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Pflegenotstand: Agentur für Arbeit setzt auf ausländische Pflegekräfte

"Wir brauchen eigentlich jeden zweiten Schulabgänger einer zehnten Klasse in der Pflege, um den Bedarf in den kommenden Jahren zu decken." Mit dieser Aussage macht Steffen Ritter (Sprecher des Arbeitgeberverband Pflege) auf die Missstände im deutschen Pflegealltag aufmerksam.

40.000 Fachkräfte in der Pflege werden derzeit benötigt. In den nächsten acht Jahren soll die Anzahl der offenen Stellen bis 75.000 steigen. Die Lösung: Mehr Kräfte aus dem Ausland. 10.000 Euro kostet Deutschland so eine Fachkraft, 32.000 Euro dagegen die dreijährige Ausbildung in Deutschland.

Die Agentur für Arbeit setzt deshalb in den nächsten Jahren verstärkt auf die Umschulung, Weiterbildung und Ausbildung von Pflegekräften die gezielt aus Ländern wie China, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Tunesien nach Deutschland kommen sollen.


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WebReporter: cyp
Rubrik:   Wirtschaft
Schlagworte: Arbeit, Agentur, Agentur für Arbeit
Quelle: www.bild.de
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14 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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15.01.2013 17:04 Uhr von johannes1312
 
+7 | -1
 
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Toll, und die Kosten für die Arbeitslosen Deutschen zahlen wir alle.
Schlimme Folgen kann es auch haben, wenn die Pflegekraft den Patienten nicht versteht, gar nicht weiß was er will. Aber egal, Hauptsache billig.
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15.01.2013 17:15 Uhr von Katzee
 
+2 | -0
 
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Überall das gleiche Problem: es fehlen Fachkräfte, weil es den Unternehmen zu teuer ist, Nachwuchs auszubilden. Da werden lieber billige "Fachkräfte" aus dem Ausland eingekauft. Diese Leute können vielleicht kaum deutsch, was bei den alten Leute natürlich "Vertrauen" erweckt, aber was solls? Was schert sich die Gesellschaft um unproduktive sabbernde Greise? Geiz ist geil ...
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15.01.2013 17:24 Uhr von CommanderRitchie
 
+3 | -1
 
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Der Vorkommentator "Johannes1312" sagt es... Hauptsache billig !!

Jooo.... interessante Aussagen der Arge... und mit echter Vorbildfunktion (Sarkassmus on).
1. Damit könnte den Ausbildungsplatz-suchenden Jugendlichen suggeriert werden, dass eine Ausbildung sinnlos ist (man bekommt ja eh keine Arbeitsstelle weil man "zu teuer" ist.
2. Warum sollten Arbeitgeber Geld und Zeit in eine dreijährige Audbildung von deutschen Jugendlichen investieren... wenn die Arge ihnen die Billig-Lehnsknechte zu Niedrigstlöhnen zuweist.

Ist im Wachgewerbe übrigens auch so... statt einer vernünftigen dreijährigen Ausbildung durch die Bewachungsunternehmen, werden die arbeitslosen Mitmenschen vom Arbeitsamt in eine halbjährige Umschulungsmaßnahme privater Schulungsunternehmen gesteckt. Die kassieren dann pro Teilnehmer ca. 5000 Euro vom Arbeitsamt... und dann wird für die Teilnehmer noch ein Vermittlungsgutschein in Höhe von ca. 2500 Euro fällig... damit der Teilnehmer irgendwo bei einem Wachunternehmen für ein Jahr arbeiten darf/kann.
So kann dann jeder "Pfeifenwilli" in der Branche arbeiten... ruiniert zwar kontinuierlich den Ruf der ganzen Branche... aber egal... wie gesagt... Hauptsache billig !!

[ nachträglich editiert von CommanderRitchie ]
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15.01.2013 17:37 Uhr von magnificus
 
+4 | -0
 
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Tja so ist es, wenn man von den immensen Kosten, was die Pflegefirmen kassieren, nur den kleinsten Teil an die Pflegekräfte weiter gibt. Und das bei diesem doch ziemlich schweren Job. Wer will das freiwillig? Unterbezahlung, wo doch die Lebenshaltung für alle teurer wird!
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15.01.2013 17:43 Uhr von azru-ino
 
+1 | -3
 
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Deutsche haben nun mal zu wenig Nachwuchs und gehören weltweit zur Spitze was Kinderlosigkeit betrifft. Das ist Fakt. In die Rentenkasse einzahlen nützt eigentlich nicht, wenn jeder nur ein Kind hat und somit die Anzahl an Personen in der nächsten Generation viel geringer ist. Es müssen ja keine Großfamilien mit 7-8 Kindern sein, drei wären optimal. Ich weiss, es ist nicht so leicht wie es sich anhört, ist aber für ein Fortbestehen und die Stabilität eines Volkes überlebenswichtig. Man verzichtet dafür zwar auf etwas Luxus, aber wenn man einigermaßen seine Kinder richtig und liebevoll erzieht, erhält man eventuell von ihnen zusätzliche Hilfe und endet nicht einsam im Altersheim.
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15.01.2013 18:10 Uhr von CommanderRitchie
 
+3 | -0
 
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@ azru-ino (das Minus ist nicht von mir... denn... jedem seine Meinung... ich bevorzuge lieber Gegenargumente)
Prinzipiel magst du recht haben... aber in diesem Fall geht es ja um die Bezahlung der Pflegekräfte...
Frage: Wer von denen, die diesen schweren Job für ein paar lumpige Euros machen, können sich denn Kinder finanziell leisten ??
Jo klar... da kann das Sozialamt mit Lohnaufstockung aushelfen... was dann aber wieder steuerlich von der Allgemeinheit bezahlt werden muß...
Und das nur, weil die KK-Kassen/Arbeitgeber-Verbände nicht bereit sind, mehr/bzw. vernünftigen Lohn zu Bezahlen.

[ nachträglich editiert von CommanderRitchie ]
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15.01.2013 18:18 Uhr von azru-ino
 
+1 | -3
 
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dadurch, dass es weniger nachwuchs gibt, verringert sich die Anzahl an zahlenden Menschen für das Pflegesystem. Bei mehr Zahlungsfähigen könnte man durchaus auch das Gehalt erhöhen, womit die Attraktivität sich in dieser Branche zu betätigen durchaus steigen könnte. Denn dann wären es keine lumpigen Euros mehr. Ist halt ein Problem, das bei Gesellschaften auftritt, deren Mehrheit zu den Greisen zählt und somit das Gleichgewicht völlig durcheinander

[ nachträglich editiert von azru-ino ]
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15.01.2013 18:22 Uhr von Sonny61
 
+0 | -1
 
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HILFE - Wir verstehen die Ärzte nicht und die Pfleger verstehen uns nicht!
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15.01.2013 18:24 Uhr von bpd_oliver
 
+5 | -1
 
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Da hätte ich mal einen ganz radikalen Vorschlag: zahlt vernünftige Löhne, handelt Tarifverträge aus, bei denen selbst Kirchenmäuse nicht tränende Augen kriegen und Arbeitszeiten, die dem Mitarbeiter noch Zeit für die Familie lassen.

Wenn selbst die Polen nicht mehr nach DE zum Spargelstechen wollen, warum sollten es Pflegekräfte aus dem Ausland? Spätestens nach ein paar Monaten merken die eh, dass sie hier nur kräftig verarscht wurden und hauen wieder ab.
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15.01.2013 18:34 Uhr von CommanderRitchie
 
+5 | -0
 
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@ azru-ino...
Moment mal.... !!
Die KK-Kassen haben 2012 ein finanzielles Plus in zig Millionenhöhe zu verzeichnen gehabt... leider "verschwinden" die Überschüsse in astronomische Gehaltsbezüge der Kassen-Manager - und in Prunk-Bauten in Frankfurt, Berlin, Hamburg, etc.
Du solltest dich vom Begriff "Fachkräfte" nicht irritieren lassen...
Die "Arbeitswilligen" in Deutschland sind ja vorhanden.
Es gibt für den Bereich "Pflege" ebenfalls Umschulungsmaßnahmen der Arge. Zu dem ist der Ausbildungsstand im Ausland auch nicht unbedingt nach deutschem Standard ausgerichtet. Jetzt kann mir doch keiner erzählen, das die hier in Umschulungsmaßnahmen gewonnenen Arbeitskräfte - im Verhältnis zu ausländischen "Billiglöhnern" - unterqualifiziert sind.
Ersetze den Begriff "Facharbeitskraft" durch "Billigarbeitskraft"... dann liegst du richtig. Es geht hier nicht um fehlende "Fachkräfte" sondern um Unternehmens-Ertragssteigerungen und maximalem Gewinn... zu Lasten der Arbeitnehmer/innen !!
Durch den Begriff "Fachkräftemangel" sollen nur die Tatsachen "verwischt" - und die Arbeitnehmer in Deutschland unter Druck gesetzt werden !!

[ nachträglich editiert von CommanderRitchie ]
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15.01.2013 18:36 Uhr von CommanderRitchie
 
+2 | -0
 
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@ bpd_oliver
Jeeeppp... hast das Prinzip verstanden.
Danke !!

Für 6,50Euro bis 8,00 Euro Brutto sind die deutschen Arbeitnehmer ja grundsätzlich alle zu faul zum Arbeiten... und die ausländischen Arbeitnehmer zu blöd um hier nicht zu Arbeiten... Das ist die Philosophie der Arbeitgeber in Deutschland.


[ nachträglich editiert von CommanderRitchie ]
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15.01.2013 19:10 Uhr von magnificus
 
+1 | -3
 
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@azru-ino

Man kann bei den gegenwärtigen Kosten, die für den Patienten ensteht, den Pflegern durchaus anständige Löhne zahlen. Das hat nix mit Kinderlosigkeit der Gesellschaft zu tun. Aber auch gar nichts. Die Arbeitgeber sind dazu nicht bereit, wohl wissend, dass es immer Verzweifelte gibt, die Jobs annehmen müssen die schwer sind und dazu noch unterbezahlt. egal, aus welchem Land. Lieber ein euro mehr an die Bosse, als an die Schwerst-Arbeiter.
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15.01.2013 19:42 Uhr von shadow#
 
+4 | -1
 
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Wenn man sich die Liste der Länder ansieht, wird schnell klar wo das Problem liegt: Selbst Pflegekräfte aus Osteuropa erwarten mehr Lohn, als die Verbände zu zahlen bereit sind, so dass man gleich auf die ausweicht, für die ein Leben in Deutschland am absoluten Existenzminimum trotz Knochenjob einen Gewinn darstellen könnte.
Tut es für die meisten der armen Schweine aber langfristig sowieso nicht.
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15.01.2013 23:08 Uhr von Pils28
 
+1 | -0
 
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Respekt an dem, der den Job freiwillig macht! Hab das auch mal 3 Monate machen müssen und ich war toerisch geschafft am Ende jeden tages. Also rein körperlich und ich bin ein durchaus kräftiger junger Mann. Keine Ahnung wie das Frauen schaffen können. Meinen tiefsten Respekt haben die! Aber ich sehe uahc, dass die Ausbildung in fast der ganzen Welt zur Pflegekraft viel besser ist als in D. Würde ich eigentlich Provisionen bekommen, wenn ich ausländische Paramedics nach D vermittel?

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