in der Türkei protestiert haben, geht es gut. Sie haben Arbeit, gute Lebensumstände. Nehmen diese Situation aber als Selbstverständlich hin und gucken nicht was andere Parteien machen und gemacht haben.
Eine Alternative zum Protestieren habe ich genannt. Wäre ich türkischer Staatsbürger in Istanbul, ich hätte meine Energie nicht drauf verschwendet mit der Polizei Katz und Maus zu spielen, sondern hätte aktiv an der Formung einer Partei gearbeitet. Unterschriften gesammelt, die Leute nach ihren Sorgen befragt, gleichgesinnte um mich herum gesammelt und nachdem die Basis steht hätte ich mich, bzw die Partei, als Protestpartei positioniert. Ist vielleicht nicht Mehrheitsfähig, aber wäre eine nette Opposition, die sich auch mal zu ernsthaften Themen äußert und nicht gefangen ist in ideologischen Grabenkämpfen (was es Momentan ja ist...).
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30.06.2013 16:31 Uhr von poseidon17
 
+3 | -0
 
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Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Die Demos in der DDR haben nichts mit den derzeitigen Demos in der Türkei zu tun. Man kann beides nicht vergleichen, weil es wie du richtig sagst eine völlig andere Motivation war/ist.

Es sollte lediglich aufzeigen, was aus einer kleinen Gruppe von Demonstranten werden kann, nicht zwangsläufig jedoch werden muss.

Was die Menschen in der Türkei betrifft:

Sicher geht es ihnen gut. Sie haben jedoch Angst davor, dass ihnen Freiheitsrechte eingeschränkt oder die Säkularisierung aufgeweicht wird.

Ich sehe jedoch durchaus Parallelen zwischen den jetzigen Protesten in der Türkei und dem "Arabischen Frühling".

Während die Menschen in der Türkei auf die Straße gehen, um ihre Freiheiten zu behalten, gingen die Menschen des "Arabischen Frühlings" auf die Straße, um eben jene Freiheiten zu erlangen.

Die Motivation an sich ist also die Gleiche, lediglich die Ausgangssituation beider Gruppen ist eine andere.

Ob deine fiktive Vorgehensweise zu einer neuen Partei oder Gruppierung von Erfolg gekrönt wäre, vermag ich nicht zu beurteilen. Genausowenig, ob wie nach meiner Ansicht die jetzigen Demonstrationen eine eben solche neue Partei werden etablieren können.

Es muss ja auch nicht unbedingt eine neue Alternative geben, solange Erdogan und seine AKP begreifen, dass die Mehrheit keinen Bock auf eine schleichende Islamisierung hat.

"Die Türkei, deren Bevölkerung offiziell zu 99 Prozent muslimisch ist, galt lange als säkularer Staat. Der Gründer der Republik und Volksheld der Türken, Kemal Atatürk, trieb nach dem Zusammenbruch des osmanischen Reichs eine Modernisierung nach westlichem Vorbild voran. Beobachter erkennen mittlerweile aber eine gewisse Abkehr von diesem Kurs. Seit mehr als zehn Jahren ist die islamisch konservative Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan an der Macht. Sie regiert auch die Hauptstadt Ankara."

http://www.n-tv.de/...

Was die "ideologischen Grabenkämpfe" betrifft, sind wir einer Ansicht.
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30.06.2013 16:43 Uhr von Tingting
 
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@Tamerland und Poseidon

mir gefällt eure Konversation. Hat man selten hier! blos irgeneiner hat penisneid und verteilt wieder minuse

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