08.03.13 10:21 Uhr
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Oberlandesgericht Hamm: Rücktritt vom Autokauf wegen zu hohem Spritverbrauch zulässig

Das Oberlandesgericht Hamm hat jetzt entschieden, dass der Käufer eines Neuwagens vom Kaufvertrag zurücktreten darf, wenn der Verbrauch um über zehn Prozent höher liegt als im Prospekt angegeben.

Hierbei berücksichtigten die Richter auch, dass der Spritverbrauch immer von mehreren Faktoren abhängig sein kann, unter anderem auch vom Fahrstil des Autofahrers.

Allerdings verwiesen die Richter darauf, dass man den in dem Prospekt stehenden Wert auch in Wirklichkeit zumindest annähernd erreichen können muss.


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WebReporter: Marius2007
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Urteil, Rücktritt, Hamm, Autokauf, Spritverbrauch, Oberlandesgericht
Quelle: www.morgenpost.de

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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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08.03.2013 10:51 Uhr von saber_
 
+3 | -11
 
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jeder prospektwert kann um 10% unterschritten und um 100% ueberschritten werden....


es ist alles abhaengig von fahrer und fahrprofil des fahrers....



ich kauf mir also ein auto und fahr hier im huegeligen allgaeu rum... klar ist der spritverbrauch groesser wenn man die ganze zeit bergauf faehrt... bergab muss man meistens bremsen, von daher ist der spritverbrauch groesser....



muessen die hersteller nun auch noch angeben wo wann und unter welchen umstaenden ihre angaben gueltig sind?!




durchschnittsverbrauch 7 l/100km*

*in osthinterbrandenburg bei 32°C und strahlendem sonnenschein bei 1060 hPa druck und leichtem westwind



die verbrauchsangaben in europa werden mit dem NEFZ fahrzyklus ermittelt:

- alle messungen im labor zwischen 20 und 30°C
- der fahrzyklus ist genau definiert
- fahrzeug ist auf dem pruefstand




und wenn man das auto ins labor klemmt werden diese werte auch mit +-5% rauskommen!


nur sind die leute heutzutage einfach zu bloed informationen verstaendnisvoll zu interpretieren.... deswegen muessen ihre akkus im laptop auch die versprochenen 8 stunden halten waehrend sie zocken und surfen....
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08.03.2013 11:13 Uhr von jo-82
 
+9 | -1
 
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Der Prospektwert ist doch der EU-Normverbrauch, und der hat nun mal überhaupt gar nichts mit normaler Fahrweise zu tun, der soll nur Vergleichbarkeit schaffen.

Mit dem Urteil kann ich somit jeden Neuwagen zurückgeben.
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08.03.2013 11:57 Uhr von Kanga
 
+1 | -6
 
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ach der spritverbrauch wird doch nur im leerlauf gemessen..
oder meint ihr...die lassen irgendwelche leute mit den wagen rumfahren..
ist doch alles zu teuer..

da wird der wagen angemacht...ne stunde laufen gelassen....der verbrauch gemessen...
und im internet guckt man dann..wie weit man in ner stunde mit der bahn kommt..
und das wird dann in liter pro 100 km gerechnet...
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08.03.2013 12:51 Uhr von sub__zero
 
+4 | -0
 
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saber_

die verbrauchsangaben in europa werden mit dem NEFZ fahrzyklus ermittelt:
- alle messungen im labor zwischen 20 und 30°C

Das ist doch schon der erste Beschiss.
Wo in Europa hat man den von Jan-Dez 20 und 30°C?
Die Durchschnittstemperatur liegt eher bei 10 - 12°C.

Die Hersteller fahren doch vor der Markteinführung 100.000km und mehr mit den neuen Modellen - warum nimmt man nicht einfach diese Werte? xD...
ADAC und Co. haben das Problem auch schon das ein oder andere Mal thematisiert, da die angegebenen Werte oft nicht erreicht werden können - auch im Idealfall.

Daher: wichtiges und richtiges Urteil! Besonderns für Leute, die viele km im Jahr fahren.
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08.03.2013 13:39 Uhr von saber_
 
+0 | -1
 
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@Kanga:

falsch! die autos stehen auf pruefstaenden und fahren den nefz zyklus ab - das ist NORM!


@sub__zero:

bei diesen tests sind die fahrzeuge noch teilweise ganz weit weg von der spaeteren serie....

beispiel: neuer 3er bmw

fahrzeug A: in einen alten 3er bmw wird ein neuer motor eingebaut

fahrzeug B: in einen alten 3er bmw wird das fahrwerk vom naechsten eingebaut

fahrzeug C: altes fahrwerk und motor mit karosserie vom neuen fahrzeug

etc etc...


bei den tests gilt es natuerlich zu ermitteln wie die neuen sachen sich verhalten.... wenn man allerdings zuviele ungetestete bauteile einbaut koennte es schnell zu einer katastrophe kommen, da man nicht weiss woran es denn liegt...


erst ganz am ende gibt es dann quasi fertige prototypen die dann seriennah sind... jedoch wird mit denen auch was anderes getestet...


und die 20-30°C sind gewaehlt damit man durch die bank vergleichbare ergebnisse erhaelt...
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08.03.2013 14:10 Uhr von sub__zero
 
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und die 20-30°C sind gewaehlt damit man durch die bank vergleichbare ergebnisse erhaelt...

Warum wählt man nicht die realistischen 10-15°C?
Richtig, weil die Hersteller sehr wohl wissen, dass man x% mehr Kraftstoff braucht um die Komponenten auf Betriebstemperatur zu bringen...und schon ist der "Durchschnittsverbrauch nach xy" im Arsch.

Die Hersteller schicken natürlich auch "Technologieträger" die Strasse - davon ist aber nicht die Rede.
Motoren, Getriebe und andere Teile werden ausgiebig auf dem Prüfstand in einem Labor getestet, bevor man zu Investitionstufe und Entwicklungsstufe x übergeht.
Würde man es nicht so machen, wären die meisten Hersteller nach 2-3 Modellen pleite, da man zu oft von vorne beginnen müsste, sprich: Man müsste ein Vielfaches der geplanten Zeit und des geplanten Budgets investieren.

P.S.
Nur Motoren und Getriebe ändern den Verbrauch signifikant.
Karossierie und Fahrwerk spielen da fast keine Rolle.
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08.03.2013 15:09 Uhr von Jason31
 
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@sub_zero

So einfach ist das nicht, der NEFZ erhebt überhaupt gar keinen Anspruch daruf reale Verbrauchswerte zu ermitteln - dafür war er nie gedacht. Die Messung zielt einzig darauf ab den Motor/Fahrwekrs-Strang zwischen Fahrzeugen vergleichbar zu machen. Die Hersteller "missbrauchen" diese normierte Test-Vorgabe aber für plakative Werbung. Immer schön mit einem Sternchen versehen, wo man dann findet: Ermittelt nach der NEFZ Messmethode.
Das die Messmethode nichts mit der Realität zu tun hat, merkt man allein schon daran, dass für diesen Test die Klimaanlage und die Lichtmaschine demontiert wird.

Und nun kommen wir zu Realität, in der Dinge wie Karosserie und sonstiges sehr wohl Einfluss nehmen auf den Verbrauch. So braucht man nicht lang erklären, warum ein 4 Tonnen Fahrzeug mehr verbraucht, als ein 700kg schweres - 4 Tonnen in Bewegung zu versetzen verzehrt halt einfach viel mehr Energie.
Dann muss man sich vor Augen halten, dass in modernen Fahrzeugen heute teilweise bis zu 600W elektrischer Leistung von der lichtmaschine abgezapft wird - womit wird die wohl angetrieben? Früher warens es teils keine 100W und dann auch nur wenns Licht an war. Das macht heute je nach Hersteller (mit samt Klima ect.) bis zu 10% des Spritverbrauchs aus.

Und nun definier doch mal auf dieser Basis eine realistische Verbrauchsermittlung, die - und das ist die strikte Vorgabe daran - unter allen Herstellern jederzeit vergleichbar ist. Wenn du hier eine gute Idee hast, dann bitte: Schlage sie den zuständigen EU Normungs-Gremien vor. Bislang hatte nämlich niemand eine brauchbare Idee zu diesem Problem.
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08.03.2013 15:49 Uhr von NilsGH
 
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@ Jason31:

Vielleicht lehne ich mich jetzt weit aus dem Fenster - dann korrigiere mich bitte. Aber das ist doch heutzutage nicht schwer:

ALLE Hersteller haben auf ihren Geländen Teststrecken und vor allem Rundkurse.

Man könnte sich doch auf eine Strecke mit der Länge x einigen, die das Auto bei 0-1 % Steigung (also FLACH!) bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten zurücklegen muss. Diese Strecke teilt man in Sektoren ein, in denen die exakte Geschwindigkeit festgelegt wird. Die ganze Regulierung von "Geschwindigkeit y bei Eintritt in Sektor z" kann man ja theoretisch sogar dem Testfahrer abnehmen, indem man über Laptop und ODB2 Buchse das ganze via GPS ermitteln und automatisch regulieren lässt.

Müsste für ALLE Testfahrten nur einmal ermittelt und von einer unabhängigen Prüfstelle abgesegnet werden. Bspw. vom Kraftfahrtbundesamt.

Und dann einfach zur Ermittlung bei einem Neufahrzeug den Laptop dran und der Testfahrer lenkt nur noch.

Aber das ist ja nicht im Sinne der Automobilhersteller, denn dann müssten sie ja den realen Spritverbrauch angeben.

Sprich: Es würden nun Reibung der Strecke, Aerodynamik und und und berücksichtigen und der "Durchschnittsverbrauch" würde in der Werbung absolut besch...eiden aussehen.
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08.03.2013 16:26 Uhr von Jason31
 
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@NilsGH
Prinzipiell hast Du ja Recht, auch würde das - in der Tat - im Interesse der Hersteller liegen - wenn alle die selbe Bemessungsgrundlage haben sind die Voraussetzungen ja die selben, somit kann es ihnen dann wieder egal sein (so wie derzeit beim NEFZ).

Nur geht dann ja das getrickse los:

Muss der Tank voll oder fast leer sein?
Ist das nicht definiert, wird jeder versuchen grad so viel im Tank zu haben wie nötig, oder gar kleinere Tanks zu verbauen.

Wie darf das Gewicht des Testfahrers sein?
Also setzt man den leichtesten da rein, den man finden kann.

Welche Reifen dienen als Testgrundlage?
Also nimmt man Reifen die mit Straßentauglichkeit nichts zu tun haben, aber maximal Sprit sparen. (oder man bläst sie auf bis kurz vorm platzen)

Welche Wetterbedingungen müssen vorherschen?
Also sucht man sich Tage an denen es warm ist, möglichst auch mit hoher Luftfeuchtigkeit und Rückenwind.

Die Liste könnte man nun lange fortsetzen, gewiss...

Letzten Endes hat dann nicht der den geringsten Spritverbrauch der das "bessere" Auto gebaut hat, sondern der, der besser die Rahmenbedingungen zu seinem Vorteil ausgenutzt hat.
Bis man das soweit normiert, definiert und getestet hat, vergehen viele Jahre. Und die Erfahrung zeigt, dass die Hersteller sich solchen Messstandarts "anpassen". So haben eine große Reihe von Fahrzeugen auffällig gute Werte - aber alleinig bei der NEFZ Messmethode. Ein Schelm wer böses denkt... nur wie will man es beweisen? Gemäß Messmetode verbraucht das Fahrzeug nun einmal nur "x".

Das artet dann ganz schnell derart aus, dass man dann z.B. zu so einem Test nur das leichteste Modell schickt. Es gibt ja bei allen Herstellern verschiedenen Ausstattungspakete. Wenn man die noch mit einbeziehen wollte, müsste man jedes Fahrzeug in jeder möglichen Ausstattungs-Kombination nochmals gezielt testen... ein Aufwand der irgendwann ins Uferlose geht. Der Gesetzgeber muss dann hilflos zusehen, weil sich die Hersteller auf faire Vergleichbarkeit berufen, und grundsätzlich ja sogar damit recht hätten (was ja das Dilemma ist).

Die selbe Trickserei läuft ja derzeit mit der Kennzeichnung der Effizienzklasse, wo das Gewicht als Effizienzsteigernder Faktor mit eingerechnet wird. So lohnt es sich für die Hersteller derzeit bei ohnehin schweren Fahrzeugen das Gewicht noch weiter künstlich hoch zu puschen um in die bessere Effizienzklasse zu rutschen. Unterm Strich aber wird mehr Sprit verbraucht.

Meiner Meinung nach bedarf es hier einer völlig anderen Bemessung die aussagt wieviel "Enegiegehalt" eines Liter Bezins, kann ich effektiv am Ende "auf der Straße" nutzen. Das kann man dann in Relation zum Fahrzeuggewicht setzen und des Rollwiederstandes (wobei der dummer Weise von der Reifenart abhängt). So das man nicht sagt: Wieviel Liter auf 100km, sondern wie Effizient ist die Energieumsetzung insgesamt gelöst, von Sprit hin zu Bewegung. Da das Klimaabhängig ist, müsste man das in ein Diagramm fassen. Aber das gescheit zu messen und für Konsumenten verständlich in Zahlen zu definieren ist eine komplizierte Aufgabe. Und hier sind Herstellungstolleranzen auch noch nicht einmal bedacht.

Das Beste was man unter dieser Premisse empfehlen kann ist einfach, vor Kauf des wunschfahrzeugs damit eine gewisse Wegstrecke zurück zu legen (am besten der übliche Arbeitsweg) und nach der Testfahr einen Kassensturz zu machen.

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