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Doktortitel weg für Annette Schavan - Experte übt scharfe Kritik an Universität

Der ehemalige Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Ernst-Ludwig Winnacker, hat die Düsseldorfer Universität wegen des Entzuges des Doktortitels für die ehemalige Bildungsministerin Annette Schavan scharf kritisiert.

Die philosophische Fakultät der Universität sei "zutiefst befangen". "Wo und wann beispielsweise grenzt eine Paraphrase, also der Versuch, einen bestimmten Sachverhalt mit eigenen Worten darzustellen, an ein Plagiat", so Winnacker. Man sei demnach wichtigen Fragen nicht nachgegangen, so Winnacker.

Bei der Entscheidung um die Doktorarbeit von Schavan habe es sich die Universität sehr einfach gemacht. Die Verantwortung sei an die damals 25-Jährige weitergegeben worden statt die Fehler damals zu erkennen und damals schon anzumahnen.


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WebReporter: Borgir
Rubrik:   Freizeit
Schlagworte: Experte, Universität, Doktortitel, Annette Schavan
Quelle: www.n-tv.de
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7 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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13.02.2013 07:17 Uhr von Treibeis
 
+4 | -5
 
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Experte für Kritik oder wofür?


[ nachträglich editiert von Treibeis ]
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13.02.2013 08:40 Uhr von Falap6
 
+4 | -2
 
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treibeis
als langjähriger Forscher mit vielen Auszeichnungen, Professor und zuletzt DFG-Präsident Experte für Forschung, Publikationen, Promotionen usw.
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13.02.2013 09:21 Uhr von Bildungsminister
 
+7 | -1
 
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"Bei der Entscheidung um die Doktorarbeit von Schavan habe es sich die Universität sehr einfach gemacht. Die Verantwortung sei an die damals 25-Jährige weitergegeben worden statt die Fehler damals zu erkennen und damals schon anzumahnen."

Das ist der Kern der Sache! Es hätte damals schon auffallen müssen. Dem Doktorvater, dem Ausschuss, der Uni. Genau dazu werden solche Arbeiten geprüft und bewertet. So schwer das auch sein mag, zumal es damals noch kein Internet gab. Man kann Schavan ankreiden was man will, und sie hat Fehler gemacht, aber der Kern der Problematik liegt einfach darin, dass ihre Doktorarbeit überhaupt durchgekommen ist. Hätte das damals jemand angekreidet, hätte sie es sogar korrigieren dürfen.

Davon ab - Sie hat den Doktortitel noch nicht verloren. So lange sie klagt ist der Entzug noch nicht endgültig. Davon ab darf sie sich auch weiterhin Doktor nennen, da sie mehrere Doktor hc (honoris causa) hat, und ihr diese auch nicht aberkannt wurden.

Ich will die Frau gar nicht in Schutz nehmen, aber wenn man sich mal 5 Minuten Zeit nimmt, dann merkt man, dass an der Sache mehr stinkt, als nur die Doktorarbeit. Mit Ruhm haben sich auch ganz andere nicht bekleckert. Und jeder von uns hätte in der Situation zumindest ein faires Verfahren erwartet, und das hätte auch Schavan zugestanden.

Am Ende wollte die Uni doch nur ihr Gesicht wahren, und um die Doktorarbeit ging es dann doch schon gar nicht mehr. In Ordnung ist das in jedem Fall nicht.
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13.02.2013 10:38 Uhr von Niels Bohr
 
+7 | -2
 
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Stimme Bildungsminister voll zu.
Die Frau war zum Zeitpunkt als sie ihre Dr-Arbeit geschrieben hat 25 Jahre alt. Sie war im Stress und hat halt eben einen Fehler gemacht bei einer Sache für die man schon fast einen eigenen Studiengang belegen muß.
Ist mir bei meiner Diplomarbeit auch passiert. Mein Prof und die Prüfungskommission haben mir die Arbeit mit einem entsprechenden Hinweis wieder zurückgegeben und ich habe es korrigiert.
Für sowas ist die Prüfungskommission nämlich da, um solche Fehler zu vermeiden.
Wenn eine Dr.- oder Diplomarbeit von der Kommission für ok befunden wird, dann gehe ich doch als Doktorant oder Diplomant davon aus, das das alles ok ist und renn nicht los und gebe die Arbeit dann noch 827412 verschieden "Plagiatfindern" oder anderen Leuten für deren

Die Schuld hieran liegt einzig und alleine bei der Uni Düsseldorf, die einfach geschlampt haben und jetzt nicht genug Arsch in der Hose haben um zu sagen: "Jepp...Sorry Leute liegt an uns. Wir haben das übersehen und dafür können wir ihr den Titel nicht abnehmen" oder sie hätten sagen können das das was sie gemacht hat noch so eben im damaligen Rahmen lag.
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13.02.2013 11:04 Uhr von Bildungsminister
 
+2 | -1
 
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@ comic1

Ich bin da absolut bei dir. Natürlich können solche Täuschungen nicht immer aufgedeckt werden. Aber sie gar nicht zu erkennen ist eben auch etwas, das nicht unbedingt für die beurteilende Person spricht. Zumal die bei Frau Schavan aufgeführten Fehler in ihrer Gänze nicht unbedingt schwer zu erkennen waren, wenn auch nicht allzu eklatant. Man muss hier auch mal anmerken, dass die Verfehlungen der Frau Schavan längst nicht das Ausmaß eines Gutenberg hatten, bzw. haben. Viel mehr ist die Beurteilung derer Passagen grenzwertig, und können auch so ausgelegt werden, dass sie es unwissentlich getan hat. Das kommt dann wieder auf den Beurteiler, hier die Uni Düsseldorf an, die es eben so auslegt.

Es spricht aber insgesamt doch für sich, dass es an der Entscheidung zum Fall der Frau Schavan sehr viel Kritik, auch von solchen die es beurteilen können, gab. Diese Kritik gab es z.B. an der Entscheidung zum Fall Gutenberg nicht. Daher sehe ich dieses Verfahren insgesamt auch als sehr problematisch an, zumal sich die Uni dagegen ausgesprochen hat weitere Gutachten einzuholen. Bei einem Fall, wo die Beurteilung derart diffizil ist, hätte man doch erwartet, dass sich mehr um die Details gekümmert wird.

Aus diesen Gründen sehe ich auch gute Chancen, dass die Entscheidung durch ein Gericht teilweise oder in gänze revidiert wird.

Noch mal - Ich kann den Fall nicht gänzlich bewerten. Ich sage nur, dass jeder ein faires Verfahren verdient hat, unabhängig davon ob er ein hohes Amt inne hat/hatte, oder der Normalbürger ist. Das hätte jeder hier für sich eingefordert, und das steht auch Frau Schavan zu. Und genau an dieser Fairness hege ich, vor allem mit Bezug auf namhafte Kritiker an der Entscheidung, meine Zweifel.
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13.02.2013 11:51 Uhr von Bildungsminister
 
+2 | -0
 
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Du implizierst aber, dass es Betrug war, und das stelle ich in frage. Ich sage nicht, dass es nicht so sein könnte, ich meine nur, dass für ein solides Urteil der Wahrheit nicht genüge getan wurde. Der Weg zur Wahrheitsfindung ist aber insgesamt genauso fraglich, wie es die betreffende Doktorarbeit sein mag. Da spielt Wahrheitsfindung gegenüber der Wahrung von Ansehen und der Unterordnung von Macht und Politik nur eine Nebenrolle, und das darf einfach nicht sein.

Es ist dabei doch vor allem erstaunlich, wie die Position der Frau Schavan in Frage gestellt wird, die Prüfung der Universität wird aber ohne Hinterfragen angenommen und so proklamiert. Warum ist der eine glaubwürdiger als der andere, vor allem dann, wenn es so viele namhafte Fürsprecher gibt, die insbesondere Kritik an der Universität und der Prüfung an sich üben?

Das was du machst ist es die Dinge als Tatsachen her zu nehmen, was bei einem noch immer noch offenen Verfahren doch sehr fragwürdig ist. Im Volksmund würde man es Vorverurteilung nennen, ohne da nun etwas unterstellen zu wollen. Das Verfahren der Frau Schavan ist aber gerade juristisch in keiner Form vollendet, und der Ausgang vollkommen offen.

Es geht hier also nicht darum irgendwelche Schuld, Schuldigkeit oder absichtliche Betrugsabsicht abzuwiegen, sondern darum ein finales Urteil abzuwarten, und erst dann zu Fackeln und Heugabeln zu greifen, was so, meine ich, in einer zivilisierten Gesellschaft, die wir glauben zu sein, möglich sein sollte. Auch wenn es dem Plebs in den Fingern juckt, und sowieso jeder Politiker schuldig ist, und in sich eine korrupte und eine Person ohne Integrität ist.

Ich für meinen Teil will das gerichtliche Urteil abwarten, und erst dann den Strick zum Aufknöpfen aus dem Schrank holen. Wobei da natürlich auch jedermann frei ist nach seinem eigenen Gusto zu handeln!

[ nachträglich editiert von Bildungsminister ]
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13.02.2013 11:59 Uhr von derSchmu2.0
 
+0 | -1
 
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NilsBohr...was die Uni angeht und die Fraglichkeit, wann ein Text kopiert wurde und wann er mit eigenen Worten formuliert wurde, kann ich dem zustimmen, allerdings nicht, was Fehler durch Stress angeht...Sowas gilt es halt zu verhindern, dafür macht man die Arbeit ja in einem gewissen Zeitraum...auf der Arbeit muss ich Projekte auch in einer gewissen Zeit abliefern, da kann ich nich sagen, sorry, der Fehler kam stressbedingt....dazu kommt doch noch die Eidesstattliche Erklärung...da unterschreibe ich, dass ich die Arbeit unter anderem mit aller Sorgfalt geschrieben habe...gehören Flüchtigkeitsfehler unter dieser Formulierung dazu? Mit aller Sicherheit bestimmt nicht.
Wenn eine Bildungsministerin die Leistung, die zu einem akademischen Titel führte durch Unterlassung ihrer Sorgfaltspflicht derart mit "Flüchtigkeitsfehlern" runterspielt, wie kann dann ein (zukünftiger) Doktorand seine Arbeit noch ernst nehmen?

Es geht mir im Großen und Ganzen nicht darum, dass die Leute ihren Titel oder gar ihren Posten verlieren, meistens wars ja bisher Gottseidank so, dass ihre Sorgfalt im Posten der in ihrer Arbeit entsprachen, es geht mir mehr darum, wie sie mit Kritiken und Tatsachen (bei Schavan zugegebenerweise ein wenig fraglich) umgehen und wie sie ihre Arbeit selbst bewerten.

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