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Tunesien: Nach der Revolution geraten Christen und Juden in Bedrängnis

Während der Diktator Ben Ali und Vorgänger Habib Bourguiba ein säkulares Tunesien anstrebten, ist die Situation nach der Revolution des "Arabischen Frühlings" für die religiösen Minderheiten schwieriger geworden. Radikale Gruppen kämpfen für ein Gesellschaftsmodell ohne Andersgläubige.

Noch in den 50er Jahren lebten mehr als 300.000 Christen in dem nordafrikanischen Land. Heute sind es gerade mal 30.000. Der christliche Glaube darf nicht öffentlich praktiziert werden. Ebenso sind das Läuten der Kirchenglocken und eine Karfreitagsprozession verboten.

Auch die Zahl der jüdischen Familien ist zurückgegangen. Mittlerweile gibt es nur noch rund vierzig jüdische Familien in Tunis und etwa tausend Juden auf Djerba. Die jüdischen Gemeinden sind gespalten. Einige sehen keine Diskriminierung, andere beklagen offenen Antisemitismus.


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WebReporter: blonx
Rubrik:   Kultur
Schlagworte: Revolution, Tunesien, Antisemitismus, Juden
Quelle: www.nzz.ch

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8 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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26.04.2013 21:16 Uhr von blonx
 
+14 | -0
 
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Als Beispiel dient die Große Synagoge von Tunis, welche mittlerweile einem Hochsicherheitstrakt gleicht. Sie ist von Stacheldraht umgeben und steht unter Polizeischutz. Sie liegt in direkter Nachbarschaft zu einer Salafisten-Moschee.
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26.04.2013 21:46 Uhr von gerndrin
 
+24 | -2
 
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Ja und?
Selbst unsere Politiker, absolut kenntnisreich, wissen doch:
Islam ist Frieden!

Wer das nicht glaubt, dem schlag ich die Fresse sein!°
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26.04.2013 22:42 Uhr von azru-ino
 
+3 | -12
 
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die christen der 50er jahre sind die französischen besatzer gewesen und die juden sind alle nach israel gegangen, ist ja nicht so weit entfernt
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26.04.2013 22:53 Uhr von Amandil
 
+6 | -0
 
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Wenn das so weiter geht gibts in 10 Jahren einen Kreuzzug ins Heilige Land....

Die Menschheit lernt wohl auch nie dazu.

[ nachträglich editiert von Amandil ]
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26.04.2013 23:23 Uhr von Floetistin
 
+4 | -3
 
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Die Tunesier haben sowieso sehr viel falsch gemacht.

Sie haben, vergleichweise unblutig, ihren Diktator abgeschossen und dadurch die einmalige Chance bekommen ihr Land weltoffen und interessant für Investoren zu machen.

ABer was haben sie getan? Große Arbeitgeber im südlichen Teil offen boykottiert, Gebäude angezündet, Zulieferungen blockiert und ganz offen Gewalt angewendet gegen die, die arbeiten wollten.

Dann als ihr Land "frei" war und sie etwas hätten ändern können, sind sie via Italien nach Europa abgehauen um dort besser zu leben anstatt sich selbst etwas aufzubauen.

Viele Firmen, vor allem Industrie, Automobilzulieferer und Firmen für passive / aktive Veredelung hatten in Tunesien große Werke aufgebaut und diese dann wieder verlassen - wegen zu hohen Risiken für die Produktion.

Marokko hingegen hat sich zu einem sehr guten Partner für die EU entwickelt.
Auch ohne Revolution und Brandstiftung.

Das der Islam nicht sehr tolerant gegenüber anderen Religionen ist, ist bekannt.
Allerdings möchte ich dann doch mal sehen wie meine SN-Mit-User hier es finden würden statt von einer Kirchenglocke von einem Sänger auf einem Minarett geweckt zu werden.
Oder wie toll man es in Deutschland findne würde, wenn in der Innenstadt eine Moschee nach Original-Vorbild gebaut werden würde.
Oder mitten auf dem Busbahnhof Teppiche ausgerollt zu sehen auf dem Islamisten gen Mekka beten.

Auch hier schränkt man, meiner Ansicht nach zu Recht, die Ausübung der anderen Religionen ein.
Nicht in deren Glauben aber doch in der öffentlichen Ausführung.

Dann darf man halt in Tunesien keine Prozession machen - dennoch gibt es Kirchen und Synagogen. Dann werden die Prozessionen und Feierlichkeiten halt in den Gebäuden abgehalten, oder genau davor.
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27.04.2013 00:22 Uhr von Floetistin
 
+3 | -2
 
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Theo_Neandonly

Das was du sagst ist richtig. Persönlich finde ich zwar, dass das Christentum aus traditionellen und geschichtlichen Gründen nach wie vor eine Sonderrolle in Europa einnimmt und einnehmen sollte aber das ist ein anderes Thema.


Dennoch schreibst du genau das was ich meinte. Auch hier in Europa wird die Religionsausübung der MOSLEMS (du hast vollkommen Recht - mein Fehler!!) beeinträchtigt.
Die News sagt es allerdings schon - "Der christliche Glaube darf nicht öffentlich praktiziert werden. Ebenso sind das Läuten der Kirchenglocken und eine Karfreitagsprozession verboten. "
Auch die Moslems üben ihren Glauben nicht öffentlich aus in Europa, die Sänger dürfen nicht einfach so loskrakelen und mir ist auch nicht bekannt, dass es toleriert wird, dass zu einer bestimmten Zeit die Teppiche ausgerollt werden wo man grad steht und sitzt.
Während des Ramadan nimmt kaum einer Rücksicht auf die recht harte Zeit für gläubige Moslems und vermeidet es in ihrer Nähe zu essen oder dieses anzubieten. Und Nachts findet kaum mehr Feierlichkeiten statt als außerhalb des Ramadans.
Ich finde das auch in Ordnung so. Allerdings ist das eben auch eine Einschränkung der Religionsausübung.

Ich verstehe nicht weshalb man in Europa erwartet, dass die Moslems sich anpassen (ich erwarte das auch) aber in Nordafrika, Arabien, etc. sollen die anderen den Christen die öffentliche und uneingeschränkte Ausübung ihres Glaubens zugestehen.

Es wird in der News nicht direkt von Gewalt gesprochen. Nur von:

Der christliche Glaube darf nicht öffentlich praktiziert werden. Ebenso sind das Läuten der Kirchenglocken und eine Karfreitagsprozession verboten.

Im Gegenteil. Es wird von Kirchenglocken gesprochen - also gibt es auch Gotteshäuser. Von Synagogen wird auch gesprochen.

Die Gewaltanwendung gegen jegliche religiösen Menschen aus dem Grund dass sie religiös sind ist natürlich vollständig abzulehnen.
Aber zumindest aus der SN geht das so nicht hervor. Da wird nur von der Einschränkung der Religionsausübung gesprochen - in einem Maß das ich auch aus Europa kenne.

Nehmen wir mal andere Länder, z.B. die Türkei oder Saudi-Arabien, dort dürfen meines Wissens nach nicht mal Kirchen gebaut werden - oder Gebäude als solche genutzt werden.


Auch in der Quelle steht es so:

"o zeigen sich die Grenzen der Religionsfreiheit im vor- wie nachrevolutionären Tunesien: Muezzin ja – Kirchenglocken nein, Vollverschleierung ja – Nonnenhabit nein, Freitagsgebet auf offener Strasse ja – Karfreitagsprozession nein."

Auf Europa umgedichtet wäre es:

Kirchenglocken ja - Muezzin nein. Nonnenhabit ja - Vollverschleierung zumindest wenig beliebt bis teilweise verboten.
Karfreitagsprozession - ja, Freitagsgebet teilweise nein (kommt auf den Ort an - auf der Straße sicher nicht, irgendwo im Park hat kaum einer ein Problem damit).


Des Weiteren:

"1964 einigten sich der Vatikan und die Regierung unter Bourguiba auf einen bis heute geltenden «Modus Vivendi», der der Kirche erlaubt, im Rahmen von Gottesdiensten, Schulen und caritativen Einrichtungen tätig zu sein."


Mit der Ausübung der Religion in Gebäuden und "Privat" hat also anscheinend kaum einer ein Problem.

Es wird in der Quelle genau 1 wirklich negatives Beispiel genannt. Das betrifft nämlich eine jüdische Synagoge.
Aber auch hier wird nicht konkret von dauerhafter Gewalt gesprochen, sondern in der Vergangenheitsform von Übergriffen.
Ich bin mir sicher, dass islamische Moschee gleich neben einer erzkatholischen Kathedrale in Irland oder den USA ebenfalls nicht gerade beliebt wäre.

[ nachträglich editiert von Floetistin ]
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27.04.2013 06:01 Uhr von ELeMeNT1983
 
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Die Juden sind Version 1. Mit den Christen kam das Update und der Islam ist ein Fun-Mod mit späterem Bloodpatch. :D
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27.04.2013 09:14 Uhr von Klugbeutel
 
+4 | -1
 
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Die Religion des Friedens duldet eben keine weiteren Religionen neben sich.
Oder sind das in Tunesien wieder mal nur knapp 10 Millionen Einzelfälle?

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