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Bahn möchte in Zukunft Anglizismen vermeiden

Die Bahn möchte in Zukunft durchgängig die deutsche Sprache verwenden. Das geht aus den neuen Leitlinien für die Mitarbeiter hervor. Es wurde ein Glossar mit 2.200 Begriffen und den dazugehörigen Beschreibungen erstellt.

Es wird in Zukunft für Angebote wie z.b "Call-a-Bike" eine entsprechende deutsche Erklärung "Das Mietrad-Angebot" geben. Flyer heißen somit nun Handzettel, und "Hotlines" werden zu "Service-Nummern". Außerdem heißen die "ServicePoints" demnächst "DB Informationen"

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte, dass man mit besonderem Augenmaß vorgehen müsste. So soll der ICE nicht umgetauft werden. Englische Durchsagen soll es aber weiterhin geben.


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WebReporter: HumancentiPad
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Bahn, Zukunft, Service, Anglizismen
Quelle: www.zeit.de

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17 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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23.06.2013 14:58 Uhr von Borgir
 
+22 | -7
 
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Sehr gut. Wir leben schließlich in Deutschland und dieses ganze Verenglischen von allem kotzt mich auch an. Man kommt zum Teil nicht mehr drumrum, das selbst zu benutzen weil einen auf Deutsch keiner mehr versteht.
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23.06.2013 15:01 Uhr von Tamerlan
 
+7 | -5
 
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Ein ewiggestriger CSU-Minister will sich tapfer dem sprachlichen Wandel stellen. Ok, die DB übertreibt mit ihren Anglizismen, aber ob so eine Gegenoffensive überhaupt Sinn macht?
"Hotlines" werden zu "Service-Nummern". Gut das Service so Deutsch ist. :)
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23.06.2013 15:01 Uhr von Gnarf456
 
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Furchtbar! Nichts gegen deutsche Begriffe, wenn die englischen nicht verständlich sind, aber "Hotline" versteht doch nun wirklich jeder. Bald heißt es dann nicht mehr "Das Mietrad-Angebot" sondern "Velozipedenverleih", und die Bahnpolizei wird mit Meuchelpuffern ausgerüstet, oder?

Ach so, "Service-Nummern"... Service ist ja jetzt auch irgendwie ein englisches Wort, klingt jedenfalls alles sher nach Verschlimmbesserung...

[ nachträglich editiert von Gnarf456 ]
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23.06.2013 15:04 Uhr von Borgir
 
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@Tamerlan

es gibt keinen sprachlichen Wandel. Deutschland unterliegt einer In-Verenglischung. Die deutsche Sprache wird mehr und mehr verwaschen, das ist kein Wandel, das ist eine Schande.
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23.06.2013 15:07 Uhr von grandmasterchef
 
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Bei Hotline und Flyer kann ich das aber nicht ganz nach vollziehen...
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23.06.2013 15:10 Uhr von Tamerlan
 
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@Bogir
Falsch! Sprache ist stetig im Wandel und unterliegt permanent Veränderungen. Nichts da mit Schande.
Die einzige Schande die ich im Zusammenhang mit der deutschen Sprache sehe, ist, dass die Unis hier ihre Ergebnisse immer häufiger auf Englisch veröffentlichen, womit immer noch sehr viele Deutsche nichts anfangen können. Deutsch als Wissenschaftssprache war sehr stark, könnte es auch weiter sein. Da ist der Trend aber negativ.
Aber ob ich jetzt Flyer oder "Handzettel" sag, ist doch Jacke wie Hose. :)
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23.06.2013 16:21 Uhr von Superplopp
 
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Hotline wird zu Service-Nummer.

Sehr intelligent.
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23.06.2013 17:32 Uhr von Floppy77
 
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@Borgir
Dann sagst Du statt "Internet" (interconnected network) bestimmt auch "Weltnetz", "Zwischennetz" oder gar "Zusammengeschaltete Netzwerke"?

Einen sprachlichen Wandel gab es immer und wird es immer geben. Viele Begriffe stammen auch aus dem Französischen. Die müsste man dann gleich mit verbieten, z. B. Portemonnaie.

Statt Jeans werden dann nur noch Nietenhosen getragen. Sweatshirts gibts dann nicht mehr und Pullover ist auch kein deutscher Begriff.

SN muss dann in KN umbenannt werden, statt Shorties verdient man dann Kurze?

Auch sollten dann alle Dialekte verboten werden und nur noch das reine Hochdeutsch gelten. Damit wir endlich alle mal die gleiche Sprache sprechen und verstehen!
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23.06.2013 19:04 Uhr von TeKILLA100101
 
+2 | -0
 
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@Floppy77

keiner sagt, dass man alle begriffe ins deutsche übersetzen muss. in vielen fällen geht es halt nicht. eine jeans ist eine jeans ist eine jeans... ein portemonnaie heißt halt so das sind ja keine verfremdungen von wörtern, es sind nunmal diese wörter.

aber aus mobiltelefon wurde handy, mit dem in england in amerika niemand was anfangen kann. es heißt nur hier so, damit es eben hip ist...

und wie in der new steht und hier auch schon einer schrieb: call a bike?! ein fahrrad anrufen? rent a bike wäre wohl richtiger und man kann es doch auch mietrad oder eben mieten sie ein fahrrad nennen, wo ist das problem?

am schlimmsten finde ich die ganzen "to go" sachen, anstelle von "zum mitnehmen"

bei uns heißt der stadtbus nicht mehr stadtbus, sondern citybus.

sachen die wirklich englisch sind, daher kommen und für die es einfach keine übersetzung gibt, muss man auch nicht krampfhaft eine erfinden. umgekehrt aber auch nicht :)
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23.06.2013 20:40 Uhr von Floppy77
 
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@TeKILLA100101
Früher hiess eine Jeans in Deutschland aber Nietenhose, das ist keine neue deutsche Übersetzung. Statt Portemonnaie könnte man z. B. Geldbörse sagen.

To go ist kürzer als zum mitnehmen. Und es ist auch keine Verfremdung von Wörtern.

Für News hat es natürlich auch noch nie einen deutschen Begriff gegeben.

Kann doch jeder sein Zeugs nennen wie er es will. Wer den Kaffee nicht to go haben will, soll halt zu Hause trinken.
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23.06.2013 20:42 Uhr von mort76
 
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Gnarf,
"Service" kommt aus Frankreich, wanderte von dort nach England, und dann zu uns.
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23.06.2013 21:30 Uhr von Jarmo1
 
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@Tamerlan:
"Sprache ist stetig im Wandel und unterliegt permanent Veränderungen."

Mit dieser Binsenwahrheit kann man jedwede Sprachschlamperei relativieren und entschuldigen. Fragt sich nur, wer die permanenten Veränderungen herbeiführt. Sprache ist schließlich kein autonomes System, das sich aus sich selbst heraus weiterentwickelt.

Auf die Deutsche Bahn bezogen, stellt sich der Fall für mich so dar: Ein deutsches halbstaatliches Unternehmen hat im Laufe des letzten Jahrzehnts für seine Einrichtungen ohne Not permanent englische Bezeichnungen eingeführt und seinen Fahrgästen aufgenötigt.

Da viele Bürger auf DB-Dienstleistungen angewiesen sind, blieb ihnen gar nichts anderes übrig, als auf die Dauer diesen Neusprech zu akzeptieren: Ohne einige der 2200 Anglizismen zu benutzen, die die Bahn nun durch deutsche Begriffe ersetzen will, kann ein DB-Fahrgast die Fahrt erst gar nicht antreten.

Die Bahn ist nur ein Beispiel für finanzkräftige Unternehmen, die tagtäglich per Werbung und ausgebuffte PR-Abteilungen neue Anglizismen in den Sprachmarkt drücken. Dieser Teil der Sprache, nennen wir ihn Kommerz-Anglizismen, hat nichts mehr mit natürlichen Sprachwandel zu tun.
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23.06.2013 23:00 Uhr von TeKILLA100101
 
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@Floppy77

du stimmst mir aber zu, dass das wort jeans nicht die deutsche übersetzung nietenhose hat oder? man hat dann einfach ein wort gesucht was deutsch klingt. Jeans ist einfach ein feststehender begriff da gibts keine übersetzung für ins deutsche.

"To go ist kürzer als zum mitnehmen. Und es ist auch keine Verfremdung von Wörtern."

das soll die begründung sein? es ist kürzer? ziemlich billig die begründung... und eine verfremdung der beiden wörter to go ist es nicht richtig. aber die tollen locksprüche "kaffee to go", "salat to go", "auto to go", "bier to go" überall, einfach grausam...

im prinzip kann jeder sein zeug nennen wie er will, aber ich darf dann auch meine meinung haben, die es mies findet, wenn jeder sowas macht und damit die deutsche sprache absolut verunglimpft.
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23.06.2013 23:38 Uhr von Jarmo1
 
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@Floppy77:

Kann doch jeder sein Zeugs nennen wie er es will. Wer den Kaffee nicht to go haben will, soll halt zu Hause trinken.

Ach wenn´s doch nur bei "Coffee to go" geblieben wäre...

Der unschuldige Mitnehm-Kaffee hat eine Lawine von "To go"-Artikeln und -Aktivitäten ins Rollen gebracht. Fast nichts, was nicht niet- und nagelfest ist, geht heute mehr ohne "To go".

Hier nur ein paar "To go"-Beispiele von 1 710 000 Treffern, die Google auf deutschen Seiten auflistet:

"Klimaschutz to go, Strom to go, Botox to go, German to go, Leonardo to go, Werkverzeichnis to go, Kirche to go, Beichte to go, Fernsehen to go, Bio to go, Maibaum to go, Koffer to go, Schreibtisch to go, Frühstück to go, Beauty to go, CEO to go, Haarfarbe to go, Gans to go, Gender to go, Sprachenlernen to go, Casino to go, Hörbuch to go...

Voll im "To go"-Trend dürfen sich auch Leute wähnen, die gerne etwas mitgehen lassen...:-)

Wie und wann gängige Kommerz-Anglizismen bleibend in unsere Sprache gelangt sind, lässt sich im Nachhinein kaum noch feststellen. Da hilft auch kein Gugeln, die Urheber bleiben fast immer im Dunklen.

Eine Ausnahme bildet der Unternehmer und Bestseller-Autor ("Scheißkerle") Roman Maria Koidl, der sich in der RBB-Sendung "Thadeusz" outete, den "Coffee to go" nach Deutschland eingeschleppt zu haben: http://www.myvideo.de/...
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24.06.2013 07:03 Uhr von mort76
 
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...ich empfehle mal die Lektüre von ca. 60-80 Jahre alten Büchern- da kann man schön sehen, wie stark sich die Sprache verändert...

Ein anderes Beispiel "gegen" stures Beharren auf Sprachreinheit sind die Franzosen- die halten ihre Sprache so "rein", daß man so gut wie niemals auf einer französischen Website landet, wenn man googelt- ist euch das mal aufgefallen?

[ nachträglich editiert von mort76 ]
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24.06.2013 22:43 Uhr von Jarmo1
 
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@mort76
"Ein anderes Beispiel "gegen" stures Beharren auf Sprachreinheit sind die Franzosen- die halten ihre Sprache so "rein", daß man so gut wie niemals auf einer französischen Website landet, wenn man googelt- ist euch das mal aufgefallen?"

Darf man daraus schließen, dass Deine Französischkenntnisse begrenzt sind und Du so gut wie nie französische Suchwörter eingibst? So lande ich höchst selten auf japanischen Netzseiten, warum wohl? :-)

Was bei Bier und Wein wünschenswert und sogar unerlässlich ist, lässt sich nicht auf unsere europäischen Sprachen übertragen, die alle (auch das Französische) mehr oder wenige Mischsprachen sind und einem Sprachwandel unterliegen. Eine Mischsprache "rein zu halten" gleicht der Quadratur des Kreises.

Was in Frankreich praktiziert und bei uns gerne als Reinhaltungsfimmel abgetan wird, entspringt dem Wunsch, das Französische weiterzuentwickeln und an die Moderne anzupassen. Aber anders als bei uns begnügt man sich dort nicht damit, der Sprache einfach en masse Anglizismen aufzupfropfen, sondern man möchte bei der Adaption von Fachwörtern möglichst viel aus Eigenem schöpfen. Also "couriel" statt E-Mail oder "logiciel" statt Software (um ein paar Beispiele aus dem IT-Bereich zu nennen). Dadurch bleibt das Französische funktions- und zukunftsfähig.

So haben wir es lange auch gehalten. Früher wurden auch bei uns IT-Begriffe eingedeutscht: Festplatte statt harddisk oder Tastatur statt keyboard. Indem wir deutsche Entsprechungen für neue technische Begriffe gesucht haben, die grammatisch, semantisch und lautlich in unser Sprachsystem passen, haben wir unseren Wortschatz kreativ bereichert.

Seit dreißig bis vierzig Jahren es mit dem Wortschöpfungsprozess weitgehend vorbei. Nun galt die Devise: Englische Wörter sind an sich schon kreativ und innovativ, deutsche Entsprechungen zu entwickeln galt als altbacken und von gestern. Mit dem Ergebnis, dass unsere Sprache mangels deutscher Alternativen zunehmend im Denglischmüll versiegt und erstarrt. Das bleibt den Franzosen mit ihrer kreativen Sprachpolitik weitgehend erspart. Wir sollten von ihnen lernen, statt uns ständig über deren vermeintlichen Reinheitsfimmel zu mokieren.

Es hat lange gedauert, bis die Deutsche Bahn ihren Denglisch-Kurs als Irrtum erkannt hat: http://www.myvideo.de/...
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25.06.2013 01:02 Uhr von mort76
 
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Jarmo,
ja, es stimmt, ich spreche nur rudimentär Französisch, und ich mag die Sprache als solche auch nicht besonders, im Gegensatz zur Englischen.
Aber ich lande bei der Suche eher mal auf einer japanischen oder russischen Seite als auf einer französischen, an meinen Kenntnissen allein kanns also nicht liegen...und nur in Frankreich hatte ich das Gefühl, daß die dort auch partout nichts verstehen WOLLEN, rein aus Prinzip.

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