14.02.13 06:38 Uhr
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Dresden: Über 10.000 Menschen bilden Menschenkette gegen Neonazis

Mit einer knapp vier Kilometer langen Menschenkette bestehend aus mehr als 10.000 Menschen wehrte sich Dresden am gestrigen Mittwoch gegen Rechtsextremismus und Neonazis. Auch ein geplanter Aufmarsch der Neonazis wurde durch etwa 2.500 Angehörige des Bündnisses "Nazifrei" verhindert.

Weitere 1.000 Gegendemonstranten verhinderten am Abend nochmals weitere "Aufmarsch-Aktivitäten" der Neonazis. "Dresden gehört den Bürgern, nicht den Enkeln und Urenkeln der Brandstifter von einst", so Oberbürgermeisterin Helma Orosz, die auch der Menschenkette angehörte.

Ebenso Landtagspräsident Matthias Rößler und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, der die Weltoffenheit der Stadt unterstrich, sie gehöre nicht den Rechtsextremisten.


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WebReporter: Syndromer
Rubrik:   Politik
Schlagworte: Mensch, Protest, Dresden, Demonstration, Rechtsextremismus, Menschenkette
Quelle: www.abendblatt.de

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23 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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14.02.2013 08:19 Uhr von gugge01
 
+25 | -6
 
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"Dresden gehört den Bürgern, nicht den Enkeln und Urenkeln der Brandstifter von einst",

Das ist nicht ganz richtig!

Über die Anteile von Immobilen Spekulationen und weitern Heg Fond Anteile gehören weite Teile Dresdens mit absoluter Sicherheit Enkeln und Urenkeln der Englischen und Amerikanischen Bomberbesatzungen.
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14.02.2013 08:49 Uhr von Suffkopp
 
+9 | -28
 
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14.02.2013 10:21 Uhr von Lornsen
 
+8 | -7
 
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sollte ich einmal an einer Menschenkette dieser Art
teilnehmen, habe ich mit Sicherheit Handschuhe an.
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14.02.2013 10:52 Uhr von JetztErstRecht2013
 
+25 | -12
 
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Was gestern in Dresden passiert ist spottet jeder Beschreibung...

Auf dem Weg zu einem friedlichen Trauermarsch zum Andenken der Toten des alliierten Bombenterrors von der Bullerei auf der Anreise direkt in die Arme der Rotfaschisten getrieben und festgesetzt worden...

Die konnten unsere relativ kleine, etwa 300 Personen starke Truppe dann problemlos einkesseln...
Schlußendlich waren wir von allen Seiten von 5x so vielen Linkschaoten umzingelt und deren Flaschen- und Steinhagel hilflos ausgeliefert.
Die Bullerei hat keine Anstalten unternommen diesen Zustand zu beenden und Ausbruchversuche von uns haben die "Freunde und Helfer" niedergeknüppelt.
Verletzte konnten nicht versorgt werden weil durch dieses asoziale Dreckspack kein Durchkommen für Sanitäter war... Sowas hab ich noch nicht erlebt...
Bewusst von der Staatsmacht in die Fänge der Steinewerfer getrieben und dann hilflos dem Schicksal überlassen...
Der Glaube, dass wir auch noch irgendwie in einem Rechtsstaat leben ist damit restlos verloren gegangen.
Das war ein gewolltes Spiel um den Trauermarsch aus der Stadt zu treiben bei dem mit Leib und Leben gespielt wurde!

Jeder Patriot der nicht da war sollte sich in Grund und Boden schämen dass er aus falscher Bequemlichkeit zuhause geblieben ist und somit dazu beigetragen hat, dass sowas möglich ist!
Offener Rechtsbruch, von der Polizei geschützte und unterstützte Kriminalität... und die Medien schweigen oder verbreiten Lügen und auch die Politik schaut weg!

Merkt ihr nicht was in diesem Land pasiert?
Unliebsame Minderheiten werden MIT GEWALT, unterstützt von der Staatsmacht unterdrückt!

Wollt ihr alle da wieder weg schauen?

Dann beschwert euch nicht wenn bald ganz andere Zustände herrschen werden!

Unsere angemeldeten Gedenkmärsche kann man blockieren. Das ist auch kein Hexenwerk, wenn Stadtverwaltung und Polizei diese Zustände, wie geschehen, immer wieder, weil gewollt, selbst herbeiführen. Unsere Botschaft aber geht weit darüber hinaus. Die vielen Aktionen, mit denen in den letzten Tagen und Wochen überall auf das Schicksal unseres Volkes unter dem alliierten Bombenhagel aufmerksam gemacht wurde ist dafür ein Beweis. Trotz alledem und gerade deswegen heißt es für uns: „Vergiss, mein Volk, die treuen Toten nicht!“.

Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

Jetzt erst recht!
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14.02.2013 10:59 Uhr von aminosaeure
 
+20 | -3
 
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Gibt es auch Menschenketten der Muslime gegen Ehrenmorde?
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14.02.2013 11:48 Uhr von dasatelier
 
+12 | -2
 
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Trotz Menschenkette, Bunt statt Braun etc pp: Der 13. Februar ist, war und wird immer ein Kriegsverbrechen bleiben.
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14.02.2013 11:50 Uhr von azru-ino
 
+3 | -22
 
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14.02.2013 11:51 Uhr von LinkeRevolution
 
+2 | -19
 
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14.02.2013 12:09 Uhr von One of three
 
+17 | -4
 
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@ Syndromer

Du bist selber erst seit kurzem hier angemeldet und reißt schon die Klappe auf...

Es ist doch besser man erkennt um wen es sich handelt und kann so den betreffenden Kommentar einordnen. Oder willst Du die etwa ganz verbieten?


Lies Dir mal die Liste in Deinem Link durch - mal sehen ob Dir was auffällt ..
Naja, Dir wohl eher nicht ...
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14.02.2013 12:24 Uhr von Venytanion
 
+11 | -5
 
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@Syndromer
Ich fehle auch.Schade.^^
Wenn Patriotismus mit Nationalismus verwechselt wird, dann wird mir definitiv speiübel.
Und ich kann dir versichern, bei uns würden Links- ODER RechtsEXTREME definitiv die größten Schwierigkeiten bekommen.

Ist schon komisch das wir nur dann "deutsch sein dürfen" wenn was ist - wir sind Papst; wir sind Weltmeister bla bla bla.

Kümmer dich lieber um die Politnullen die ein ganzes Land in Geiselhaft genommen haben und unter deren "Schirmherrschaft" derartige Auswüchse erst möglich sind. Den in einer echten Demokratie würden solche Menschen nie einen Fuß in die Tür bekommen und am Rand der Bedeutungslosigkeit existieren.
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14.02.2013 13:49 Uhr von Venytanion
 
+12 | -6
 
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@NennMichKoenig
Der Westen = WAZ NewMedia GmbH & Co. KG

Sehr vertrauenswürdig.
Die bedienen auch nur den Mainstream.
Und die Nazikeule ist immer gut für Auflagen steigernde Maßnahmen.
bis denne "Herr Koenig" ^^
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14.02.2013 14:41 Uhr von cyrus2k1
 
+15 | -5
 
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Mit rechten hatte ich noch nie probleme. mit kriminellen ausländern jedoch schon oft.
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14.02.2013 16:39 Uhr von alarich87
 
+11 | -7
 
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@JetztErstRecht2013

Man bekommt das Kotzen was man so liest. 10.000 Menschen kriegen ihren Arsch hoch, wenn sie gegen ach so böse Nazis demonstrieren können, denn gegen diese darf man ja heutzutage fast alles straffrei machen. "Friedlich" demonstrieren gegen aufrechte Deutsche, die nur ihre Trauer über diesen Massenmord zum Ausdruck bringen wollen. Man stelle sich vor, deutsche würden eine jüdische Gedenkfeier dermaßen stören. Nicht auszudenken... Wäre auch dort gewesen, wenn ich nicht momentan an Krücken gebunden wäre...
Die Deutschen werden mit ihrer nationalen Misanthropie noch kräftig vor die Wand fahren!

@ Venytanion

Ich bekenne mich klar als Nationalist. Mich interessiert die Meinung der meisten Menschen hier nicht, denn sie haben selbstständiges Denken verlernt und plappern nur das nach, was ihnen ihr Leben lang eingetrichtert wurde: Nazis sind das Schlimmste was es gibt...
Und Nazis sind heutzutage Nationalisten, Patrioten und alles was rechts der nicht mehr vorhandenen Mitte steht. Menschen, denen die Mehrheit mehr am Herzen liegt, als dieser grenzenlose Individulismus im Staate!
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14.02.2013 19:52 Uhr von sannifar
 
+7 | -7
 
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@jetzterstrecht2013

Mit welcher Teilnehmergruppe warste denn vor Ort?
- Nationale Sozialisten aus Berlin?

- Nationale Sozialisten aus Erfurt?

- Autonome Nationalisten aus Aue?

- Autonome Nationalisten aus Weimar?

- NPD Kreisverband Dresden?

- NPD Ortsbereich Guben?
(allesamt Unterstützer laut Webseite des "Trauermarsches").

<Jeder Patriot...>

Jeder Patriot... Humanist.... hat an diesem Tag, auch in Dresden in zig Gedenkveranstaltungen der Bombardierung Dresdens gedacht. Warum konntest du dich dort mit deiner Guppe nicht anschließen? Keinen Bock gehabt, mit "Demokröten" um die Toten zu trauern? Oder musste es ein von Rechtsextremen getragener "Marsch" sein, weil man sich nur dort so schön die Geschichte zurechtlügen kann?

<Wollt ihr alle da wieder weg schauen?>

LOL
Jemand, der 1:1 von "Nationalen Sozialisten"-Webseiten kopiert, macht einen auf antifaschistisch? Kommst du braunes Früchtchen dir überhaupt kein Stück dämlich vor?

@alarich87

Wieso können diese "aufrechten Deutschen" nicht einfach einer der zig Gedenkveranstaltungen teilnehmen und muss hinter den Falggen von NPD und (anderen) Nationalen Sozialisten "marschieren"?

Ich bin jedenfalls froh darüber, dass man auch in diesem Jahr den neuen Nazis klar gezeigt hat, dass man auf ihre Kacke keinen Bock hat. Dass man nicht noch mal eine Politik will, die erst zur Bombardierung Dresdens geführt hat.

[ nachträglich editiert von sannifar ]
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14.02.2013 21:26 Uhr von alarich87
 
+6 | -7
 
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@ sannifar

Natürlich, warum marschiert man nicht mit den Grünen, den Linken und den anderen Leuten mit, die einen wo es geht diffamieren und beleidigen? Ich denke, wenn man dort mitmarschieren wollte, wäre das auch kaum möglich, weil die möchten doch so gerne unter sich bleiben, diese aufrechten Kämpfer gegen rechts.

Es ist ja auch egal, wo man seiner Trauer Ausdruck verleihen will, aber niemand hat das Recht, irgendjemandem diese zu versagen, indem man Trauerfeiern nicht nur behindert, sondern gänzlich verhindert!
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14.02.2013 21:55 Uhr von ElChefo
 
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@Thema


Spannend an dieser News ist, das augenscheinlich aktuell Straftaten als "Zivilcourage" verklärt werden. Über die Täter-Opfer-Umkehr des Bürgermeisters braucht man nicht diskuttieren, kann jeder für sich selbst beurteilen. Auch, das gewiß die beteiligten Gruppen an diesem Trauermarsch durchaus fragwürdig sind.

Aber auch fragwürdige Gesellen besitzen Grundrechte, die ihnen nicht durch selbsternannte Hilfssherrifs aberkannt werden dürfen. Wenn mich das nun zu einem "Braunen" macht, bitte, dann frage ich mich, was das nächste Mal los ist, wenn mal eine Antifa-Demo blockiert wird.

Die wahre Schande ist doch, das bei dem Betrauern von so vielen tausenden toten Zivilisten in einem barbarischen Akt dem braunen Mob freiwillig das Feld zur Selbstinszenierung überlassen wird. Gäbe es eine Trauerfeier, getragen von den Kräften der "gesellschaftlichen Mitte", würde sich das Problem von selbst erledigen und man würde den rechten Rand als das wahrnehmen, was er ist: Eine Randerscheinung, kaum wichtig genug für eine Fußnote.


@Syndromer


Wow, ich steh da ja auch drauf. Ist ja interessant.
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15.02.2013 20:27 Uhr von sannifar
 
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@alarich87

Ich schrieb ja schon: Keinen Bock gehabt, mit "Demokröten" um die Toten zu trauern. Es musste ein von Rechtsextremen getragener "Marsch" sein, weil man sich nur dort so schön die Geschichte zurechtlügen kann. Wer es denn so mag, muss sich über die Antwort derer, die um Naziopfer (wie die zigtausenden Dresdner Bombenopfer) wirklich trauern, nicht wundern.

@ElChefo: <...Gäbe es eine Trauerfeier, ....>

Falls es dir entgangen ist: die gibt es seit Jahrzehnten. Zum Beispiel auf dem Heidefriedhof. Eindrucksvolle Bilder von dort auch in diesem Jahr. Weisse Rosen, getragen als Zeichen des stillen Gedenkens. Natürlich kann man jedoch den Nazis nicht zumuten, dort gemeinsam mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde und anderen Demokröten aufzutreten. Ein GedenkMARSCH ist da viel passender.... Vielleicht sollten die Braunen mal denken gehen ....

[ nachträglich editiert von sannifar ]
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15.02.2013 21:20 Uhr von alarich87
 
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@ sannifar

Die Bombenopfer waren sicherlich keine Opfer der Nazis, sondern Opfer von verbrecherischen alliierten Bomberstaffeln, die übrigends als erste im Krieg damit begonnen hatten, Städte zu bombardieren.(nur am Rande: Es erstaunt mich immer wieder wieviele Menschen nicht wissen, dass z.B. England Deutschland den Krieg erklärt hat. Also sind Bombardierungen der Engländer auf deutsche Städte nochmal anders zu bewerten, als diese der Amis)
Aber das ist typisch heutzutage... die Geschichte der Sieger zu übernehmen, sich selbst in jeder Hinsicht die Schuld zu geben und andersdenke als Lügner hinzustellen, ist psychologisch höchst bedenklich. Das deutsche Volk leidet tatsächlich flächendeckend an einer Geisteskrankheit. Ich hoffe nur, es kann noch geheilt werden, bevor es zu spät ist...
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16.02.2013 05:23 Uhr von ElChefo
 
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sannifar/alarich


Du verkennst die Lage vollkommen.
So, wie der Rest der Leute.

Es geht darum, diese Trauer in die Mitte der Gesellschaft zu tragen, nicht mit irgendwelchen tollen Bildern von irgendwo aus der Pampa, vor denen man bequem die Augen verschliessen kann.

Ein Trauermarsch mitten durch die Stadt, um deren Vernichtung es geht, DAS ist das Zeichen, das die Gesellschaft setzen muss, wenn sie gegen Krieg und Zerstörung protestieren will.

Die Bombardierungen der Amerikaner sind im exakt selben Kontext zu intepretieren wie jene der Briten. Sie stehen im exakt selben Rechtsverhältnis. Dresden war kein militärisches Ziel, die Harris´sche Bombenkampagne ein abartiges, absurdes Zeichen, eine Fußnote der Geschichte, die als solches mal langsam anerkannt werden sollte: als Kriegsverbrechen. Ja, genau. Kriegsverbrechen sind kein deutsches Markenzeichen.

Den Neonazis dieses Feld zu überlassen ist nicht nur mehr grob fahrlässig, es ist Vorsatz. Da braucht es keine Sieger- oder Verlierergeschichte, es ist, wie es ist. Coventry war ein Kriegsverbrechen, genau wie Dresden, Dortmund, Bochum, Köln, Essen und viele andere deutsche Städte es auch waren. Nicht mehr, nicht weniger.

[ nachträglich editiert von ElChefo ]
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16.02.2013 18:31 Uhr von sannifar
 
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@alarich87

Die Bombenopfer waren Opfer der braunen Kriegspolitik.
Der Eintritt Frankreichs und Grossbritanniens in den Krieg war die logische Folge des kriegerischen Überfalls Nazideutschlands auf Polen am 1. September 1939. Von der französisch-britischen Garantieerklärung an Polen (März 1939) wusste man auch in Kreisen Hitlers.....

Aber wahrscheinlich ist das alles wieder "geisteskrank", LOL.

@ElChefo:
Die "Mitte der Gesellschaft" gedenkt seit Jahrzehnten zu tausenden der Bombenopfer auf ihre stille Weise, zum Beispiel auf dem Heidefriedhof, zum Beispiel in der Frauenkirche. Warum sollte sích die "gesellschaftliche Mitte" von ein paar hundert Ewiggestrigen die Form des Gedenkens diktieren lassen? Wenn es die "Mitte der Gesellschaft" kann, auf diese Art und Weise derr Opfer der Dresdener Bomennächte zu gedenken, dann zeigen sich mal wieder die Nazis als diejenigen, die sich außerhalb der Gesellschaft stellen.

[ nachträglich editiert von sannifar ]
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17.02.2013 00:43 Uhr von ElChefo
 
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sannifar


Du sagst es im Endeffekt ja selbst:

"Die "Mitte der Gesellschaft" gedenkt seit Jahrzehnten zu tausenden der Bombenopfer auf ihre stille Weise, zum Beispiel auf dem Heidefriedhof, zum Beispiel in der Frauenkirche."

Betonung liegt auf still. In einer selbsternannt friedlich-liberalen Gesellschaft gehört doch der Protest gegen Krieg, Tod und Vernichtung laut ausgesprochen, so das es jeder hören kann, oder? Wenn es um eigene Verfehlungen geht, sind "wir" doch auch schnell bei der Hand mit Demonstrationen, Lichterketten und möglichst lauten Statements?

Haben wir das auf uns selbst bezogen verlernt? Gibt es etwa per se keine deutschen Opfer? Sondern nur Tote der Gewalt, die den Deutschen angetan werden MUSSTE? Was war denn dann an diesem Vernichtungsangriff auf die Flüchtlingsstadt Dresden so zwingend?


"Warum sollte sích die "gesellschaftliche Mitte" von ein paar hundert Ewiggestrigen die Form des Gedenkens diktieren lassen?"

Ich finde es irgendwie nicht "ewig-gestrig", zwischendurch auch einmal die Taten der Sieger als das hinzustellen, was sie waren, nämlich Kriegsverbrechen. Ja, richtig gehört. Die Angriffe auf Dresden stellen einen Bruch der HLKO dar, egal wie man es dreht und wendet. Das auch mal laut auszusprechen ist kein Diktat der "Rechten", sondern einfach nur ein logisches Faktum.
Auf der anderen Seite ist es doch so simpel gewesen: In einem völkerrechtlich absolut legitimen Akt vernichtete ein amerikanischer Jagdbomber vor ~2,5 Jahren zwei Tanklaster, die durch Art und Ausprägung der Habhaftwerdung legitime Ziele waren. Ist ja auch jemand in stillem Gedenken auf den Friedhof oder in die Kirche gegangen? Nein, da wurden die krudesten Thesen aufgestellt und Plakate gemalt.

...und dann:

"Die Bombenopfer waren Opfer der braunen Kriegspolitik."

Die Bombenopfer sind in erster Linie die Opfer der Bombenschützen, die ihre Ladung ausgeklinkt haben. Als Befehlsempfänger war das nun mal so, also sind die Toten die Opfer derjenigen, die diese Bomberschwärme in vollstem Wissen beorderten, das dort ein rein ziviles Ziel bombardiert wird. Die Befehlshaber handelten in absolut bewusstem Bruch der HLKO, begingen also Kriegsverbrechen, zehntausendfach, das bis heute nicht gesühnt ist. Nicht mal verhandelt. Und noch weniger besprochen und als solches benannt. Nein, jeder das so nennt, kriegt gleich den braunen Hauch ab. Ist doch Unsinn.

Von logischen Folgen kann da keine Rede mehr gewesen sein. Erst recht nicht, nach dem sowieso Ende ´44 sehr klar war, was los ist. Der Krieg war gegessen, Dresden sowieso ausser zur Beherbergung von Flüchtlingen kein strategisches Gut mehr.

Da bringt es auch nichts, das gegen irgendwelche anderen Taten aufzuwiegen, sei es Coventry oder London, Amsterdam, Rotterdam oder meinetwegen auch Warschau etc. Ein Unrecht wiegt kein Zweites auf. Ist nebenbei auch eine Lehre aus der friedlichen deutschen Zivilgesellschaft und Rechtslehre.

Die rechtliche, moralische und militärische Beurteilung, die ich hier getroffen habe ist nebenbei auch weit verbreitete Lehrmeinung unter britischen Historikern - gerade wenn man von denen anderes erwarten könnte.

[ nachträglich editiert von ElChefo ]
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17.02.2013 20:52 Uhr von sannifar
 
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@ElChefo

Ich habe in den mehr als 40 Jahren meines Lebens noch nie eine "laute" Gedenkveranstaltung inkl. einer lautstarken Demonstration für irgendwelche Opfer des I. oder II. Weltkrieges gesehen. Nicht in Deutschland beispielsweise am 27.01. (Auschwitz-Befreiung), nicht in Japan zu den Jahrestagen der Atombombenabwürfe, ....nichts dergleichen.

Ich halte Leute wie NPD oder andere "Nationale Sozialisten", also die Veranstalter der "Trauermärsche" in Dresden, für ewiggestrige. Weil Leute, die dem braunen Gedanken"gut" nachhängen das einfach sind.

Der 8. Mai 1945 ist die Folge des 1. September 1939. Da kann man jetzt natürlich durch die Gegend spekulieren, ob es nicht auch ohne Hitler irgendwann zu einem Krieg (1. September) und somit (hoffentlich) auch einem Kriegsende (8. Mai) gekommen wäre....aber es gab nun mal den 01.09.1939 und der war der Anfang vom Ende des Krieges....
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18.02.2013 00:52 Uhr von ElChefo
 
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sannifar

"Ich habe in den mehr als 40 Jahren meines Lebens noch nie eine "laute" Gedenkveranstaltung inkl. einer lautstarken Demonstration für irgendwelche Opfer des I. oder II. Weltkrieges gesehen."

Du hast nie von den Paraden in Moskau gehört? Oder jenen in Frankreich, wo mittlerweile auch Deutsche mitmarschieren? Es geht aber auch nicht alleine um die Opfer des ersten oder zweiten WK, es geht generell darum. Wo Deutsche Opfer werden, wirst du keinen Deutschen laut protestieren sehen. Diese Feld überlässt man deinen "Ewiggestrigen". Man "macht" diese "Sache" zu "ewig gestern".


"Ich halte Leute wie NPD oder andere "Nationale Sozialisten", also die Veranstalter der "Trauermärsche" in Dresden, für ewiggestrige."

Das macht die Ausrichter zu dem, was du sagst. Da widerspreche ich dir auch nicht. Das Thema wird dadurch aber nicht besser oder schlechter, es gehört einfach in den Kanon des Andenkens.
Du würdest ja auch nicht auf Brot verzichten, weil Nazis auch Brot essen. Du würdest auch nicht auf Strassen verzichten, weil unweigerlich auch Nazis auf ihnen fahren. Du würdest doch wohl auch nicht auf deine Meinung verzichten - weil sie vielleicht hier und da Schnittmengen mit dem Wahlprogramm einer Partei hat, die du verabscheust?


"Der 8. Mai 1945 ist die Folge des 1. September 1939."

Darum geht es nicht. Es geht um die Taten dazwischen. Die massenhafte Vergewaltigung von Frauen und Mädchen beim Vormarsch der roten Armee - dank solcher Menschen wie Ilja Ehrenburg, die heute vom (deutschen) linken Flügel auch noch in Schutz genommen werden -, die Bombardierung von Städten und der Zivilbevölkerung, das sind alles Dinge, die nun mal sind, was sie sind: Verbrechen. Das darf man auch so nennen und dagegen muss man protestieren. Die deutschen Täter wurden mit Masse bestraft. Nicht alle, aber die meisten. Anderswo wurden sie mit Orden behängt. Sie werden auch heute noch gefeiert, auch in Ländern, denen wir mittlerweile freundlich gegenüberstehen. Trotzdem bleiben sie, was sie sind: Verbrecher. Um mehr geht es nicht.

Jetzt haben wir den Salat: Wir schweigen lieber, lassen den Dummbratzen die Strasse und DIE können in der breiten medialen Wahrnehmung die Betrachtungshoheit dieser Ereignisse für sich in Anspruch nehmen. Ja, Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit kann manchmal echt stressig sein. Es hat allerdings nichts mit Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit zu tun, nur dann zu protestieren und zu demonstrieren, wenn es einem grad mal in den Kram passt. Ein Thema zu diskreditieren, nur weil der politische Hintergrund der Demonstranten "uncool" ist, dürfte da aber auch wohl kaum ins Schema passen.

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