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28.03.2016 22:38 Uhr
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Warum ist Bargeld wichtig?
In den Medien laufen Diskussionen über das Thema Bargeld mit den Blickpunkten: Kosten, Kriminalität, Schwarzarbeit, Drogen, Terrorismus, Hygiene und und und. Die genannten Aspekte haben sicherlich eine Bedeutung, aber sie sind bei einem so geringen Bargeldumlauf, weniger als 10% der Gesamtgeldmenge, eher als gering und weniger wichtig einzustufen. Das Schwarzgeld auf irgendwelchen Konten in Steueroasen dürfte um ein Vielfaches mehr sein.

Bargeldbefürworter unterstreichen die Wichtigkeit des Bargeldes für kleines Gewerbe und Dienstleistungen, private Hilfeleistungen, Achtung der Privatsphäre, Gebührenlawine der Banken und Kreditkartenfirmen, bürgerliche Freiheit...

Ein wichtiger Aspekt wird bei den meisten Betrachtungen ausgelassen. Was bedeutet das Girokonto bzw. die Kreditkarte? Wer auf seinen Kontoauszug guckt und im Plus steht wird sich daran erfreuen, daß er da noch Geld hat. Das Problem dabei ist, daß der Kontoauszug darüber hinweg täuscht, daß man kein Geld auf dem Konto hat. Er dokumentiert ausschließlich, daß das Kreditinstitut dem Inhaber des Auszuges etwas schuldet.

Was für Schulden? Das Institut schuldet Bargeld - Zentralbankgeld - gesetzliches Zahlungsmittel. Das Giralgeld des Kontos ist kein gesetzliches Zahlungsmittel und auch von keiner Zentralbank oder vom "Staat" gedeckt. Dies ist Geld, welches Banken zum größten Teil nur durch einen Buchungssatz in ihrer Buchhaltung selbst erzeugten. Es ist gleichzeitig das Versprechen, jederzeit Bargeld - gesetzliches Zahlungsmittel - zu liefern.

Der sogenannte "Rechtsstaat" hat die Schöpfung des Giralgeldes erstaunlicherweise nicht juristisch geregelt! Ohne gesetzliches Zahlungsmittel hat die Gesellschaft komplett die Kontrolle über das Geld aufgegeben. Die Banken tragen zwar weiter Verbindlichkeiten auf der Passivseite der Bilanz ein, aber schulden dann was? Otto Normal verliert damit ebenfalls endgültig die Hoheit über sein "Geld". Er kann sich weder vor Bankpleiten noch Minuszinsen schützen.

So bequem die Bezahlung mit Karte und Überweisung auch sein mag, desto intensiver sollte die Gesellschaft über den Schritt, Bargeld (gesetzliches Zahlungsmittel) abzuschaffen, nachdenken. Giralgeld sollte nur gesetzliches Zahlungsmittel werden, wenn es dann tatsächlich gesetzlich geregelt wäre.
certicek
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7 Kommentare

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Blick in die Geschichte - Goldgedeckte Geldscheine
03.04.2016 23:47 Uhr von certicek
 
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Im 17. Jhd. entdeckten die englischen Goldschmiede die Papiergeldschöpfung für sich. Zu dieser Zeit brachten Goldbesitzer ihr Gold zur Aufbewahrung zu den Goldschmieden und erhielten dafür Quittungen. Diese Quittungen (Goldsmith Notes) entwickelten sich über verschiedene Etappen zum Zahlungsmittel (Geld(schein)).
Die Goldlagerbestände wuchsen und die Goldschmiede bemerkten, daß nur wenige Kunden ihr Gold tatsächlich abholten. So entstand die Idee, zunächst physisches Gold und später Kredite auf Teile der gelagerten Goldmenge zu vergeben. Natürlich gegen Zinsen. Gold war die angebliche Sicherheit (Reserve) für die Geldscheine.
Bei einer 50%-Golddeckung sah eine Bilanz (nach Prof. M. Binswanger) des Goldschmieds z.B. so aus:

Aktiva / Passiva
Gold 100 / Geld 200
Kredit 100 /

Geld auf der Passivseite waren Schulden des Goldschmiedes, weil die Geldscheine eine Forderung auf Gold bedeuteten. Durch die Kreditvergabe wurden mehr Goldsmith Notes (Geld) in Umlauf gesetzt als physisches Gold (Reserven) lagerte. Es wurde Geld aus dem Nichts produziert.
Dieses Geld beruhte allein auf dem Vertrauen, daß man es jederzeit in Gold umtauschen konnte. Wenn alle Geldbesitzer ihr Umtauschrecht nutzten war dieses System am Ende. Dies passierte einige Male.

Die Goldschiedbanken waren damit die Vorläufer des modernen Kreditwesens. Banken arbeiten heute nach dem gleichen Prinzip, obwohl es keine Golddeckung mehr gibt.
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Blick in die Gegenwart - Giralgeld(konten)
14.04.2016 00:35 Uhr von certicek
 
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Schaut man heute in die Bilanzen der Banken, findet man auf der Aktivseite: (hauptsächlich) Kredite, Reserven = "echtes" Geld (heute: Bargeld und Zentralbank-Giralgeld), Wertpapiere und auf der Passivseite: Eigenkapital und Verbindlichkeiten (Girokonten der Kunden, Kredite von Banken).

Die Girokonten der Kunden werden also als Schulden der Bank geführt und sind damit Teil des Fremdkapitals. Die Entstehung des privaten Giralgeldes (Buchgeld) ist dafür entscheidend. Weit über 90% des Geldes, welches die Menschen zur Zeit verwenden, kommt über einen Buchungssatz privater Geschäftsbanken zur Welt. Diese "Schöpfung" passiert nicht, wie die meisten glauben, durch den Staat oder Zentralbanken. Das Geld entsteht faktisch durch die Unterschrift eines Kreditnehmers unter seinen Kreditvertrag und der dazugehörigen Buchung. Dabei wird auf der Aktivseite die Kreditforderung der Bank verbucht. Auf der Passivseite (Girokonto des Kreditnehmers) schreibt die Bank den Kreditbetrag als Buchgeld (Giralgeld) gut. Eine Bilanzverlängerung.

Aktiva / Passiva
Kreditforderung Kunde XYZ 1.000 / 1.000 Verbindlichkeiten Kunde XYZ

Die Bank fordert 1.000 von Kunde XYZ und schuldet ihm gleichzeitig 1.000. Im Prinzip ein Schuldscheintausch. So verschulden sich Banken durch Kreditvergabe.

Die Bank bucht Geld, welches sie gar nicht hat und verlangt dafür Zinsen. Das ist jedenfalls keine Leihe, sondern eine Produktion von "Geld". Geld anderer Kunden wird nicht benötigt und Reserven werden nicht verliehen.

Genau genommen ist dieses Buchgeld kein Geld im Sinne der nationalen Währung - gesetzliches Zahlungsmittel. Denn Euros, Dollar, Kronen usw. dürfen nur von den Zentralbanken erzeugt und in Umlauf gebracht werden. (Wenn private Haushalte oder realwirtschaftliche Unternehmen in dieser Weise Geld erzeugten, würden sie wegen Geldfälschung Probleme bekommen.)
Das so geschaffene Geld ist privates Geld der jeweiligen kreditgewährenden Geschäftsbank, das zu einem Prozent durch die sogenannte Mindestreserve besichert sein muß. (Banken müssen einen bestimmten Prozentsatz ihrer Verbindlichkeiten als Guthaben auf ihren Zentralbankkonten halten. Das ist die Mindestreserve.) Natürlich ist damit Zentralbankgeld gemeint. Analog zum Gold, mit dem die Goldschmiede ihre Notes "besicherten", nutzen die privaten Banken in der Gegenwart Zentralbankgeld - aber nur 1%.

Der "Wert" des Buchgeldes beruht auf dem einen Prozent Mindestreserve, auf den Eigenmitteln (ein Thema für sich) der Banken und aber vor allem darauf, daß Menschen glauben und darauf vertrauen, daß sie für das "Geld" des Girokontos Waren und Dienstleistungen erhalten. Wenn beim Goldschmied alle Kunden ihr Gold abholten, war das Chaos perfekt. Wenn alle Kunden ihre Girokonten abräumen und in Bargeld tauschen, um es zum Beispiel vor einem Bankcrash zu schützen, passiert das gleiche wie bei den Goldschmieden.

Die Buchgeldschöpfung ist nicht rechtlich geregelt. Die Bundesbank schreibt dazu:
"Es gibt keine direkt rechtliche Regelung. Die Möglichkeit zur Buchgeldschöpfung durch Banken wird vom deutschen Recht vorausgesetzt."
Immerhin ist es erstaunlich, daß sich der Gesetzgeber diesem Thema nicht widmet, auch wenn immer wieder Banken, mit riskanter Geschäftspolitik, vom Steuerzahler gerettet werden mussten.
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Schäuble: Terrorfinanzierung, Geldwäsche und 9/11
27.05.2016 18:34 Uhr von certicek
 
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""In Kontinentaleuropa kenne ich niemanden, der die Absicht hat, Bargeld abzuschaffen", sagte Schäuble. Er kenne aber sehr viele, die wie er der Meinung seien, dass Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Terrorfinanzierung erfolgreicher bekämpft werden müssten als bisher."
http://www.spiegel.de/...

Warum der einschränkende Begriff Kontinentaleuropa? Kontinentaleuropa ist ein kleiner Player auf den Finanzmärkten. Vermutlich ist es nur ein sprachlicher Trick, damit man nicht der Lüge überführt wird.
Da sich schon jemand die Mühe machte und Schäubles Argumente in die Bedeutungslosigkeit verwies, will ich es nicht wiederholen, sondern einfach darauf verweisen:

http://norberthaering.de/...

Warum 9/11?
Im 9/11 Commission Report findet man auf einer Seite:
"... To date, the U.S. government has not been able to determine the origin of the money used for the 9/11 attacks.
... Ultimately the question is of little practical significance. Al Qaeda had many avenues of funding."

Die Aufklärung der Terrorfinanzierung hat also nur kleine, praktische Bedeutung, muß aber herhalten, wenn es um Bargeld geht.
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Auf dem Weg zum Weltstaat
14.06.2016 10:47 Uhr von mich_selbst
 
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Passt vielleicht nur marginal, aber ich bin der Meinung, dass viele politische und ökonomische Auswüchse mit der Marktwirtschaft zusammen hängen und Verschwörungen oder Machenschaften von mächtigen Einzelpersonen für verschiedene Entwicklungen nicht relevant sind, sondern es eine Eigendynamik des Systems entwickelt:
"Unser Geld will die Macht. Der emeritierte St. Galler Ökonomieprofessor Hans Christoph Binswanger über die Wirkung von Eigentum und politischer Macht.

Die Tendenz zur Bildung eines Weltstaats folgt einer ökonomischen Logik. Diese Tendenz steht in besonderem Zusammenhang mit der Einführung des Geldes als Basis der Marktwirtschaft."
http://www.zeitpunkt.ch/...
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Push
03.04.2017 15:40 Uhr von mich_selbst
 
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Auf digitale Transaktionen
17.09.2017 16:21 Uhr von Biblio
 
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lässt sich Gebühren erheben.
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