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Aufstocker: Niedriglohnpolitik des Einzelhandels kostet Staat 1,5 Milliarden Euro

Die Niedriglöhne im Einzelhandel kommen den Staat teuer zu stehen, denn jährlich müssen 1,5 Milliarden Euro an Hartz-IV-Aufstocker gezahlt werden.

Jeder Fünfte verdient im Einzelhandel weniger als 8,50 Euro die Stunde und muss staatliche Hilfe bekommen.

Im Juni 2012 mussten allein 130.000 Arbeitnehmer finanziell unterstützt werden.


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WebReporter: tante_mathilda
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Hartz IV, Milliarden, Einzelhandel, Aufstocker
Quelle: www.spiegel.de

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04.06.2013 11:45 Uhr von derSchmu2.0
 
+13 | -0
 
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1,5Milliarden zum Schutze der Wirtschaft und Arbeitslosenstatistik...auf Kosten der Steuerzahler...wie oft kann man eigentlich in den selben Hintern treten? In Deutschland zu oft...
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04.06.2013 12:04 Uhr von Bildungsminister
 
+8 | -0
 
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Das ist doch nicht nur im Einzelhandel so. Überall dort wo Niedriglohn, Teilzeitlohn, Kurzarbeit, oder 1,50 Jobs vergeben werden, wird Arbeitskraft durch den Staat subventioniert. Viele Arbeitgeber können sich so eine goldene Nase verdienen, indem sie Bedürftigkeit vorgaukeln, und den Staat erpressen, indem sie das Todschlagargument "Arbeitsplatz" anbringen.

Nicht ohne Grund kritisiert die EU (jaja, ich weiß) die hiesige Lohnpolitik. Unterm Strich haben wir heute einen Niedriglohnsektor, den man früher am Ehesten Ländern wie China zugetraut hätte. Unsere tollen Statistiken und Zahlen kommen nur dadurch zustande, indem wir Arbeit nicht mehr bezahlen, sondern subventionieren, und indem wir einen massiven Anteil unserer eigenen Bevölkerung ausbeuten.

Real gesehen haben sich die Löhne in Deutschland in den letzten Jahren nach unten entwickelt, schleichend versteht sich. Schlicht weil sie mehr und mehr der Teuerungsrate hinterher laufen. Gerade im Mittelstand findet das ganz massiv statt. Die merken das nur nicht, weil man die Geringverdiener eben noch mehr schröpft, dann wirkt die Kluft nicht so groß.

Das deutsche Erfolgsmodell sieht von Außen betrachtet immer so toll aus. Man darf eben nur nicht hinter die Kulissen gucken. Da könnte man dann erkennen, dass das nur funktioniert, weil der Staat einen massiven Anteil der Löhne übernimmt, die normalerweise Arbeitgeber zahlen müssten. Das geht aber auch nur so lange gut, bis das Geld zum Subventionieren irgendwann eben nicht mehr reicht.

[ nachträglich editiert von Bildungsminister ]
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04.06.2013 12:12 Uhr von saber_
 
+4 | -3
 
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arbeitgeber sind keine sozialen vereine... und wenn ihnen das recht zusteht so zu wirtschaften, dann duerfen sie dieses recht auch gebrauchen....



die politiker die diese gesetze durchgewunken hat sollte man aber an den pranger stellen...
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04.06.2013 12:54 Uhr von jens3001
 
+2 | -1
 
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_saber:

Sehe ich etwas anders. Rein rechtlich ist es wohl so wie du sagst. Aber dennoch fehlt den Geschäftstreibenden häufig ein gewisser Kodex.

Nicht alles was man machen kann, sollte man auch tun.
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04.06.2013 13:15 Uhr von saber_
 
+1 | -1
 
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@jens3001

bist du ein mönch? weil wenn nicht, dann haelst du dich ebenso wenig an einen kodex...


es ist sehr leicht gesagt das sich die anderen daran halten sollen... aber zunaechst sollte man dann mit gutem beispiel voran gehen...
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04.06.2013 16:59 Uhr von Thimphu2003
 
+1 | -0
 
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Nun, wenn die Verquickung von Politik und Wirtschaft so gelebt wird wie von der FDP...

was wollen Sie erwarten?

Korrektur zum Besseren ... bedeutet für die Liberalen... nur die Korrektur zu weniger Steuern.
Der Normalverdiener spart 32,- € im Monat; der Gutsituierte 2500,- €

Das soetwas funktionieren soll, glauben zumindest nach wie vor die Leute, die der FDP ihre Stimme geben. Und gleichzeitig von ihr über den Tisch gezogen werden. Weil sie "geil" auf ihre 32,- € sind.

Die Staatsverschuldung geht aber hoch, die Schulen verfallen, die Straßen, die Kinderbetreuung wird privat organisiert von denen, die es sich erlauben können usw.
Der Markt wird´s schon regeln...
Auf der Strecke bleiben die, die nicht die Potenz haben für 3 Rechtsanwälte, 2 Steuerberater, 4 Anlageberater, Wohnsitz in Monaco ect.
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04.06.2013 17:05 Uhr von Thimphu2003
 
+2 | -0
 
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Der flächendeckende Mindestlohn muß endlich her. Für alle Bereiche.

Damit Leute bei 40 Stunden Arbeiten nicht mehr aufstocken müssen; Der Steuerzahler entlastet wird; Endlich Sozialabgaben gezahlt werden; Arbeitslose überhaupt wieder besser motiviert werden, arbeiten zu gehen; Und damit die Altersarmut abgeschwächt (nicht komplett beseitigt) wird.

Alles andere ist Politik von vorgestern.
Vorgestern war die Rente zwar noch sicher.

Aber hier geht es um unser aller Zukunft !

4,35 € die Stunde... abartig!
Diesen Firmenkonzepten soll endlich den Garaus gemacht werden.

[ nachträglich editiert von Thimphu2003 ]
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04.06.2013 17:08 Uhr von ArrowTiger
 
+2 | -0
 
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Ich frage mich, welchen Vorteil die Lohndumping-Firmen sich von dieser Politik versprechen? Ich denke nicht, daß die Mehrheit der von ihnen ausgebeuteten Angestellten sich für diesen Mickerlohn sonderlich anstrengen wird. Wie von den marktliberalen Kräften ja immer als Wunsch geäußert, dürften auch die Billiglöhner wirtschaflich denken.
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05.06.2013 08:51 Uhr von Thimphu2003
 
+2 | -0
 
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Nun der Vorteil - und das muß ich Ihnen sicherlich nicht erläutern (Ich mach es mal, weil es andere ansch. immernoch nicht geschnallt haben) - ist der, daß sich diese Firmen einen Wettbewerbsvorteil geegnüber dem Wettbewerb beschaffen (den der normale Steuerzahler dann zu zahlen hat).
Dieser AG (Arbeitgeber) zahlt nicht 9,85 € wie der Mitbewerber, sondern nur 5,38 € die Stunde. So bekommt man Aufträge. Den Rest zum Existenzminimum soll sich der Arbeitnehmer dann über HartzIV beim Amt holen. Das ist sehr praktisch.
Die andere Firma geht dann natürlich den Bach runter, weil sie keine Aufträge mehr bekommt, da zu teuer (höhere Lohnkosten).

Und wenn sie diese Arbeit nicht annehmen, sind sie arbeitslos. Werden ausgegrenzt, von der FDP als fauler Sack denunziert, von unserer Markt-orientierten Gesellschaft als zu teuer befunden, das Ganze wird dann würdelos...
Also geht man lieber zu diesem Hungerlohn arbeiten, weil man auch vor seinen Kindern nicht als Versager dastehen will.

[ nachträglich editiert von Thimphu2003 ]
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05.06.2013 10:14 Uhr von ArrowTiger
 
+2 | -0
 
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@Thimphu2003:

Das ist schon klar. ;-)

Ich weiß natürlich nicht, wie das andere handhaben, aber ich würde einem solchen Ausbeuter für einen solchen Lohn im Leben nicht meine volle Arbeitskraft zur Verfügung stellen, sondern sogar schauen, daß die Arbeit möglichst mangelhaft ausgeführt wird! Da gibt es genügend Möglichkeiten, sich ohne (ohnehin verfassungswidrige) Sanktionen aus der Bredouille zu ziehen.

Sollten dies mehrheitlich alle Billiglöhner so machen, kann ich mir ein langes Bestehen eines solchen halbseidenen Unternehmens kaum vorstellen.
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05.06.2013 12:16 Uhr von Thimphu2003
 
+1 | -0
 
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@ArrowTiger
Das ist auch eine Möglichkeit, die man mal in Erwägung ziehen sollte.

Das Pervese an dieser FDP-Ideologie ist ja, das die, die zu 5,38 € arbeiten gehen im Endeffeklt weniger haben als die, die ihr "Auskommen" komplett über HartzIV decken.

Das da was nicht stimmt, haben unsere Neoliberalen noch nicht gemerkt. Auf dem Auge sind sie absichtlich blind. Hauptsache der Rubel für Unternehmen rollt. Und seien diese Unternehmen auch noch so unseriös und stoßen sich auf Kosten unser Aller mit dieser unfairen Praxis gesund.

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