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Mieterbund: Klage gegen neue Mietrechts-Reform

Nachdem zum 1. Februar 2013 eine neue Mietrechtsreform in Kraft treten soll, welche unter anderem die Duldung von Maßnahmen wie der energetischen Sanierung oder des Einbaus von Fenstern vorsieht, will der Mieterbund dieses Vorhaben mit Musterprozessen stoppen.

Nach der neuen Reform müssen Mieter entsprechende Maßnahmen dulden und können über einen Zeitraum von drei Monaten nicht die Miete mindern, obwohl die dafür notwendigen Bauarbeiten Staub, Dreck und Lärm verursachen.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger verteidigt das Vorhaben und verweist darauf, dass auch kleinere Vermieter die Chance bekommen müssen, entsprechende energetische Sanierungsmaßnahmen durchführen zu können. Zudem kämen die Maßnahmen den Mietern ja durch gesunkene Heizkosten zu Gute.


WebReporter: Marius2007
Rubrik:   Wirtschaft / Immobilien
Schlagworte: Klage, Reform, Mieterbund, Mietrecht, Leutheusser-Schnarrenberger
Quelle: de.nachrichten.yahoo.com
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9 User-Kommentare Alle Kommentare öffnen

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01.01.2013 15:45 Uhr von tutnix
 
+23 | -2
 
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aber sicher sorgen sinkende heizkosten für sinkende mieten. so langsam hat man das gefühl das die schnarrenberger auch nicht mehr ganz durchsieht.
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01.01.2013 15:50 Uhr von shadow#
 
+18 | -2
 
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"Kleinere Vermieter" machen sowas aber nicht bzw. können vorher einfach mit ihren Mietern darüber reden, weil sie schlicht kein Interesse daran haben dass sich das Ehepaar aus dem Erdgeschoß anschließend die Miete nicht mehr leisten kann weil die Rente nicht dafür reicht.
Das wird wieder einmal im großen Stil für Luxussanierungen benutzt werden um zu billige Mieter aus den frisch privatisierten Mietkasernen rauszubekommen, da die Mieter wahrscheinlich nicht mal die Miete mindern können wenn die neuen Fenster 3 Monate lang "Lieferschwierigkeiten" haben nachdem die alten ausgebaut wurden...
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01.01.2013 16:43 Uhr von mahoney2002
 
+12 | -1
 
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Wenn so etwas pro Wohnung länger als 3 Tage dauert dann stimmt etwas mit der ausführenden Firma oder dem Vermieter nicht.
Das ist mein Job und wenn wir Fenster in einer Wohnung Sanieren sieht man am Ende fast nie das wir da waren, oftmals ist nicht mal die Tapete am Fenster beschädigt.
Klar macht es Dreck, aber das kann man in grenzen halten.
Jeder Mieter sollte sich überlegen so etwas durchführen zu lassen, meist sind wir nach 2 Tagen fertig, die alten undichten Fenster sind Geschichte und der Mieter spart enorm Nebenkosten.
Wir hören später nur positives.

@ shadow#
Wir arbeiten fast nur für kleinere Vermieter, da haben sehr viele Interesse und noch keiner hat später die Miete erhöht.

[ nachträglich editiert von mahoney2002 ]
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01.01.2013 16:56 Uhr von Bruno2.0
 
+2 | -11
 
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@ mahoney2002

Es geht da auch eher nicht nur um die Fenster die man schnell wechselt sondern auch um die Energetische Sanierung Dämmung ect. ich finde diese neue Regelung gut und richtig...

Luxussanierungen unterstützt die neue Regelung nun auch nicht.
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01.01.2013 17:12 Uhr von AdiSimpson
 
+9 | -1
 
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"Zudem kämen die Maßnahmen den Mietern ja durch gesunkene Heizkosten zu Gute."

so ein schwachsinn. es heisst dann: das objekt hat nun eine höchere wertigkeit somit wird die miete angepasst.

beim arbeitskollegen wurde von der verwaltung alles mit den ersparnissen bei den heizkosten schön geredet, nach abschluss der arbeiten sind es nun 100€ mehr miete monatlich. mal sehen was er an heizkosten spart...
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01.01.2013 17:15 Uhr von mahoney2002
 
+3 | -0
 
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@ Bruno2.0
Die Energetische Sanierung findet aber fast nie in der Wohnung statt, klar müssen wir mal die Glaswolle durch die Wohnung auf den Dachboden tragen aber da haben wir z.b. immer Maler Vlies zum abdecken damit keine Fasern in der Wohnung verbleiben.
WDV Systeme kosten gutes Geld und manche Mieter schlagen das auch auf die Miete auf aber das gleicht sich durch geringere Nebenkosten dann meist aus, zudem hat man noch warme Füße.
Mieter die so etwas nicht zulassen kennen wir, die haben meist einen sehr schlechten draht zum Vermieter und sind oft am Klagen wegen jedem Mist.
Die hängen dann auch immer hinter einem und schauen einem genau auf die Finger und motzen nur rum.
Da hilft es meist nur sich mal mit der Wasserwage umzudrehen und zu sagen oh tschuldigung hab sie nicht gesehn, was stehen sie auch so dicht hinter mir. ;-)

Da ist diese Regelung genau das richtige.
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01.01.2013 18:32 Uhr von AdiSimpson
 
+2 | -1
 
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"aber das gleicht sich durch geringere Nebenkosten dann meist aus, zudem hat man noch warme Füße."

die bude muss aber richtig alt sein damit man über die nebenkosten spart. in den meisten fällen wunschdenken.
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01.01.2013 23:41 Uhr von JoeGame
 
+3 | -0
 
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@ mahoney2002:

"Wir arbeiten fast nur für kleinere Vermieter, da haben sehr viele Interesse und noch keiner hat später die Miete erhöht."

Steht ihr in ständigem Kontakt zu den (Ver)MiterInnen der von euch sanierten/renovierten Wohnungen und führt Buch darüber, ob und wie stark die Mieten in den Jahren nach eurer Arbeit erhöht wurden?
Das fände ich sehr befremdlich....wüsste aber nicht, wie du sonst diese Aussage tätigen könntest.

Ich schließe mich der Meinung an, dass durch diese Reform günstiger Wohnraum noch knapper werden wird. Keiner kann mir erzählen, dass ein Vermieter Sanierungsarbeiten im Wert von mehreren Tausend bis Zehntausend Euro je nach Umfang durchführt, ohne diese Investition später wieder durch Mietpreiserhöhungen raus zu holen. Welchen Nutzen hätte ein Vermieter von der Investition, wenn er die Mieten nicht erhöht? Die einzigen Posten, bei denen durch solch eine Sanierung Einsparungen erreicht werden können, sind Heiz- und Stromkosten. Diese werden i.d.R. nicht vom Vermieter getragen, machen eine Investition demnach auch nciht lohnenswert. Nur Mietpreiserhöhungen sorgen für eine Amortisierung und letztendlich einen finanziellen Gewinn durch die Investition.
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02.01.2013 02:06 Uhr von 00nix
 
+3 | -0
 
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Also diese Punkte stehen unter "Modernisierung" und sind umlagefähig auf die Miete (Mieterhöhung).
Der Vermieter hat durch die Modernisierung ein recht darauf, die Kosten der Modernisierung durch Mieterhöhungen geltend zu machen. Im BGB wird das klar dargestellt (einfache Form): 11% aller Kosten der Modernisierung kann im Jahr auf die Miete draufgeschlagen werden. Anders formuliert: Kosten 50.000 € -> 11% -> 5.500,- € kann auf die Gesamtmiete ALLER Mieter umgewälzt werden (IM JAHR!!!) -> 5.500,- € durch 12 Monate -> 458,33 € Monatlich umwälzbar auf die Mieter! Nun ist die Frage, wieviele Mieter sich im Haus befinden?! Im Musterbeispiel nehmen wir mal 8 Parteien -> 458,33 durch 8 -> 57,29 € Mieterhöhung für ALLE Mieter (p.M.).
Diese 11% p.a sind im Gesetz verankert, also wenn der Vermieter das höher ansetzt, dann kann gerne mal geklagt werden (Vermieter muss die Rechnungen / Kosten vorlegen). Falls der Vermieter dies Höher angesetzt hat und nur durch die Modernisierung rechtfertigt, dann hat man sehr gute chancen vor gericht...

Ansonsten zu der aktuellen News: Ja, als Mieter muss ich auch einiges dulden, wenn dies natürlich nicht mehr als 7 Tage dauert - das ist noch im Rahmen, aber darüber hinaus will ich weiterhin die möglichkeit haben meine Miete zu kürzen, da ich evtl. die Räume nicht nutzen kann oder durch den Lärm zu sehr belästigt werde oder ich für ein paar tage / wochen / sogar monate umziehen muss (Hotel etc.), daher finde ich diese Abschaffung der Mietminderung dämlich - mir wäre ein kompromiss willkommen, z.B. wenn die Arbeiten mehr als 5 Tage überschreiten...

So, genug text :)

[ nachträglich editiert von 00nix ]

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