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Urteil: Schichtarbeiter müssen auch an Feiertagen Urlaub nehmen

Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hat in einem Urteil entschieden, dass Schichtarbeiter im Öffentlichen Dienst auch an Feiertagen Urlaub nehmen müssen.

Der Ostersonntag ist beispielsweise ein gesetzlicher Feiertag, wenn aber ein Schichtarbeiter an diesem Tag arbeiten muss, ist dies ein normaler Werktag. Falls er diesen frei haben will, muss er Urlaub beantragen.

Geklagt hatte ein Flughafenmitarbeiter, der Feiertage als freie Tage für Schichtarbeiter durchsetzen wollte.


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WebReporter: mozzer
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Urteil, Urlaub, Feiertag, Öffentlicher Dienst
Quelle: www.sueddeutsche.de

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14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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16.01.2013 12:31 Uhr von Wompatz
 
+51 | -6
 
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Verstößt sowas nicht in gewisser Weise gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz laut Grundgesetz?

Das die Arbeit auch an Feiertagen gemacht werden muss ist für mich ja ok, aber dann sollte der/ die Arbeiter/in halt einen Ausgleichstag bekommen.

Also ich kann das Urteil nicht verstehen oder dem gar zustimmen...
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16.01.2013 12:53 Uhr von Katerle
 
+16 | -5
 
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das urteil hat mit logik überhaupt und gar nichts zu tun
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16.01.2013 12:55 Uhr von Flo77
 
+38 | -2
 
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Wenn ein Schichtarbeiter an einem Feiertag regulär laut Schichtplan hätte arbeiten müssen, diesen Tag aber frei haben möchte, muss er Urlaub nehmen. Den Ausgleichstag erhält er sowieso schon laut Schichtplan.

Würde jeder Schichtarbeiter jeden Feiertag frei nehmen können, ohne Urlaub nehmen zu müssen, wären an Ostern, Weihnachten etc. alle Krankenhäuser dicht, weil dann jeder Urlaub nehmen würde, da er nichtmal einen Urlaubstag dafür opfern muss.

Im Übrigen erhält der Schichtarbeiter für die am Feiertag geleistete Arbeit einen satten Zuschlag auf den Stundenlohn, hat also auch dadurch schon einen Ausgleich, zwar keinen zeitlichen, aber einen finanziellen. Die maximale Wochenarbeitszeit bleibt aber trotzdem erhalten. Wenn der Schichtarbeiter als Beispiel nen IG-Metall Tarifvertrag hat, arbeitet er trotzdem nur 37,5 Std. pro Woche, egal ob Feiertag oder nicht.
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16.01.2013 13:10 Uhr von Slaydom
 
+2 | -1
 
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Gibt schon unglaubliche Urteile, aber in der News hätte ruhig stehen können, dass 1998 und 2002 ein ähnliches Urteil gegeben hat soviel Platz war noch.
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16.01.2013 13:18 Uhr von hexenwahn
 
+5 | -0
 
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Das ist doch nichts neues. Mein Mann ist Bäcker und wenn er an einem Feiertag frei haben möchte, muss er sich Urlaub eintragen lassen. Und ich vermute, das ist nicht nur bei Bäckern und Flughafenmitarbeitern so, sondern auch noch in vielen anderen Berufszweigen. Ist es auch nicht so, dass es sogar Feiertagszuschlag dafür gibt?

[ nachträglich editiert von hexenwahn ]
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16.01.2013 13:19 Uhr von jackblackstone
 
+5 | -2
 
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an sonn und feiertagen arbeiten nur studenten bei uns in der firma (me 2), und stammschicht darf wenn sie möchte auch arbeiten, freiwillig, aber dennoch mit zuschlägen.
ergebnis:
zufriedene schichtarbeiter, da sie wie normale arbeiter an sonn und feiertagen frei haben
zufriedene studenten da sie gutbezahlte jobs bekommen, mit sonn und feiertags zuschlag + bezahlten urlaub (gesetzlich so geregelt)
zufriedene chefs, da sie weniger knete abdrücken müssen und dazu zufriedene arbeiter haben

natürlich ist dieses modell nicht überall durchsetzbar, aber durchaus eine alternative

[ nachträglich editiert von jackblackstone ]
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16.01.2013 13:59 Uhr von Phillsen
 
+5 | -0
 
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Hmm, grundsätzlich würd ich natürlich jedem den freien Tag gönnen, nur ist das manchmal einfach schwer zu realisieren.

Vor allem bei Konti-Schicht betrieben.
Ich stell mir grad ne Gießerei oder sowas vor. da können nicht einfach um 24.00 alle ihre Handschuhe hinschmeissen. Wenn der Prozess läuft, dann läuft er.

Das generell regeln zu wollen halte ich für knifflig. Viele Schichtarbeiter haben ja auch zufällig an den Feiertagen frei.

Und den Urlaubsanspruch um die Anzahl der Feiertage anzuheben geht auch schlecht, da die ja nicht immer auf Werktage entfallen und das wäre dann wiederum ungerecht den nicht Schicht arbeitenden gegenüber.

Ich denk die Sinnvollste Lösung für dieses Problem ist in jedem Betrieb selbst zu entwickeln. Man kann ja Schichten auch mal tauschen oder seinen Freien Tag weiterschieben oder so. Da muss ja nicht immer gleich ein Gesetz her.
Gesunder Menschenverstand sollte das doch möglich machen.
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16.01.2013 14:15 Uhr von Djerun
 
+3 | -0
 
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wenn es für die arbeit an feiertagen einen ausgleichstag gibt, dann gibt es da nichts einzuwenden
"Die Vorinstanz hatte entschieden, dass Urlaub im jeweiligen Tarifvertrag damit gekennzeichnet sei, dass der Arbeitnehmer von seiner Arbeitspflicht befreit werde. "Damit werden auch Feiertage erfasst, an denen der Arbeitnehmer sonst hätte arbeiten müssen. Sie sind ihm auf seinen Urlaub als gewährt anzurechnen"." (aus der quelle)
das klingt aber reichlich dumm ausgedrückt, weil man annehmen könnte, das schichtarbeiter urlaub nehmen müssen, wenn ein feiertag anliegt, weil es eben an dem tag nichts zu tun gibt
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16.01.2013 16:20 Uhr von tafkad
 
+6 | -0
 
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@Smilodon

Du hast es nicht verstanden.
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16.01.2013 16:29 Uhr von thabowl
 
+1 | -1
 
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traurig ...

[ nachträglich editiert von thabowl ]
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17.01.2013 06:26 Uhr von DerSchmock
 
+2 | -0
 
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Um jetzt noch mehr Unklarheit zu schaffen:

Wenn ein Flughafenmitarbeiter an einen Wochenfeiertag arbeitet, so erhält er einen Feiertags Ausgleichstag ( FA Tag ) oder er erhält erhöhte Lohnaufschläge aber keinen freien Tag.

Will er aber an einem solchen Wochenfeiertag frei haben, so muss er keinen Urlaubstag dafür hergeben und der FA Tag wird einfach "gegen gerechnet"

Wenn ein Feiertag aber, wie hier angegeben, auf einen Samstag oder Sonntag fällt, so erhält er nur die erhöhten Lohnaufschläge aber keinen zusätzlichen freien Tag.
Will man einen solchen Tag frei haben, so muss man halt Urlaub dafür nehmen.

Der dritte Fall wäre dann noch: ein Flughafenmitarbeiter hat an einem Wochenfeiertag Schichtplan mäßig frei. So erhält er trotz Abwesenheit einen erhöhten Lohnaufschlag aufgrund der Gleichbehandlung.

Quelle: meine persönliche Erfahrung durch meine 20 Jährige Tätigkeit auf einem Flughafen ;-)
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17.01.2013 08:15 Uhr von mort76
 
+1 | -0
 
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hexenwahn,
auch Dinge, die nicht neu sind, können schlecht und unfair sein.
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18.01.2013 13:21 Uhr von Azrael_666
 
+1 | -0
 
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Wer in diesem Land noch normal arbeitet, ist sowieso angeschissen. Da nutzt auch kein Kreuz auf einem Zettelchen alle paar Jahre - interessiert ohnehin niemanden.
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17.11.2014 14:29 Uhr von Best_of_Capitalism
 
+1 | -0
 
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Gutes Urteil!

Wie soll ich denn sonst als Unternehmer meine Sklav.. äh Angestellte ausbeu... aä beschäftigen?

Meine Gier aähh ich meine der internationale Kostendruck lassen nix anderes zu.

Danke für euer Verständnis:-)

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