Versuch einer Anfrage bei einer Kindergeldkasse in einer norddeutschen Stadt
(FZ-Nachricht)

Es geht um Telefon und Ämter, die eigentlich erreichbar sein sollten für die, die sie mit ihren Steuergeldern bezahlen.

Genauer: letzte Woche am Freitag, den 9.12.05, wollte ich bei der Kindergeldkasse anrufen, um zu erfahren, wo die ist, welche Formulare und Unterlagen ich bräuchte um Kindergeld zu beantragen. Doch das war nicht so einfach, sogar unmöglich.

Man nehme ein Telefonbuch (gelbe Seiten) und schaut bei „Stadt“ oder „Ämter“… doch da steht nix…
Wo könntest du noch nachschlagen? „Kindergeldkasse“ … nichts.
Moment, die ist doch beim Arbeitsamt! Nachschlagen bei „Arbeitsamt“… nichts… STOP! Doch, da, „Agentur für Arbeit“… dort steht: schauen sie bei „Journal“
‚ Achja, ist ja logisch’ denke ich. (Achtung, Sarkasmus)
Bei „J“ finde ich dann die Nr. für die Kindergeldkasse, die ja eigentlich Familienkasse heißt.

Die Nr. wird gewählt… eine Automatenstimme fragt, ob ich eine Auskunft für ALG2 haben möchte, dann soll ich die 2 drücken… oder möchte ich Auskunft über Kindergeld, dann soll ich doch die 5 drücken…
Ich drück die 5.
Eine andere Automatenstimme fragt, ob ich Auskunft über Kindergeld allgemein möchte, dann soll ich diese Nummer wählen: 01801 5…...
Möchte ich Auskunft über die Zahlungstermine, dann soll ich diese Nummer wählen: 01801 9….

Bezahlnummern!!! Doch kein Hinweis darauf, was das denn die Minute kostet! Ist das überhaupt gesetzeskonform?

Die erste Nummer: tutututut… wahrscheinlich kein Anschluss, hört sich komisch an.
Die zweite Nummer eine Automatenansage! Jetzt weiß ich schon mal, wann ich Geld bekomme, sollte ich es je schaffen, KG zu beantragen.

Ich ruf bei der Stadt allgemein an.
Ich: „Es geht um Kindergeld, können sie mich bitte verbinden?“
Frau: „Nein, die gehört nicht zu der Stadt, rufen sie bitte 01801 5… an“
Ich: „Stop!!! Geht nicht, Bezahlnummern kann ich nicht anrufen, die sind von meinem Anschluss aus gesperrt“ (OK, ich weiß, ich hab gelogen…)
Frau: „Eine andere Nr. hab ich aber nicht…“
Ich: „Ich muss doch in der Lage sein, von einem normalen Telefon eine normale städtische Telefonnummer anzurufen!“
Frau: „ 01801….“
Ich: „Die Kindergeldkasse gehört doch zum Arbeitsamt. Die haben doch bestimmt eine Auskunft.“
Frau: „Das ist die Nummer 04….“
Ich: „Danke, geht doch.“

Auskunft Arbeitsamt:
Ich: „Könnten sie mich bitte mit der Kindergeldkasse verbinden?“
Frau: „Ich gebe ihnen die Durchwahl: 01801 5…“
Ich: „Stop!!! Geht nicht, Bezahlnummern kann ich nicht anrufen, die sind von meinem Anschluss aus gesperrt“
Frau: „Ach so, dann gebe ich ihnen eine andere Nummer: 04….“

Doch bisher ist dort besetzt… „Tututut….“

ENDE (vorerst)


Eine Woche später….

5 Tage habe ich zu den verschiedensten Uhrzeiten, teilweise im Minutentakt, versucht, diese Telefonnummer anzurufen. Natürlich konnte ich mir denken, dass es sich nicht ändern wird, das Besetztzeichen, das mir jedes Mal entgegentutete.
Doch ich wollte es genau wissen.

Nun, da ja telefonisch nichts auszurichten war, musste ich doch selber hinfahren um dort nachzufragen.
Erst einmal hatte ich das Vergnügen, eine Stunde warten zu dürfen. Dann endlich durfte ich hinein zu Herrn A. Was ich wollte, war in einem Satz gesagt, die Formulare waren schnell ausgehändigt, ein Zettel mit der Adresse, wohin ich diese zurückschicken konnte, war auch gleich dabei, eine perfekte, schnelle, freundliche Bedienung, die viel schneller und einfacher per Telefon zu erledigen wäre. So kostete mich diese Aktion einen ganzen Vormittag, da ich auf dem Land wohne und die Wege etwas weiter sind.
Genau dieses sagte ich auch und erzählte die Geschichte mit dem Telefon, die mir eine Woche vorher passierte. Herr A. grinste und sagte, das sie telefonisch überhaupt nicht zu erreichen wären (meinen Blick zu dem Telefon auf seinem Schreibtisch ignorierte er) und die Nummer, die ich bekam, immer nur besetzt wäre. Personalmangel!
Ich sollte mich doch mal beschweren… und bekam auch gleich die richtige Adresse dafür.

Nun, das werde ich auch tun. Ob es was bringt?

ENDE


gefunden auf http://www.wasnoch.de


Verfasst von erotik zentrum am 20.04.2006 um 13:46 Uhr



Kommentare 1-5 von 5      


24.04.06 17:14 Uhr HerzHelgoland
Versorgungsamt ist fuer alle da
Im Falle einer daraus resultierenden Behinderung,
hier: die Anzeige von Kindergeld perAntrag, bitte unmittelbar sich an das zustaendige (hiesige) Ver-sorgungsamt der Stadt oder des Landkreises wenden.
Notfalls den Pfoertner anrufen, welcher die An-traege in der Schublade hat.

25.04.06 17:42 Uhr LadyWanda
Tyyyypisch....
kenne ich doch irgendwie von unserer Bundesverhinderungsagenturfürlangzeiterwerbslosenzwangsverwaltung....*grins* - diese Institution verwaltet sich in erster Linie mal selber. Wenn man erst mal drin ist: nichts zu sagen, die Beamten sind meistens nett aber total überfordert - es sei denn, Du bist Hartz-IV Empfänger... dann wirst du behandelt wie der letzte Dreck. Unsere hiesige ARGE verschleppt und verschlunzt seit rund 10 Monaten unseren Antrag mit immer neuen faulen Ausreden. Die Krönung vor rund vier Wochen in einer Anfrage: "Wir konnten uns nicht kümmern, wir waren voll mit unserem Umzug beschäftigt..." ich habe mittlerweile die Konsequenzen gezogen und bin ins älteste Gewerbe der Welt übergewechselt. Die Kunden sind zwar auch manchmal arg zuverlässig - aber wenn einer vorbeikommt, bekommt frau die Kohle gleich - und zwar nach BAT

26.04.06 10:40 Uhr Garviel
Was is mit Internet?
Bei der Geburt unseres Sohnes hab ich mich im Internet informiert, was ich brauche und wohin ich welche Formulare zu schicken habe. Und das Beste: Ich konnte die Formulare auch gleich als pdf runterladen und gut wars.

Ansonsten stimmt die Geschichte schon: Die Beamten selbst sind meistens freundlich und hilfsbereit, nicht immer ganz kompetent (z.B. im Servicezentrum im FA München, sobald man Fragen zu ELSTER hat...), aber hoffnungslos überbelastet. Das genannte Servicezentrum ist übrigens telefonisch auch nicht erreichbar, die geben das sogar ganz offen zu.

25.06.06 04:44 Uhr Kevin de Silva
SCHWACHSINN HAT IN DEUTSCHLAND METHODE
Man kann den vorangestellten Beiträgen wirklich nur beipflichten. Im westsächsichen Regierungsbezirk Chemnitz mit seinen Arbeitsagenturen und der jeweils darin intergrierten ARGE geht es nicht besser zu!! Kein normaler Mensch kann diese völlig sinnlose Bürokratie noch verstehen, geschweige begreifen. Da gibt es seitens der Politik die Aufforderung an die "mündigen" Bürger, sie mögen doch bitteschön geeignete Vorschläge einbringen, sinnlose Gesetze, Verordnungen und Durchführungsanordnungen auf den Prüfstand stellen zu lassen, mit dem Zweck, diese eventuell für gegenstandlos und damit für immer verbannen zu lassen. Gut gebrüllt Herr Löwe! Leider wurden bisher gerade mal 8% solcher Papiertiger erlegt!! Für alle anderen gab es angeblich gewichtige Gründe, diese weiterhin aufrecht zu erhalten. Vor allem solche, die dem Erhalt der unbedingten Staatsreson dienen und damit eine wirkliche Veränderung dieser unhaltbaren Zustände in den deutschen Amtsstuben (ääh Agenturstuben) gefährden könnten.
Übrigens: Reinhard May hatte dazu bereits schon vor längerer Zeit mal ein en ganz famosen Song dazu geschrieben und interpretiert!! Er ist so aktuell, wie nie zuvor. "Einen Antrag bitte....für einen Antrag u.s.w."
Seit der Erfindung der Telekomunikation hat es noch nie eine solch breitangelegte "Volksverdummung" gegeben, die im Umgang mit Behörden leider immer sichtbarer wird. Will man eine ortsansässige Agentur für Arbeit ansprechen, muß man sich einer Service-Nr. mit fast einem Rattenschwanz an Zahlenkombis unterwerfen; (0180-1-............),angeblich zum "Ortstarif"!! ;wenn man Glück hat, kommt man in einem Servicecenter in BERLIN, STUTTGART oder LEIPZIG heraus, obwohl man eigentlich einen persönlichen Ansprechpartner in ANNABERG oder ZSCHOPAU sprechen möchte. Sachbezogener Fragen mit einer gewissen Spezifik sollte man sich jedoch enthalten, denn die mehr oder weniger freundlichen "Call-Agents" sind damit meist völlig überfordert. Wir haben den Test gemacht:

Ein junger Arbeitsuchender aus Annaberg wollte lediglich seine "Betreuerin" von der ARGE mitteilen, dass er ihrer schriftlichen Einladung zum leidigen "Analyse-Date" nicht folgen leisten könne, weil er aufgrund seiner Eigeninitiative ins benachbarte Austria reisen wolle, da sich dort vermeintlicher Weise ein Job ankündigen könnte. Und er wollte sich deshalb einen Ersatztermin geben lassen. Doch daraus wurde leider nix! Er hatte sich nämlich in den telekommunikativen "Irrgarten" begeben, aus dem er erst nach einer Dreiviertelstunde ohne braubares Ergebnis erlöst werden konnte. Er hatte völlig entnervt den Hörer endgültig aufgelegt. Der einzigste Lichtblick: man versprach ihm, man wolle seiner Betreuerin ein Fax mit seinen Wünschen zukommen lassen. Als er schließlich in froher Erwartung dessen seine Reise ins benachbarte Ausland antrat un d hernach zurückkam, war die Überraschung groß. Die ARGE hatte ihm wegen "Nichterscheinens zum Ladungstermin einfach kurzerhand die Steuerallimente gestrichen; zu Neudeutsch: er hatte Null Euro auf seinem Konto. Ohne Rücksicht darauf, ob und wie er die monatlich wiederkehrenden Fixkosten bestreiten sollte. Eine persönliche Vorsprache bei der Behörde brachte nichts, denn er hatte vergessen, sich vorher TELEFONISCH einen Termin geben zu lassen. Und so begann die Odysee per Telefon erneut. Die T-Com hat's gefreut!! (Der Bund hält ja noch immer den Löwenanteil der Aktien!). Nach etlichen Versuchen hat es dann mit einem Termin geklappt. Doch die Ernüchterung machte sich bei ihm schnell breit. Die freundliche Dame erklärte ihm, sie habe nie und nimmer ein FAX erhalten und folglich nichts von einem entschuldbaren Fernbleiben seines vorangegangenen Termins gewußt. Somit sei die Zahlungseinstellung völlig zurecht erfolgt. Zu allem Verdruss mußte der junge Mann nun sämtliche Hautformularitäten (inklusive aller erbringbaren Nachweise) noch einmal der ARGE einreichen. Obgleich sich in der Sache nichts in seinen aktuellen wirtschaftlichen Verhältnissen verändert hatte. Ein einfacher Folgeantrag wäre ausreichend gewesen. Immerhin gab man ihm die Zusage, man wolle seinen Antrag wohlwollend bevorzugt prüfen. Ein Ungemach aber verblieb trotzdem: Er mußte eine saftige Kürzung einfach hinnehmen.

In Sachen Kindergeld erging es ihm übrigens wie dem norddeutschen Beitrag. Es könnte fast eine Kopie davon darstellen.

Immerhin hat sich der Ombutsrat dieser leidigen Thematik angenommen und seinen Analysebericht Herrn BM Müntefehring übergeben. Darin kann man die "Eulenspiegeleien" deutscher Bürokratie getrost nachlesen. Ob dieser Minister jedoch jemals die nötige Zeit dafür finden wird, steht noch in den Sternen.
Eine Anmerkung sei aber noch gestattet: Vielleicht sollte man mal eine Kommission berufen oder eine Telefonkonferenz via T-Com unter 0180 ..... einbinden. Etwas Gutes hätte das-:))) , man bräuchte so ein parr Mitarbeiter weniger zu entlassen (bei fast 7000 Stellen).
Kevin de Silva

28.07.06 15:15 Uhr dukerom
e-government
ist das zauberwort, aber anstatt in sinnvolle sachen zu investieren, wird lieber geld für kohlesubventionen ausgebenen, naja bin mal gespannt wann es mal wieder neuwahlen gibt.

   

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