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Finanzkrise/Zypern: Jetzt sind Auszahlungen oder Überweisungen verboten

Die Situation in Zypern wird nach der Einigung der EU-Finanzminister auf ein Rettungspaket, bei dem Bankkunden zu einer Abgabe von bis zu 9,9 Prozent je nach Kontostand verpflichtet werden (ShortNews berichtete), immer dramatischer.

Die zypriotische Zentralbank fordert nun das gesamte Bankensystem ein, um einen weiteren Run auf die Banken zu verhindern. Jedwede Transaktion wie Auszahlungen oder Überweisungen wurde unverzüglich verboten, wie griechischsprachige Medien berichteten.

Unterdessen wird auch auf politischer Ebene über das Rettungspaket gestritten. Die Zustimmung im Parlament ist mehr als ungewiss - Zustimmung oder Staatspleite, so das Argument von Präsident Anastasiades.


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WebReporter: deereper
Rubrik:   Politik
Schlagworte: EU, Bank, Finanzkrise, Zypern, Überweisung
Quelle: orf.at

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21 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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18.03.2013 07:10 Uhr von Nasa01
 
+26 | -2
 
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Verboten - ist relativ.
Überweisungen und Abhebungen am Automaten sowie das komplette Onlinesystem wurden kurzerhand stillgelegt.

Bekommen wir schon mal einen Ausblick wie leicht das gesteuert werden kann.

Also: Runter mit der Kohle vom Konto. Niemand sollte mehr Vertrauen in eine Bank setzen. Egal in welche.
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18.03.2013 07:18 Uhr von FrankaFra
 
+9 | -3
 
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Und spätestens an dem Tag geht es los...

Ich freue mich darauf.
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18.03.2013 07:36 Uhr von Marknesium
 
+15 | -3
 
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ich find das ist ja eine absolute frechheit !

Nicht nur das man nichtmehr an sein geld rankommt
(ich zb. wäre hilflos, habe fast mein gesamtes geld auf der bank und nichts zuhause... jaja i know selber schuld)

Nein, sie STEHLEN einem einfach mal so 10% deines geldes.

ich mein hats die noch?
Ich wäre furchtbar froh, und sogar ein wenig stolz wenn sich die leute dort als eine feste standhafte gemeindemauer dahinstellen und streiken.
Nix mehr arbeiten und auf den straßen streiken.

Ich würde das vollkommens unterstützen !
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18.03.2013 07:52 Uhr von no_trespassing
 
+27 | -1
 
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Das ist ein Testlauf. Zypern ist da die geeignete Größe.
Und mit den Erkenntnissen aus den Sperrungen und Gesetzesdurchpeitschungen kann man das dann auch auf größere Länder anwenden.
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18.03.2013 08:48 Uhr von Peter323
 
+11 | -1
 
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das Lustige ist: Kein Bankensystem eines Landes hält ein bankrun aus. Die arbeiten mit der Kohle der Kunden und zocken damit.

Auch wenn sowas in Deutschland passieren sollte, würde sofort das Bankensystem zusammenbrechen.
Heutige Banken können nur funktionieren, wenn eine begrenzte Anzahl an Menschen ihr Geld abheben, aber nicht der Großteil.

Soviel zur Theorie!

In der Praxis liegt die Kontrolle über die Notenbanken bei den "großen" Staaten und damit können die praktisch soviel Geld drucken wie sie wollen, was sie ja auch machen: 0% Zinsen für Banken... Direkte Staatsfinanzierung...

Ein großes Land wie Deutschland würde es einfach auf Kosten der Inflation auszahlen. Die "drucken" einfach Geld und gut iss.. Dann hat jeder sein Geld, ist aber nur noch halb soviel Wert, nur schnallt das der typische Michel net, da die Nummer auf den Scheinen ja gleich blieb.
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18.03.2013 08:57 Uhr von Katzee
 
+5 | -1
 
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@ Nasa01
"Runter mit der Kohle vom Konto"

Tja, und dann? Geld wieder in den Sparstrumpf stecken? Und wie werden Miete, Wasser, Strom etc. bezahlt? Entweder fordern die Institutionen eine Abbuchungsvollmacht oder man muß das Geld überweisen. Unser System ist so von den Banken abhängig, dass wir gar keine Alternative mehr haben. Das ist es, was mir Sorgen macht.

[ nachträglich editiert von Katzee ]
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18.03.2013 09:12 Uhr von dagi
 
+2 | -0
 
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um dreckiges geld sauber zu bekommen sind 10 % geschenkt !!! eine staatlich geförderte geldwaschanlage zum nachteil des steuerzahlers !! klasse !!
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18.03.2013 09:23 Uhr von Nasa01
 
+4 | -0
 
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@Katzee
Es macht einen Unterschied ob ich 100.000 auf dem Konto habe, oder nur soviel wie nötig ist um einen reibungslosen Zahlungsablauf zu sichern.
So ist das gedacht.
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18.03.2013 09:27 Uhr von Suffkopp
 
+1 | -7
 
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Ihr seid doch ein komisches Volk, ihr SN User.

Würde die News lauten "Deutschland zahlt wieder 5,8 Milliarden, diesmal für Zypern" würdet ihr erst recht mosern. Nun sollen die Zyprioten bzw. deren Bankkunden dieses Geld aufbringen und es ist Euch wieder nicht recht.

Könnt ihr Euch mal entscheiden?
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18.03.2013 09:28 Uhr von Katzee
 
+1 | -0
 
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@ Halma
Man braucht sich keine "Gedanken" darum zu machen, was bei einem Bankrun passiert. Man muß nur in die Geschichtsbücher schauen. Während der Weltwirtschaftskrise (1928 - 1930) sind genau deshalb zig Banken pleite gegangen.

Wenn ich mir ansehe, wie die Banken in Zypern und vorher schon Griechenland "gestürmt" wurden/werden, dann bewahrheitet sich wieder mal das Sprichwort "Wer die Geschichte nicht kennt, wiederholt Fehler immer wieder".

Damit meine ich vor allem die Politiker. Sie hätten wissen müssen, dass mit ihrem unausgewogenen Blödsinn genau das passieren würde. Die Menschen wollen ihr Geld nicht verlieren - nicht einmal einen kleinen Teil, was verständlich ist. Doch dadurch, dass all "nur" ihr eigenes Schäfchen ins Trockene bringen wollen, droht am Ende die Mehrheit alles zu verlieren.

[ nachträglich editiert von Katzee ]
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18.03.2013 09:31 Uhr von Nasa01
 
+1 | -0
 
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@Halma
Dann muß die Bank/Politik oder wer auch immer dafür sorgen dass unser Geld vor fremden Zugriff geschützt ist.
Dass es das nicht ist - beweist uns gerade Zypern.
Es liegt im ureigensten Interesse der Bank und auch der Politik solche Aktionen wie gerade in Zypern zu verhindern.
Denn dann müssen sie eben mit solchen Reaktionen der Anleger rechnen. Ist ja verständlich.
Wären Kleinsparer von der Aktion ausgeschlossen und erst Kapitaleinlagen ab 250.000 Euro betroffen - wäre es vielleicht was anderes.
Aber ein fader Nachgeschmack würde bleiben.
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18.03.2013 09:32 Uhr von Peter323
 
+0 | -0
 
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@Halma
in der Theorie stimmt dein Ansatz.
In der Theorie ist die Notenbank auch absolut unabhängig, das wird auch immer und immer wieder so an den Unis gelehrt.
In der Theorie muss für neu erschaffenes Geld auch Sicherheiten in Form von z.B. Schuldscheinen/Verträge bei der Zentralbank hinterlegt werden.
In der Theorie darf z.B. die EZB per Gesetz keine direkte Staatsfinanzierung leisten.

In der Praxis und zumindest heute, ist die Bank relativ unabhängig von den Einlagen, da sie sich enorm viel Geld für praktisch nix direkt bei der Notenbank leihen kann. Die Kernkapitalquoten sind so wahnsinnig gering, dass man sie eigentlich schon fast als nicht existent beschreiben könnte.

In der Praxis war noch nie irgend eine Notenbank unabhängig, da eine Notenbank immer auf einem Land stehen muss, dass wiederum einem Staat gehört und dieser Staat hat ein eigenes Militär und hat wiederum auch diese Notenbank gegründet ;) Keine Notenbank hat sich bisher gegen die Wünsche seines Gründerstaates gewehrt.

In der Praxis leistet die EZB schon seit längerem direkte Staatsfinanzierung.


Alles in allem deckt sich die Volkswirtschaftslehre, die unterrichtet wird, wie unabhängig und toll das Geldsystem doch ist, absolut nicht mit der aktuellen Situation. Das sind einfach 2 Welten.
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18.03.2013 09:38 Uhr von Bildungsminister
 
+3 | -0
 
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Ob die Maßnahme nun begründet ist, oder nicht, darüber kann man streiten. Es ist aus meiner Warte heraus falsch alle gleich zu behandeln, denn es sind ja doch eher jene mit großem Vermögen, die von dem System profitiert haben. Der normale Arbeiter wird davon wohl kaum etwas gehabt haben, ebenso wie bei uns.

Problematisch finde ich indes, dass diese gesamte Maßnahme gegen geltendes EU-Recht verstößt, denn Spareinlagen bis 100.000 Euro sind generell geschützt. Hinzu kommt, dass diese Maßnahme im Vorfeld schon entschieden sein musste, sonst wären die Banken nicht entsprechend drauf vorbereitet gewesen. Nichts also mit einem Beschluss beim EU-Gipfel.

Am Ende zahlt der kleine Bürger die Zeche, denn wie man hört, haben es dann doch etliche Russen und Briten geschafft ihr Geld vor dem "Shut-Down" aus dem Land zu holen, um es in Sicherheit zu bringen. Nur der Normalbürger stirbt dumm und hat das Nachsehen.

Und was nun das Vorgehen insgesamt angeht - Man hat es sich doch Jahre lang stillschweigend angesehen. Zypern hat die Probleme doch nicht erst seit heute. Den aufgeblähten Bankensektor gab es schon vor dem EU-Beitritt. Jetzt so zu tun, als käme das alles überraschend ist doch wieder mal total unglaubwürdig.

Was hat man denn die letzten Jahre getan um diese Situation zu verhindern? Und die einzige Maßnahme die man jetzt parat hat ist es das Problem mit Geld zu bewerfen in der Hoffnung das es die Märkte schlucken. Nachhaltigkeit sieht anders aus.

[ nachträglich editiert von Bildungsminister ]
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18.03.2013 09:48 Uhr von svizzy
 
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das wird früher oder später auch hier passieren. jetzt nimmt zypern von den einwohnern das geld um von uns noch was zu bekommen. das was sie von uns bekommen wir natürlich neuverschuldung für deutschland. wir sind durch den esm verpflichtet jegliche zahlungen zu leisten. unser staat ist kurz vor der schuldenobergrenze.(schon drüber wenn man bedenkt, das die vorherigen zahlungen an pleitestaaten nicht gedeckt sind) es ist so offensichtlich, das die eu staat geziehlt in den ruin geführt werden um die mittelschicht auszumerzen.

[ nachträglich editiert von svizzy ]
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18.03.2013 10:21 Uhr von Nasa01
 
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Jürgen Trittin zu der Sache. In dem Artikel ist ein kurzes Video zu sehen. Sehr interessant.
So Trittin beispielsweise:
Natürlich ist die Einlage bis 100.000 Euro sicher. Aber der Staat hat wie in jedem anderen Land auch, die Möglichkeit Steuern und Abgaben zu erheben......
..... diejenigen die das verursacht haben müssen herangezogen werden.

Ich habs aus dem Gedächtnis. Ist kein Zitat. Aber so ähnlich hat er sich ausgedrückt.
Ich glaub nicht, dass der normale zypriotische Bürger den Schlamassel zu verantworten hat.
Aber die Schulden soll er zahlen.

Ein Grüner eben. Dessen Ansichten muss man nicht verstehen.
Ist nur interessant wie er dies alles als völlig rechtmäßig und legitim zu erklären versucht.
http://www.tagesschau.de/...

[ nachträglich editiert von Nasa01 ]
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18.03.2013 10:31 Uhr von Bildungsminister
 
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Wenn so ein Satz - "Natürlich ist die Einlage bis 100.000 Euro sicher, aber..." - schon ein aber enthält, dann ist die ganze Sache schlicht das Papier nicht Wert auf dem sie steht. Bei so etwas darf es kein Aber geben. Entweder Einlagen von 100.000 Euro sind sicher, und ich kann mich drauf verlassen, oder aber sie sind es nicht. Dann verlasse ich mich aber auch nicht drauf und suche mir andere Wege mein Geld zu lagern, und sei es unterm Kopfkissen wie zu Opas Zeiten.

Welche Wirkung es hat, wenn man solche Gesetzmäßigkeiten aufweicht, das muss man wohl niemandem sagen. Wer sich nicht drauf verlassen kann, dass sein Geld bei Banken sicher ist, der wird dementsprechend handeln. Wie man so etwas verantworten kann, und es auch noch lächelnd in eine