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Gedenkstätte KZ Osthofen: Ausplünderung der Juden - Thema einer neuen Ausstellung

Die Gedenkstätte KZ Osthofen bei Worms widmet sich in einer neuen Sonderausstellung zur Enteignung von Juden in der damaligen Zeit des Nationalsozialismus.

Die Wanderschau mit dem Titel "Legalisierter Raub" befindet sich zur Zeit noch im hessischen Dreieich. Für die Erweiterung der Ausstellung im KZ Osthofen werden noch Exponate gesucht.

Die stellvertretende Leiterin Angelika Arenz-Morch erhofft sich nun das Bürger noch Alltagsgegenstände, Dokumente oder etwa historische Fotos zur Verfügung stellen könnten.


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WebReporter: Saftkopp
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Ausstellung, Thema, KZ, Juden, Gedenkstätte
Quelle: www.focus.de

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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23.06.2013 13:19 Uhr von Bud_Bundyy
 
+4 | -7
 
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@nochmalblabla
"Ob das gerecht war "

Es war sicher gerechter als das was vorher passiert ist!

...und wie kommst du darauf das jemand Geld braucht?
[edit] Ich lese nichts von Geld?

@zur News
Ich bin schon 100mal daran vorbei gefahren, muss es mir wohl mal anschauen. Die Ausstellung ist ein guter Anlass!
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23.06.2013 13:43 Uhr von Frudd85
 
+5 | -6
 
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Es ist einfach unglaublich, wie so etwas Harmloses wie eine historische Ausstellung eine solche Reaktion triggern kann wie die des ersten Kommentators:
"Bisher war es doch" - allein das ist völliger Quatsch, lange nicht alles, was zwischen 1933 und 1945 "den Besitzer wechselte" (ein ungeheuerlicher Euphemismus!), ist zurückgegeben worden - das ist teilweise ja auch unmöglich gewesen, wenn materielle Güter einfach verbraucht wurden.
Der Kommentar trieft nur so von antisemitischer Propaganda der "jüdischen Weltverschwörung" - das hat nicht mal mehr Stammtischniveau. Einfach nur hirnlos.
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23.06.2013 15:10 Uhr von Frudd85
 
+3 | -6
 
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WIR haben Verfolgungswahn?! :D
Du bringst doch hier Verschwörungstheorien unter´s Volk!

Du nennst Dich selbst zwar nicht rechtsradikal - und doch faselst Du im Zusammenhang einer Ausstellung(!) nur etwas von Geldinteressen und dem Jewish Claim.
Das ist nicht das Erste, das mir bei dem Thema in dem Sinn kommt.

Sicher, Du bist kein NPDler und kein Rechtsradikaler - Du siehst die jüdische Verschwörung nur als einer der wenigen mit klaren Augen...
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23.06.2013 15:14 Uhr von Frudd85
 
+3 | -6
 
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@Mister-L:

Gott sei Dank zwingt Dich niemand, hinzugehen, denn in einer (recht) freien Demokratie haben wir das Glück, nicht unter solchem Zwang und Repressalien zu leben wie vor siebzig Jahren.
Ich für meinen Teil sehe in Kommentaren wie deinem und denen von blabla (welch sprechender Name) die Berechtigung und Notwendigkeit solcher Ausstellungen.
Die Erinnerung daran sollte nie verrinnen.
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23.06.2013 18:39 Uhr von Frudd85
 
+3 | -3
 
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@Mister-L:

Ich habe nicht davon gesprochen, Schulklassen dahinzuzerren. Ich sprach nur über die Ausstellung als solche. Es sei denn natürlich, Du gehörst zu diesen Schulkindern - in dem Falle kann es sein, dass Du gezwungen wirst, hinzugehen. In diesem Falle aber muss ich auch weiter gar nicht mit Dir diskutieren, dann warte ich noch einige Jahre auf Deine geistige Reifung. Ich gehe aber mal davon aus, dass Du dem Schulalter entwachsen bist.

Der Verweis auf aktuelle Probleme führt m.E. ins Nichts, denn das ist nicht mehr als eine Exkulpationsstrategie des faulen oder widerwilligen Geistes, dem die inhaltlichen Argumente fehlen (bitte verzeih den harten Duktus). Aktuelle Probleme entledigen uns nicht historischer Verantwortung (wohlgemerkt: Ich spreche nicht von Schuld. Nur dass das klar ist: Zwischen Schuld und Verantwortung liegen Kilometer!). Ich weiß auch nicht, welche aktuellen Probleme Du hier ins Feld führen willst, das wäre gut zu wissen, um darüber zu sprechen. Meinst Du Eurokrise, Hochwasser, Syrien? Meinst Du Rechtsradikalismus/Linksradikalismus im eigenen Land? Meinst Du Menschenrechte? Wirtschaft?
Wie auch immer, letztlich gibt es darauf nur die eine Antwort: Entweder sind die Probleme, von denen Du sprichst, von ganz anderer Natur und haben daher nichts mit der Beschäftigung mit der NS-Vergangenheit zu tun, oder aber sie tangieren irgendwie das Thema Menschenrechte und dann ist die Nazi-Zeit immer wichtig als Schablone und Rahmen für unser Verständnis von individuellen Rechten und Freiheiten.

Wenn Du von Überfütterung der Schüler sprichst, dann weiß ich allerdings, worauf Du hinauswillst. Der Lehrplan sieht keineswegs eine Fokussierung auf die NS-Zeit vor. Schau Dir die Lehrpläne aller Bundesländer an, z.B. für Gymnasien. Der NS-Zeit wird darin eigentlich immer genauso viel Zeit zugedacht wie anderen Themenblöcken - in Geschichte. Sie spielt aber auch eine große Rolle im Deutsch-Unterricht (logischerweise), in Ethik/Religion, vielleicht auch Sachkunde/Sozialkunde. Also intendiert ist eine Überfütterung keineswegs, sondern eine ausgewogene Behandlung im Kontext anderer Themen. Dass es dennoch dazu kommt, ist unbestreitbar. Ich denke, das liegt an den Ambitionen einzelner Lehrer in ihren Fächern und fehlender Koordination der Fächer. Das könnte einige Dopplungen verhindern und das wird derzeit auch immer mehr fokussiert, da es als nötig erkannt wurde.
Ich mag subjektive Argumente à la "Ich habe erlebt, dass..." eigentlich nicht, da sie im Grunde empirisch bedeutungslos sind - aber an dieser Stelle sei mir das erlaubt: Meine Schüler (in Geschichte, 10. Klasse Gymnasium), konnten es kaum erwarten, endlich zu Hitler zu kommen. Ich habe mich lange mit der Endphase der Weimarer Republik befasst, um zu verdeutlichen, auf welchen Fundamenten die folgenden zwölf Jahre geschehen konnten - aber die Klasse wollte unbedingt etwas über den Nationalsozialismus selbst lernen - weil es vorher noch nie vorkam.
Du siehst also, dass Überfütterung nicht allenthalben passiert und Du kannst mir als "Insider" vertrauen, dass man sich des Problems annimmt, weil man es erkennt.

Aber dennoch: Ständiges Erinnern und Mahnen ist für mich ein grundlegender Aspekt unseres bürgerlichen Lebens in einer Demokratie - denn nur so verhindern wir eine Wiederholung der schrecklichen Zeit. Die Gratwanderung dabei ist, nicht ständig den erhobenen moralischen Zeigefinger zu strecken, sondern zu informieren. Ausstellungen tun genau das. Wenn sie anklagen, dann Vergangenes, nicht die Gegenwart.
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24.06.2013 00:26 Uhr von Frudd85
 
+2 | -1
 
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@Mister-L:
Du bist Zehntklässler? Ca. 16 Jahre alt? Oder sprichst Du in der Vergangenheit?

Engagement im ökologischen Bereich ist ohne Frage lobenswert - aber ich frage mich, wie eine Erinnerungskultur an schreckliche Massenverbrechen, an industrielle Vernichtung von Menschen, nicht zu einer besseren Zukunft beitragen kann: Es ist für uns Nachgeborene sehr leicht, Demokratie und Menschenrechte einfach hinzunehmen, da sie uns sozusagen in die Wiege gelegt wurden. Aber das sollte niemals darüber hinwegtäuschen, dass man immer bereit sein muss, beides zu verteidigen. Ohne das Wissen um den Holocaust, um den völkerrechtswidrigen Angriffs- und Vernichtungskrieg auf Europa und die Diktatur im Inneren aber gehen uns die eigenen Bezugspunkte dazu verloren, die eigene Geschichte geht verloren. Das darf nicht passieren, denn wir brauchen das Wissen darum, um den Wert unserer heutigen Freiheiten überhaupt erst schätzen zu können. Es hilft uns, Angriffe auf die Grundrechte zu erkennen und sie abzuwehren, ob von Rechts, Links, vom Islamismus, und es hilft uns, immer Maß zu halten in der Wahl unserer Mittel.
Ich frage mich, wieso so viele Menschen in dem Wissen um das "Dritte Reich" eine Bürde sehen als vielmehr eine Energie- und Kraftquelle. Es ist keine Bürde für uns - und dass jeder die Geschichte kenne, das halte ich sowieso für einen Mythos. Wenn dem so wäre, gäbe es kein Palaver von angeblichen jüdischen Weltverschwörungen - das genau ist ja die Reproduktion des Denkens, das den unsagbaren Verbrechen zugrunde lag. Und wenn dem so wäre, dann müsste man nicht immer wieder aufklären über die Hintergründe des Krieges und der Diktatur selbst. So viel hanebüchene Mythen sind so weit verbreitet (Präventivkrieg, Mythos "Volksgemeinschaft", Schuld-Relativierung, "Bombenholocaust", Reparationen, Partisanenkrieg etc.etc.), da kann man kaum davon sprechen, dass eh jeder die Geschichte kenne.
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24.06.2013 12:16 Uhr von Hugh
 
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@ Frudd85:

Dein Einsatz in allen Ehren, aber es ist "Perlen vor die Säue".

Auf Shortnews zählen nur ganz einfache Argumentationsstrukturen, die immer, aber auch wirklich immer etwas mit Feindbildern und einer Schwarz-Weiß-Darstellung zu tun haben.
Eine dermaßen differenzierte Argumentation wie die Deine übersteigt auf jeden Fall bei weitem das Niveau, das hier diskutierbar ist. Schon in Threads, in denen es um neue Mobiltelefone geht, hat die Argumentationskultur vieler das Ende der Fahenstange erreicht. Es hapert an der Fähigkeit zur Diskussion (was ist ein Argument? Was ist ein Beleg? Wie funktioniert das stringente argumentieren? Wie sehe ich meine eigene Rolle in der Diskussion?), aber vor allem auch an dem Willen dazu. Ich glaube noch nicht mal, dass die meisten Diskutanten von Natur aus dumm sind. Sie sind nur schlecht gebildet und vor allem unwillig, diesen Zustand zu ändern.
Daher wird eigentlich auch nahezu ausschließlich mit dem Wissensstand aus der Quelle "man weiß ja" argumentiert.
Die Voreingenommenheit bildet also mehrheitlich die Basis der Argumentationen. Du hast auf der ersten Seite ein diesbezügliches Schlüsselwort gebraucht: "getriggert".
Genau so läuft es hier nämlich ab. In einer Aussage wird nicht versucht, eine tatsächliche Sachinformation zu entnehmen, es wird vielmehr eine Voreingenommenheit getriggert.
Das ganze Themenfeld ist dafür geradezu ein Paradebeispiel.
Ich habe gestern noch auf arte einen schweizer Journalisten gesehen, der die weise Feststellung getroffen hat, dass nur die Deutschen selber sich den Holocaust ständig selber vorhalten.
Und genau so ist es. Aus einer sachlichen Ausstellung wird die Annahme abgeleitet, sie geschähe, um den Deutschen wieder ihre Vergangenheit vorzuhalten. Dass dabei antisemitische Muster-Resentiments genutzt werden, um die Sache auszudrücken, zeigt, wie tiefgreifend diese Verhaltensweise verankert ist und zeigt zudem, wie schnell ganz viele Menschen argumentativ mit dem Rücken an der Wand stehen.
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25.06.2013 18:27 Uhr von friedrich-der-kleine
 
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Selten so klare und differenzierte Kommentare gelesen wie von Frudd85 und Hugh! Bei diesem Niveau würde ich auch wieder anfangen hier zuschreiben. Danke!

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