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Afghanistan: Karzai kritisiert Asylangebote für einheimische Helfer der NATO

Der Abzug der NATO-Truppen aus Afghanistan rückt immer näher und gerade die afghanischen Helfer der Militärs sehen diesem mit Angst entgegen. Sie befürchten Racheakte durch die Taliban. Aus diesem Grund bieten zahlreiche Länder ihren Helfern Asyl an.

Gerade die USA, Kanada, Frankreich und Neuseeland haben bereits zahlreiche Asylanträge genehmigt. Auch die Bundesrepublik hat Asylangebote gemacht, obwohl bislang noch kein einziger Antrag offiziell genehmigt wurde. Der afghanische Präsident Karzai hat energisch gegen diese Asylangebote protestiert.

Karzai argumentiert damit, dass gerade die Helfer gut ausgebildet seien und für den Wiederaufbau des Landes benötigt würden. Bislang entscheidet das Innenministerium über Asylanträge, obwohl die Bundeswehr die Gefährdung ihrer Dolmetscher sehr viel besser einschätzen könnte.


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WebReporter: blonx
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Afghanistan, NATO, Helfer, Hamid Karzai
Quelle: www.spiegel.de
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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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18.04.2013 13:58 Uhr von blonx
 
+6 | -0
 
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Eine ähnliche Meinung hat auch das deutsche Innenministerium und erklärt weiter, dass die Asylangebote ein falsches Signal für die Afghanen wäre. Ein Beamter erklärte, "Wenn man eingesteht, dass viele Helfer der Bundeswehr nach dem Abzug mit dem Tod bedroht sind, liegt der Schluss, dass unsere Mission gescheitert sei, bedrohlich nah".
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18.04.2013 14:13 Uhr von NoPq
 
+3 | -1
 
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Natürlich ist die Mission da unten gescheitert. Die war von Anfang an dazu verurteilt zu scheitern.

Kollaborateure haben es nach Abzug der Besatzer nie leicht. Von daher finde ich die Möglichkeit auf Asyl schon in Ordnung. Wenn wir bei dem scheiß Krieg schon mitmachen mussten, müssen wir nun wenigstens diese Verantwortung übernehmen.

[ nachträglich editiert von NoPq ]
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18.04.2013 14:21 Uhr von Perisecor
 
+2 | -2
 
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@ NoPq

Du scheinst nach 12 Jahren Krieg noch immer nicht zu wissen, dass sich Taliban, IBU etc. fast ausschließlich aus nicht-Afghanen rekrutieren.
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18.04.2013 14:28 Uhr von NoPq
 
+1 | -1
 
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@Perisecor: Trotzdem geht uns das nichts an und der Grund für den Krieg waren sicherlich nicht irgendwelche dahergelaufenen Mullahs aus den umliegenden Staaten.

9/11, schon vergessen? Oder auf was willst du mit diesem Hinweis hinaus? Der Krieg war und ist meines Erachtens nicht richtig. Da wir uns aber mitschuldig gemacht haben, müssen wir jetzt auch die moralischen Konsequenzen tragen.
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18.04.2013 14:33 Uhr von Perisecor
 
+2 | -1
 
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@ NoPq

Es geht uns dann etwas an, wenn Leute, die in diesem Land schalten und walten können wie sie wollen, eine Bedrohung für uns darstellen.

Mir jedenfalls ist es lieber den Krieg dort auszutragen, wo sich unsere Feinde niedergelassen haben als dort, wo meine Familie und meine Freunde wohnen. Das ist dann nämlich die Konsequenz.



Ein Teil der Fanatiker, die jetzt in Afghanistan kämpft oder gekämpft hat, hätte sonst schlicht den Krieg zu uns gebracht.


Feindliche Kräfte zu binden ist weder eine moderne militärische Taktik, noch ist sie dumm. Im Gegenteil, es ist eine der besten Methoden, die es gibt.




Und worauf ich mit dem Kommentar hinauswollte ist auch klar: ISAF kämpft in Afghanistan nicht gegen Afghanen. Die Afghanen stehen einerseits hinter ISAF, andererseits wollen sie einfach nur ihre Ruhe. Unterstützer der Taliban findet man äußerst selten.
ISAF sind auch keine Besatzer. Im Gegenteil, die Taliban, die Ende der 90er Jahre aus Pakistan kamen, waren Besatzer. IBU, die sich vorrangig aus Usbeken rekrutieren, das sind Besatzer. Und weder die islamischen Kämpfer aus den Turkstaaten, noch die aus Pakistan oder sonst woher vertreten das afghanische Volk.

Und eine "Befreiung" Afghanistans wollen sie sowieso nicht. Sie wollen dort wieder ihren gnadenlosen Gottesstaat errichten, die Afghanen unterdrücken und den weltweiten Terror organisieren.
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18.04.2013 14:47 Uhr von NoPq
 
+2 | -1
 
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Du argumentierst ja gut, aber ich hadere mit dem Gedanken, dass "unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt wird".

Von daher kann ich dir bei vielen Punkten nicht zustimmen. Ich bin der Meinung, dass hier überhaupt gar nichts passiert wäre. Und keine Sorge, ich werde jetzt nicht anfangen darüber zu labern, ob hinter 9/11 nicht evtl. die CIA oder der Mossad sitzen ;)

Und über das afghanische Volk lässt sich streiten. Sicherlich wurden durch die Besatzung (oder Neusprech "Befreiung") der ein oder andere Afghane in die Arme der Taliban getrieben. Daher missfällt mir auch das Argument, die armen Afghanen werden ständig nur von ausländischen Kräften tyrannisiert.
Es ist bestimmt oft der Fall, dass die Afghanen unterdrückt werden, aber wo sind denn beispielsweise die Leute von der nördlichen Allianz?

*Vorsicht Stammtisch Aussage*
Wenn ein Volk sich nicht alleine gegen ausländische oder fremde Kräfte wehren kann / will, ist es das Volk auch nicht wert, dass rund 50 Länder bewaffnete Truppen in das Land schicken, nur um am Ende von den eigenen Verbündeten (afghanische Armee) Angst haben zu müssen.
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18.04.2013 15:02 Uhr von Perisecor
 
+2 | -2
 
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@ NoPq

9/11 war nicht der erste islamistisch motivierte Terroranschlag gegen die westliche Welt.

Etwa 90% der toten afghanischen Zivilisten gehen direkt auf das Konto von Taliban&Co. Die restlichen 10% teilen sich ISAF und sämtliche afghanischen Sicherheitsorgane.
Ich habe nicht grundlos geschrieben, dass sich die Terrorgruppen _fast_ ausschließlich aus Ausländern rekrutieren.
Hier muss man einfach auch ganz klar sagen, dass nach 12 Jahren kaum noch ein Afghane am Leben sein dürfte, der ein z.B. Taliban-Sympathisant der ersten Stunde war.


Die Nordallianz ist mittlerweile nahezu vollständig in (mehr oder weniger) demokratische Teile der afghanischen Regierung bzw. deren Opposition aufgegangen. Das Militärbündnis als solches existiert damit nicht mehr, die Aufgabe übernehmen nun stellvertretend die Streitkräfte Afghanistans.



Deine "Stammtisch-Aussage" lässt leider unter den Tisch fallen, dass a) Afghanistan überhaupt keine Chance hatte, nach den langen Bürgerkriegen, der Sowjetbesatzung und den Nachwirren Fuß zu fassen, als über 20.000 reguläre pakistanische Soldaten auf Seiten der Taliban in den Krieg einstiegen b) es uns im Westen nichts bringt, wenn sich der Gegner völlig gefahrlos sammeln und organisieren kann.


In konventionellen Kriegen ist es immer entscheidend den Gegner an der Organisation zu hindern - z.B. indem man seine Bereitstellungsräume angreift.
Terroristen haben aber keine Bereitstellungsräume auf dem offenen Schlachtfeld. Ihre Bereitstellungsräume sind verlorene Staaten, Dörfer, Höhlen etc.

Da bleiben nur 3 Möglichkeiten:
1) nichts tun und den Feind seine Aktionen durchführen lassen
2) den Feind im eigenen Land bekämpfen (inkl. Kollateralschäden im eigenen Land und die Wegnahme der Pufferzone)
3) den Feind in seinen unkonventionellen Bereitstellungsräumen bekämpfen (das z.B. macht der Drohnenkrieg der USA)


Wir befinden uns in einem globalen Krieg gegen einen Gegner, den man kaum sieht. Und der keinerlei Bedingungen für einen Waffenstillstand oder gar einen Frieden stellt - noch welche annehmen würde, außer der absoluten und totalen Kapitulation.
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19.04.2013 00:28 Uhr von NoPq
 
+0 | -1
 
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>>9/11 war nicht der erste islamistisch motivierte Terroranschlag gegen die westliche Welt.<<

Stimmt natürlich, aber durch den Krieg wurde die Situation alles andere als entschärft.

>>Etwa 90% der toten afghanischen Zivilisten [...] Taliban-Sympathisant der ersten Stunde war.<<

Deswegen mein´ ich ja, dass der Konflikt den Hass eigentlich nur geschürt hat.

Bezüglich der Auswahlmöglichkeiten bin ich mir selbst nicht ganz sicher, was der beste Weg ist in diesem Fall. Ich bin eben, wie gesagt, der Meinung, dass der Krieg an sich schon mal falsch ist, aber das bringt heutzutage natürlich auch nichts mehr.

Von daher meine Frage: wie stehst du eigentlich zu dem Thema (also der News) an sich? Nur mal interessehalber, wo wir uns bisher doch so gut unterhalten haben ;)
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19.04.2013 00:54 Uhr von Perisecor
 
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@ NoPq

Ich halte die Asyl-Angebote für ein falsches Signal. Sie entziehen dem geschwächten Land nicht nur Facharbeiter, sondern auch prinzipiell dem Volk gegenüber loyale Menschen.

Letztlich wird sich Afghanistan so oder so nicht vollständig stablisieren lassen. Aber je stabiler die Gebiete sind, die sich durch eine Regierung kontrollieren lassen, desto besser ist das für uns alle - und vorrangig natürlich für die ganz normalen Menschen vor Ort.


Nichtsdestotrotz kann ich natürlich nachvollziehen, wieso Menschen lieber in den USA, Kanada etc. leben wollen, als in Afghanistan. Und das völlig unabhängig von der Verfolgung durch eine große Terrororganisation, die nicht nur ihre eigenen Mitglieder missachtet, sondern auch alle anderen Menschen.

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