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Ungarn: Mutmaßlicher NS-Kriegsverbrecher Laszlo Csatary (98) angeklagt

Die Staatsanwaltschaft in Ungarn hat Laszlo Csatary (98) nun offiziell angeklagt. Man erwartet, dass der Prozess innerhalb der nächsten drei Monate eröffnet wird. Csatary sitzt in Untersuchungshaft.

Laszlo Csatary soll im Zweiten Weltkrieg in Auschwitz an der Ermordung von 15.700 Juden beteiligt gewesen sein. Der Angeklagte weist sämtliche Vorwürfe von sich und behauptet, lediglich Mittelsmann zwischen den ungarischen und deutschen Behörden gewesen zu sein.

Belegt ist allerdings, dass Csatary 1944 Polizeichef im jüdischen Ghetto von Kosice war. 1948 wurde er deswegen von der tschechoslowakischen Justiz zum Tode verurteilt. Csatary floh deshalb nach Kanada, musste aber 1997 das Land verlassen, weil man ihm die kanadische Staatsbürgerschaft entzog.


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WebReporter: Sijamboi
Rubrik:   Brennpunkte
Schlagworte: Anklage, Ungarn, Nationalsozialismus, Kriegsverbrecher
Quelle: www.bbc.co.uk

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17 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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18.06.2013 11:56 Uhr von Bi-Ba-Butzemann
 
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Auch wenn er vielleicht schreckliches getan hat:

Nach so langer Zeit soll man ihn doch in Ruhe lassen.
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18.06.2013 12:28 Uhr von Superplopp
 
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Ich denke dass der Mann die letzten 60 Jahre schon genug gelitten hat.
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18.06.2013 12:32 Uhr von Patreo
 
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Superlopp in wie fern?
Sollte der Mensch 98 aber rustig genug sein, könnte eventuell noch viel Aufschluss darüber geben, wie die Verbrechen durchgeführt worden sind.
Das Urteil hat natürlich wegen des Gesundheitszustandes und des Alters des Angeklagten faktisch keine Wirkung.
Setzt aber insofern ein Zeichen zu der Frage, ob Strafe verjährt?
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18.06.2013 12:56 Uhr von skipjack
 
+3 | -2
 
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Aber Hallo:

Der Krieg war abartig und scheusslich .

Doch langsam aber sicher, sollten sich einige die Frage stellen, ob sie besser sind, wenn sie einen 98 jährigen verklagen...

Auge um Auge OK, aber ich erinnere daran, dass wir im 21 Jahrhundert angekommen sind.

Soll der getz etwa noch ein Jahr in den Knast???
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18.06.2013 13:08 Uhr von Patreo
 
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nochmalblabla.
das ist natürlich grober Unfug, was du schreibst und fern der Realität, da es nirgendwo angedeutet wird. Es sei denn du kannst es irgendwie belegen abseits deiner eigenen Meinung
Wenn du die Rolle des Opfer akzeptierst und gleich in eine klischeehafte Defensivstellung geht, als seist du als DEUTSCHER angeklagt und nicht der Verbrecher hier, dann erschafts du dir eine eigene Schuldidentität, die hier gar nicht impliziert wird: Weder vor diesem Gericht, noch von der News darüber
Warum also es unnötig auf sich beziehen.
Der Mann ist in Ungarn geboren und hat als solcher die Verbrechen begangen, wofür er schon 1948 zum Tode verurteil worden ist und durch Flucht verhindern konnte.

So erzählt beispielsweise ein noch lebender Überlebender:
I worked outside the ghetto in the brick factory, cleaning. I remember Csatary loudly screaming orders at Jews.
“I didn’t work under him but heard the terrible things he did. I remember women digging a ditch with their hands on his orders. He was an evil man and I hope he is brought to justice.”
Quelle: http://www.thesun.co.uk/...

[ nachträglich editiert von Patreo ]
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18.06.2013 13:24 Uhr von Boron2011
 
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"Kriegsverbrechen und Mord verjähren nicht."

Erkläre mir, warum George W. Bush noch immer frei herumläuft?

Er hat eine Invasion des Irak befehligt in welchem unzählige Zivilisten (!) getötet wurden und noch heute Kinder durch "depleted uranium" (Uranmunition), welche dort grosszügig eingesetzt wurde, verstrahlt werden und an extremen Auswirkungen durch die Verstrahlung leiden.

Landesweit gab es zwischen 392 979 bis 942 636 zusätzliche Todesfälle im Irak durch Kriegsfolgen mit einem Mittelwert von 654 965 Toten – das sind rund 2,5 Prozent der Bevölkerung. Bush selbst sprach von ca. 30.000 toten Zivilisten, wobei sich die Meinungen zu diesem Thema spalten und eher von weitaus mehr toten Zivilisten ausgegangen wird.

Ich frage noch einmal: WARUM ist dieser Massenmörder, der als Präsident eines Landes und Auftraggeber des Militärs im Amt war, noch nicht inhaftiert und vor ein Gericht gestellt worden?

Selbst wenn seine eigenen Zahlen stimmen sollten, gibt es 30.000 Gründe warum der Typ pro totem Zivilist die Todesstrafe verdient hat!
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18.06.2013 19:33 Uhr von -Count-
 
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@ Patreo

"Sollte der Mensch 98 aber rustig genug sein, könnte eventuell noch viel Aufschluss darüber geben, wie die Verbrechen durchgeführt worden sind."

Der wird wohl nichts Neues zum Thema beisteuern können, das haben unzählige andere lange vor ihm erzählt. Der Drops ist gelutscht...
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18.06.2013 20:27 Uhr von Patreo
 
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Woher genau weißt du das?
Hast du dich persönlich mit der Thematik befasst und kannst ein umfassendes Bild über das Schicksal ungarischer Opfer innerhalb des Nationalsozialismus abliefern?
Sind dir die Identitätsproblematiken von Opfern, Überlebenden und Kollaborateuren hinreichend bekannt?
Wenn du kann Interesse dafür hast, weißt du, ob diese Fakten anderen, die sich dafür interessieren hinsichtlich bekannt sind?
Wenn ja wie könntest du dies empirisch belegen?


Wie weit ist der Drop deiner Meinung nach gelutscht, wenn es trotz solcher Täter immer noch gewissenhafte Holocaustleugner gibt (die sich nicht nur gegen die jüdischen, sondern auch sowjetischen und liberalen Opfer der NS Zeit richten)?
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19.06.2013 18:06 Uhr von -Count-
 
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@ Patreo

Das Schicksal ungarischer Juden dürfte dem aller anderen gleichen. Es gibt unzählige Bücher, Dokumentarfilme, Abhandlungen, Zeugenaussagen etc. zum Thema Holocaust, er wurde also ziemlich umfassend erforscht. Mal ehrlich, was könnte dieser alte Mann noch bahnbrechend Neues beisteuern, das nicht schon lange bekannt ist?
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19.06.2013 23:32 Uhr von Patreo
 
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Count mit dem Schicksal welcher anderen.
Juden in anderen besetzten Ländern,
Verfolgten in Ungarn?

Du sagst es so leichtfertig, als würdest du Perell, Ross oder Goldschmidt gelesen haben oder Goldhagen oder Erik H. Erikson, würdest die Schriften von Solschenitzin kennen ebenso wie Meyers Werke.

Geschichte ist eine Wissenschaft, die auf Informationen basiert, je mehr zur Auswertung desto genauer ein Bild.
Der Mann ist in seiner Abwesenheit verurteilt worden, seine Aussagen zum 15000fachen Mord könnten einen weiteren Schritt gegen die Relativierung des Holocaust führen.
Sie sind wie bereits gesagt in diesem Fall ein weiteres Stück in einem Puzzle.
Ist es nicht so dass einer der Vorredner sofort den Fall zur Polemik genutzt hat und sich beschwerte, dass hier wieder mal Geld von den Deutschen gefordert werde, obwohl nichts aber auch garnichts in der Nachricht darüber sagt und das Ganze in diesem Fall einfach nur abstrus ist

[ nachträglich editiert von Patreo ]
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20.06.2013 14:15 Uhr von -Count-
 
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@ Patreo

"Count mit dem Schicksal welcher anderen.
Juden in anderen besetzten Ländern,
Verfolgten in Ungarn?"

Das Schicksal aller anderen Juden im besetzten Europa, was denn sonst?

"Du sagst es so leichtfertig, als würdest du Perell, Ross oder Goldschmidt gelesen haben oder Goldhagen oder Erik H. Erikson, würdest die Schriften von Solschenitzin kennen ebenso wie Meyers Werke."

Was ist daran leichtfertig zu behaupten, dass allen europäischen Juden, derer die Nazis habhaft werden konnten ein- und dasselbe Schicksal zugedacht war? Die Erzählungen der Überlebenden gleichen sich aufgrund dieses Umstandes im Wesentlichen, das ist doch völlig logisch.

"Geschichte ist eine Wissenschaft, die auf Informationen basiert, je mehr zur Auswertung desto genauer ein Bild.
Der Mann ist in seiner Abwesenheit verurteilt worden, seine Aussagen zum 15000fachen Mord könnten einen weiteren Schritt gegen die Relativierung des Holocaust führen."

Wie gesagt, daran glaube ich nicht, es ist nicht mehr als ein kleines Puzzleteil...

"Ist es nicht so dass einer der Vorredner sofort den Fall zur Polemik genutzt hat und sich beschwerte, dass hier wieder mal Geld von den Deutschen gefordert werde, obwohl nichts aber auch garnichts in der Nachricht darüber sagt und das Ganze in diesem Fall einfach nur abstrus ist"

Manche Leute reagieren nun mal mehr oder weniger allergisch auf das Thema, was soll´s.
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20.06.2013 21:26 Uhr von Patreo
 
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Du vergleichst somit das Schicksal der Juden in der Schweiz mit dem Schicksal der Juden in den Niederlanden mit dem Schicksal der Juden in den europäischen Teilen der Sowjetunion.
Aus wissenschaftlicher Sicht ist das mehr als fragwürdig, sondern einfach nur sachlich falsch.
Theresienstadt war was anderes als Aussschwitz, Treblinka nicht mit Dachau zu vergleichen und KZ Beaune-la-Rolande völlig anderen Motiven unterstellt.
Ghetto in Prag war anders Birkenau.

Diese Verallgemeinerung sind nicht korrekt die Identitätskrise eines Sally Perells welcher getarnt als Hitlerjunge überleben konnte ist mit dem Schicksal Franks in wenigen Dingen gleich. Da braucht man kein Komparatist zu sein.

Zeige bitte also Details, die deine These stützen?
Anders könnte man auch sagen das Schicksal eines Vergewaltigungsopfers in der Schweiz ähnelt einem politischen Gefangenen in Liberia, weil bei beiden Gewalt angewandt wurde. Wozu dann noch Recherche?

Unsere Meinung gehen stark auseinander als das ich jeden kleinen Schritt gegen die Relativierung der Verbrechen in der NS Zeit und dazu zählen Massenerschiessungen wie Brennöfen und Ausbeutung von allen nicht nur Juden, begrüße.

Solches wäre hier meiner Meinung nach der Fall
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20.06.2013 22:55 Uhr von -Count-
 
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@ Patreo

Jetzt unterstellst du mir auch noch eine Relativierung des Holocausts? Das ist schon ziemlich dreist, findest du nicht? Anscheinend hast du nicht begriffen, was ich sagen wollte, stattdessen kommst du mir mit kleinkarierten Details, die keiner Erörterung bedürfen Über Zweck und Funktion der unterschiedlichen Lager muss man nicht ernsthaft diskutieren, das sollte alles hinlänglich bekannt sein. Was ich versuchte zu sagen war Folgendes (und nicht mehr):

Wenn Millionen Menschen - wie im 2. Weltkrieg geschehen - zur Ausbeutung und anschliessender Vernichtung bestimmt, in Lager gesteckt, entwürdigt, gequält und ermordet werden, dann gleichen sich die Geschichten, Erzählungen und Schicksale der Überlebenden im Wesentlichen, da die überwiegende Mehrheit derer ein- und dasselbe erlebt hat. Selbstverständlich wird es bei so etwas immer Detailunterschiede geben, darüber müssen wir auch nicht reden, ist logisch.

Jetzt verstanden?
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21.06.2013 01:12 Uhr von Patreo
 
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Nein du missverstehst mich.
Ich sage dass meine Ansicht sich gezielt gegen die Relativierung richtet.
Deine richtet sich gegen einzelne Fakten.
Weil ich wie das Individuum und deren Erfahrungen als einzigartig betrachte und deswegen auch die Erforschung um klarere Sicht von Dingen die vor meiner Zeit passiert sind, mit so vielen Quellen wie möglich betreibe.
Diese unterscheiden sich meiner Erfahrung nach in diesem Aspekt sehr.
Was ich dir unterstelle ist folgendes: Würdest du mehr Berichte darüber gelesen haben (aus den Kommentaren kann ich zu diesem Zeitpunkt leider nichts Gegenteiliges herauslesen) könntest du belegen, inwiefern du diese als GLEICH ansiehst.
Kleinkarierte Details wie du sie nennst, unterscheiden eine Vermutung von einem belegbaren Fakt.
Je deutlicher belegbar desto detailreicher.
Die Details machen meiner Meinung nach einen sehr großen Unterschied aus, sonst kommen wir in klischeehafte und fehlerhafte Vermutungen.
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21.06.2013 01:48 Uhr von -Count-
 
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Das ist doch eigentlich ganz einfach zu verstehen: Da vielen Überlebenden dasselbe widerfahren ist, ähneln sich auch zwangsläufig deren Geschichten. Mit Relativierung hat das nicht das Geringste zu tun, das ist einfachste Logik.
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21.06.2013 07:19 Uhr von Patreo
 
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:-) Ich verstehe deine Argumentation.
Bin dadurch, dass ich mich mit der Materie stärker beschäftigt habe, eher vom Gegenteil überzeugt
und der Meinung, dass die Verteilung und Vernehmung dieses Täters hier GEGEN eine Relativierung für mehr Informationen aus historisch wissenschaftlichen Sicht heraus bringen kann.
Und mit Aufklärung sollte man rassistische Ignoranz und Hass bekämpfen. Diese fängt mit Logik und Fakten an.
Je eher diese dem Rechtsradikalismus ausgeht desto eher kann man diesen demaskieren, als das was er ist.
Der , welcher an die ,,Lüge Holocaust Theorie" glauben will, wird es weiterhin tuen, die Jungen Unschlüssigen könnten sich jedoch ein genaueres Bild schaffen können, da die Geschichten der Überlebenden die zwar die Gemeinsamkeit des Grauens haben (da gebe ich dir zwar zu), dieses jedoch so individuel und unterschiedlich war und natürlich auch die Verarbeitung sind.
Die Geschichte eines Schraftäters, der doch noch überführt wurde, könnte so etwas auch hervorrufen.

Da gehen also unsere Meinungen schließlich auseinander.


[ nachträglich editiert von Patreo ]
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21.06.2013 14:22 Uhr von -Count-
 
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Endlich haben wir´s.^^ Natürlich sind die Geschichten individuell unterschiedlich und gleichen sich nicht wie ein Ei dem anderen, sie weisen jedoch oftmals erhebliche Gemeinsamkeiten auf.

Mit Logik und Faken wirst du jedoch leider keinem einzigen Holocaust-Leugner beikommen können, so etwas ignorieren die nämlich geflissentlich. Ich persönlich habe nicht das Geringste für Massenmörder übrig, weder für "linke" noch für "rechte".

Vielleicht kann der alte Mann ja tatsächlich etwas mehr über das Schicksal der ungarischen Juden erzählen, wer weiss. Eine eventuelle Strafverfolgung ist in Anbetracht seines hohen Alters allerdings ausgeschlossen, da muss man sich nichts vormachen.

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