07.06.13 09:18 Uhr
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Hans-Werner Sinn bedauert seine Zustimmung zum Euro

Während seiner Ansprache beim Ökonomen-Podium in Magdeburg zeigte sich der wohl bekannteste Ökonom Deutschland, Hans-Werner Sinn, selbstkritisch wie nie zuvor. Als Dummkopf bezeichnet er sich, weil er einst für den Euro gestimmt habe.

Sinn hinterfragt dabei das einstige Friedensprojekt und sagt, dass er noch nie so viel Hass in Europa wie heute gesehen habe. Er sieht aber auch keinen Ausweg, da ein Ausstieg aus dem Euro gerade Deutschland äußerst belasten würde. Unternehmen hätten Forderungen in Billionen-Höhe.

Auch der Gründer der "Alternative für Deutschland", Bernd Lucke, wiederholte seine Kritik am Euro. Dabei stieß er aber auf keinerlei Zustimmung seiner anwesenden Kollegen. Einig waren sich die Ökonomen darüber, dass es falsch sei, dass einzelne Länder für die Schulden anderer einstehen.


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WebReporter: Bildungsminister
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Euro, Zustimmung, Hans-Werner Sinn, Euro-Kritik
Quelle: www.faz.net

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4 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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07.06.2013 09:18 Uhr von Bildungsminister
 
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Man könnte, so liest sich die Quelle, von einer Katerstimmung, und einer großen Ernüchterung unter den Ökonomen sprechen. Man gewinnt dabei den Eindruck, dass viele dieser nicht mit dem gerechnet haben, was wir heute vor uns haben. Allerdings ist der große Tenor auch, dass es vor allem Deutschland richtig teuer zu stehen käme, würde man aus dem Euro austreten, oder Staaten pleite gehen zu lassen. Sinn sagte allerdings auch, dass er keine richtige Lösung parat habe.
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07.06.2013 09:45 Uhr von Abdul_Tequilla
 
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Was macht heutzutage den Wohlstand einer Gesellschaft aus?

Ist es, dass möglicherweise die Politiker in dem einen Land klügere Entscheidungen für ihr Volk treffen als in einem anderen Land? Wohl eher nicht. Oder ist es, dass die Menschen in dem einen Land einfach mal klüger sind als in dem anderen? Ganz bestimmt nicht. Waren es doch die Griechen kulturell und wirtschaftlich die Vorreiterrolle in der Antike inne hatten. Oder die Portugiesen entsprechend während des Mittelalters.

Sind es die Bodenschätze über die ein Land verfügt? Ist es den Zugang zum Meer, der die Schifffahrt und den Fischfang begünstigt? Ist es das Wetter und der Boden, der eine produktive Landwirtschaft ermöglicht? Möglicherweise spielen diese Punkt wichtige Rollen?

Wir leben in einer Zeit, in der der wirtschaftliche Wohlstand in erster Linie abhängig ist von der Grad der Interdependenzen, die ein Land zu anderen Ländern aufweist: Umso mehr und engere internationale Verflechtungen es gibt, desto besser geht es einem Volk. Und was begünstigt einen hohen Grad an Verflechtungen? Meiner Meinung nach die geografische Lage: Deutschland hat NEUN Nachbarstaaten - mehr als jedes andere europäische Land. Wir sind Exportweltmeister. Und wo gehen die meisten Exporte (ca. 60%) hin? In Länder, mit denen wir eine gemeinsame Außengrenze haben.

Die Portugiesen haben bspsw. nur Spanien als Nachbar. Die Spanier wiederum nur Portugal und Frankreich... Polen und Tschechien, die mitten in Europa liegen, haben in den letzten Jahren kräftig aufgeholt - ich möchte bals sagen: Sie haben Spanien, Griechenland & Co. bereits eingeholt.

Eine gemeinsame Währung hilft uns Deutschen, ein dichtes Interdependenzengeflecht zu unseren Nachnbarn zu knüpfen und somit den Wohlstand hierzulande auf ein Niveau zu hebem, dass selbst den Banken,- Wirtschafts,- und Eurokriese trotzt.

Der Preis dafür ist, dass wir als wirtschaftlicher Motor Europas auch zusehen müssen, dass wir die, die nicht durch eine so exklusive geografische Lage gesegnet sind wie wir, finanziell unter die Arme greifen müssen. Unterm Strich gehen wir dabei als Gewinner hervor: Ein Euro-Ausstieg würde uns (auch langfristig) wirtschaftlich weit zurückwerfen.
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07.06.2013 10:13 Uhr von Bildungsminister
 
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@Abdul_Tequilla

Die Rechnung die sich aus deinem Kommentar, über dessen These man natürlich streiten kann, ergibt, ist ja die nach der Rentabilität. Ich will das mal versuchen simpel darzustellen.

Wenn ich durch meine internationalen Vernetzungen im Export, bzw. in der Wirtschaft generell, ein Plus von einer Milliarde Euro (rein fiktiv) erwirtschafte, ich aber die gleiche Summe, oder eine größere Summe, für die Stabilisierung von Nachbarstaaten aufbringen muss, dann ergibt das unterm Strich eine Nullrechnung. Es stellt sich hier die Frage, ob ich dadurch einen Mehrgewinn habe, ich Verlust mache, oder ich mit +-0 raus gehe.

Und das ist nun eine Rechnung ohne wichtige Variablen. Die zuvor genannten eine Milliarde, die gehen ja nicht direkt an den Staat, sondern werden im In- und Ausland versteuert, sie gehen in Teilen an die Betriebe und Zulieferer. Das heißt effektiv bekommt der Staat davon nur einen Bruchteil. Er muss aber mit der vollen Summe für andere Staaten einstehen.

Nicht falsch verstehen. Ich will hier keinerlei Partei ergreifen, aber diese Rechnung muss man aufmachen, wenn man solche Thesen aufstellt.
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07.06.2013 12:36 Uhr von jens3001
 
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Zustimmung? Ich wusste gar nicht, dass man dafür oder dagegen stimmen konnte.


Und wieso wird wieder die AvD genannt?

Ich werd demnächst auch ne Partei gründen: "Die Problemlöser" oder "Weltfriedenspartei" oder "Alle Macht dem Volk"-Partei.

Die haben NICHTS aber auch gar nichts bisher geleistet. Aber werden ständig in den Medien erwähnt, gedankenschwache User in diversen Foren schwören auf diese "Alternative"....

Ich verstehs nicht.

Das worauf all die Naivlinge hoffen - Ausstieg aus dem Euro - ist anscheinend sogar in dieser Neulings-Partei umstritten, bzw. der Weg dazu.

Und das die Partei gleichzeitig mehr Privatisierung und Liberalisierung (nach dem Motto: Bürger, kümmer dich selbst drum, ist ja dein Leben) fordert scheint kaum einer begreifen zu wollen.

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