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Doktortitel auf Bestellung - ein Ghostwriter erzählt über seine Tätigkeit

Eine höhere akademische Leistung zu erbringen ist der normale Weg zu einem Doktortitel. Manche ersparen sich die monatelange Arbeit und beauftragen einfach jemand, der das macht. Ein Ghostwriter erzählt nun über sein Geschäft. Er hat schon dutzende Dissertationen ausgearbeitet.

Der Ghostwriter ist selbst Doktor der Philosophie. Doch als er keine geeignete Stelle fand, weil er meist überqualifiziert war, begann er sein hohes Allgemeinwissen in Geld umzuwandeln. Egal, ob BWL, Jura, Soziologie oder Kunstgeschichte - 60 bis 100 Euro verlangt er für eine DIN A4-Seite.

Eine Agentur bekommt davon noch Provision. "Ich verhelfe Nieten zum Karriereschub", sagt der 33-Jährige. Dass das Einreichen von falschen Doktorarbeiten verboten ist, ist dem Ghostwriter zwar nicht völlig egal, doch den Fehler schiebt er auf das System. Die Unis seien einfach zu unfähig.


WebReporter: no_trespassing
Rubrik:   Freizeit / Bildung
Schlagworte: Doktortitel, Bestellung, Tätigkeit, Ghostwriter
Quelle: www.spiegel.de
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17 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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17.02.2013 10:28 Uhr von matoro
 
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ich habe auch schon zwei abschlussarbeiten hinter mir, so schwer ist das nicht. schade, dass ich keine 100€ pro seite bekommen habe...
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17.02.2013 10:51 Uhr von Bongolus
 
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"So mancher Arzt dürfte eigentlich diesen Beruf gar nicht ausführen."

Was hat das mit dem Thema zu tun? Ein Arzt ist kein Doktor im akademischen Sinne, nur der Volksmund nennt diese Menschen Doktor.

Arzt => Staatsexamen
Dr. med => Promotion (Doktorarbeit)

Bescheißt ein Arzt bei seiner Promotion wird ihm der Dr. med. aberkannt, aber er bleibt Arzt.
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17.02.2013 10:55 Uhr von Prrrrinz
 
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hohooooo
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17.02.2013 11:17 Uhr von HansBlafoo
 
+7 | -2
 
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Es ist doch aber auffällig, in welchen Fächern immer die Plagiate gefunden werden. Das sind alles Laberfächer und nichts Handfestes wie in den Naturwissenschaften oder im Ingenieurswesen.

Zudem finde ich erstaunlich, dass es anscheinend usus ist, den Doktorgrad ohne andere wissenschaftliche Publikationen (auf irgendwelchen Konferenzen, in Journals etc.) erlangen zu können. Wenn man die Dissertation nur als große Diplom-/Magister-/Masterarbeit auslegt, wird der Betrug noch mehr erleichtert.
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17.02.2013 11:54 Uhr von ZzaiH
 
+2 | -1
 
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"Es ist doch aber auffällig, in welchen Fächern immer die Plagiate gefunden werden. Das sind alles Laberfächer und nichts Handfestes wie in den Naturwissenschaften oder im Ingenieurswesen."

das ist doch einfach zu erklären...nen falschen doktor-ing oder naturwissenschaftler erkennt man schnell daran, dass er nix publiziert oder keine ahnung hat...
nen jura-doktor, bwl-dr erkennt man nicht so schnell, weil der nur die überschrift seiner doktorarbeit kennen muss um dann nen bisschen meinung zu quarcken...
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17.02.2013 12:12 Uhr von HansBlafoo
 
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@ZzaiH

Das ist mir absolut klar, warum das alles so ist. ;) Ich wollte nur mal darauf aufmerksam machen, dass das Plagiats- bzw. Ghostwriterproblem eben kein generelles "Doktorproblem" ist, sondern einfach nur bestimmte Disziplinen trifft.

Bzgl. Dr. med.
Das ist ja nun kein Geheimnis mehr, dass gefühlt 90 % aller Dr. med.-Arbeiten lediglich den Anspruch einer Bachelorarbeit haben - wenn überhaupt.
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17.02.2013 12:33 Uhr von tsunami13
 
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Solange diejenigen die bewus eine Fälschung einreichen keine Strafe zu fürchten haben.Warum sollen die 1-2 Jahre Arbeit investieren? Rd 80 € x 50 Seiten sind 4000 €.
Das mehr für den Titel. Da habe ich die Kohle nach 1-2Monaen wieder drin.

Was ist denn passiert bei unsrer BILDUNGsministerin und den ganzen anderen Fälschern?
Wenn die den Mehrlohn zurückzahlen müssen und das geiche nochmal an Strafe, die Unis das Doppelte an Strafe zahlen müssten oder noch besser 1 Jahr Lehrverbot, dann hätte sich das ganze sehr schnell erledigt.
Aer was solls stumpf is trumpf! Wer ehrlich ist, ist selber schuld, anscheinend. ;(
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17.02.2013 12:38 Uhr von HansBlafoo
 
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Nun ja, eine Dissertation hat schon mehr als 50 Seiten. ;)

Aber prinzipiell hast du Recht. Das ist eben das was ich meinte, die Anforderungen seitens der Uni sind einfach zu gering. Müssten die Leute während der Promotion publizieren sähe die Sache anders aus.
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17.02.2013 12:39 Uhr von Bongolus
 
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@trara

Manchmal ist es echt besser seinen Mund zu halten und alle denken zu lassen man ist ein Idiot, als den Mund auf zu machen und die vorherrschende Meinung zu bestätigen.

Du redest davon, dass ein Arzt seinen Beruf nicht ausführen darf und meinst den Dr. med.? Das sind Äpfel und Birnen.
Arzt ist ein Beruf wie Lehrer, der Doktortitel ein akademischer Grad. Nur weil ein Arzt seinen Dr. med. unrechtmäßig erworben hat, sagt das nichts über seine Qualifikation als Arzt aus. Es zeichnet nur ein fragwürdiges Bild über diesen Menschen.

Und über dieses fragwürdige Bild stolpern dann auch Politiker. Gerade bei der Schavan, eine Bildungsministern die bei ihrer Dissertation wissentlich beschissen hat geht mal so gar nicht.

Oder der Gutenberg, der hatte damals schon drauf bestanden als Doktor tituliert zu werden, als seine Dissertation noch beim Ausschuss lag. Da muss man sich schon die Frage stellen wie weit der überhaupt moralisch befähigt ist ein politisches Amt zu bekleiden.
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17.02.2013 12:54 Uhr von HansBlafoo
 
+1 | -0
 
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Ich sehe aber genauso wie trara mal die Universitäten in der Pflicht. Bisher wird nur Jagd auf die (ehemaligen) Doktoranden gemacht, aber die Gutachter und Doktorväter verstecken sich immer dahinter, dass damals ja noch nicht diese technischen Möglichkeiten vorhanden waren.

Wie man richtig zitiert, hätten aber auch die Wissen müssen.
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17.02.2013 13:07 Uhr von keineahnung13
 
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Eigentlich ist das schon eine Alte Geschichte... das kam schon mind vor über einen Jahr auch im TV
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17.02.2013 13:11 Uhr von mr.sky
 
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@Bongolus...

nanana..du bist auch nicht der Hellste.

1) Dr. Titel IST ein Titel und NICHT ein akademischer Grad
2) Ein "akademischer Grad" sind alle mit einem "Dipl, MSc, Bs....."

Jedenfalls steht auf meiner Diplom Uhrkunde "wir verleihem...den akademischen Grad eines "Dipl..."

Es gibt SEHR viele Leute die ein "Dipl" als Titel bezeichnen was FALSCH ist. Ein "Dipl" ist eben KEIN Titel sondern ein akademischer Grad...

@all.

Zum Thema Arzt.
Ein Arzt studiert Medizin. Besteht er alle Prüfungen und am Ende das sogenannte "Hammerexamen" oder auch "Staatsexamen" dann ist er mit dem Studium fertig und ist eben ein Arzt mit allen Rechten und Pflichten.
Er muss sich bei seiner zuständigen Ärztekammer registrieren und Beiträge zahlen...
Er bekommt einen Arztausweis und und und...

Diese Leute gehen dann und machen ihre Facharztausbildung meistens in Krankenhäusern. d.h. nach dem Studium geht es nochmal in eine 4-8 Jährige Ausbildung je nach Fachbereich. Diese Leute haben ein "Katalog" in dem steht was alles zu tun ist auf dem Weg zum Facharzt.
Sind sie mit dem Facharzt nun fertig erfolgt eine Facharztprüfung vor einem Komitee. Hat man diese bestanden ist mach Facharzt für ... (was auch immer).

Für all das braucht man KEIN Dr. med zu sein. ALLERDINGS ist man ohne ein Dr. med benachteiligt was die Karriere angeht. Bsp. Oberärzte ohne einen Dr. med gibt es eigentlich gar nicht. Und wenn doch dann ganz ganz selten. Es gibt viele Fachärzte mit eigener Praxis OHNE Dr. med Titel. Das sieht man schon eher. Aber im Khs ein Oberarzt ohne Dr. med...selten !!.

Nun muss man folgendes unterscheiden.
Die Mediziner haben nach Studienabschluss keinen akademischen Grad (wie z.b. Dipl, Bs, MSc). Dafür machen 90% der Studenen WÄHREND des Studiums ihre Dr. arbeit.
d.h den Praktischen Teil, den man manchmal für seine Dr. arbeit braucht wird während des Studiums erledigt. Nach dem Studium, wenn man arbeitet schreibt man abends an seiner Dr. arbeit. Vor allem in der Medizin sind Dr. arbeiten KEIN Hexenwerk. Es sind arbeiten die ca. 70 Seiten umfassen und oft ein sehr sehr spezielles Thema erarbeiten. Z.b. die Wirkung von Aminosäuren in bestimmten Herzzellen.
Und mit 70 Seiten meine ich die komplette Arbeit incl. allen Verzeichnissen.
Die Mediziner bekommen ihren Dr. med eigentlich recht einfach hin wenn man andere wissenschaftliche Studiengänge betrachtet. Ich für mein Dipl. musste viel mehr leisten als eine Bekannte für ihren Dr. med. Sie musste etwas auswerten aus Unterlagen die sie bekommen hat (mehrere excel listen) und die Auswertung in einer Dr. arbeit verfassen. Das wäre so wie ein Informatiker ein fertiges Programm bekommen würde und er in einer Dipl. Arbeit über die Funktionalität die das Programm bietet schreiben würde. Also das Programm installieren und schauen was es macht.
Meistens wird von einem Informatiker gefordert DAS er etwas programmiert und nicht ein schon festiges programm bekommt.

Jedenfalls sollte man einen Dr. med nicht mit einem Dr. rer. nat vergleichen. Die Leistungen dahinter sind sehr unterschiedlich. Bsp. Ein Dr. rer. nat MUSS schon ein Dipl. oder MSc sein bevor er überhaupt eine Diss schreiben darf. d.h. er hat schon eine Leistung im akademischen Grad geleistet. Während mediziner einfach einen Dr. med machen, da es in diesem Bereich keinen akademischen Grad als Abschluß gibt. Um einen Dr. med zu bekommen is die Leistung in etwa dem eines Bachelor gleich zu setzen, um es mal überhaupt zu vergleichen.

Ich möchte jedoch nicht sagen, dass jeder Arzt seinen Dr. Titel mit einer 70 Seitigen arbeit bekommen hat. Es gibt viele Ärzte die ihre Dr. arbeit sehr ernst nehmen und dort hohe Leistungen zeigen.

[ nachträglich editiert von mr.sky ]
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17.02.2013 13:33 Uhr von Bongolus
 
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Zitat 10:27:
"So mancher Arzt dürfte eigentlich diesen Beruf gar nicht ausführen."

Zitat 11:53:
"natürlich meine ich den Dr. med.!"

Also ich sehe da jetzt 2 Möglichkeiten, entweder mein Deutschlehrer hat einen Dr. gemacht, den aber unrechtmäßig erworben und deswegen seinen Beruf verlernt

... oder ...

Du hast selbst keine Ahnung was du eigentlich schreibst. Für mich bedeutet schon der erste Satz, gerade im dem Kotext eines Ghostwriters der Dissertationen auf Bestellung abliefert, dass du der Meinung bist nur ein Dr. med. darf den Arztberuf ausüben.
Was eben einfach nur falsch ist. Sechs, setzen!

Btw. diese Lehrzeit an den Kliniken, die es schon seit 2004 nicht mehr vorgeschrieben ist, hat auch nichts mit dem Arztberuf zu tun. Da geht es um den Facharzt, der aber nur nötig ist, wenn man als Arzt eine eigene Praxis will.

Edit: Typo

[ nachträglich editiert von Bongolus ]
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17.02.2013 13:35 Uhr von Bongolus
 
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@mr.sky

Doktor ist der höchste akademische Grad!
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17.02.2013 13:37 Uhr von HansBlafoo
 
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@mr.sky

Meeeeep! Schön in die Nesseln hast du dich da gesetzt.

Ich zitiere mal die Wikipedia: "Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und des Bundesverwaltungsgerichts[13] ist der Doktorgrad kein Bestandteil des bürgerlich-rechtlichen Namens wie etwa ehemalige Adelstitel oder Adelsbezeichnungen, sondern nur ein Namenszusatz (der „Doktor“ ist ein akademischer Grad, kein „Titel“). Dies wird auch vom verwaltungsrechtlichen Schrifttum so gesehen."

Der Doktor IST ein akademischer Grad aber KEIN Titel. Das schließt aber auch nicht aus, dass Dipl., B.Sc. etc. auch akademische Grade sind.
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17.02.2013 14:45 Uhr von Kanga
 
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ich weiß gar nicht...warum jetzt so ein wirbel darum gemacht wird..
vor 20 jahren hab ich schon erfahren..das es ghostwriter gibt...
die für kohle dir alles schreiben was du willst..
das gabs früher schon..das gibt es jetzt...und das wird auch ncoh in 30 jahren so sein....

die schreiben richtige arbeiten....das is nix zusammengesuchtes......
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17.02.2013 14:50 Uhr von HansBlafoo
 
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@Kanga

Das ist alles klar, aber das Thema Dissertation ist nun mal aktuell und dann wird so etwas aufgewärmt.

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